/ Wort zum Tag

Psalm 25,7

Bibelvers

Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, HERR, um deiner Güte willen!

Psalm 25,7

„Gott ist anders“ lautete vor Jahren der Titel eines hochinteressanten Buches. Natürlich lockte es mich zu erfahren, wie anders denn Gott ist, oder wo er ganz anders ist als wir. Darum habe ich das Buch auch gleich gelesen, mit Spannung und großer Erwartung.

Aber bevor ich davon berichte, will ich erst einmal sagen, wie wir sind. Denn offenbar ist mit dem Buchtitel doch gemeint, dass Gott ganz anders ist als wir. Und wie sind wir? In der Regel handeln wir genau anders herum als es in unserem Wort für diesen Tag steht. Da steht ja, dass Gott unserer Sünden und Übertretungen nicht gedenken möge. Ja, das wünschen wir uns, dass er uns vergibt, trotz allem, was wir ihm angetan haben. Aber wir? Wir können oft lange an Verletzungen herum machen, die andere uns beigebracht haben. Wir können alte Wunden immer wieder aufkratzen, weil wir eben nicht vergeben und vergessen wollen. Wie viel Verbitterung gibt es zwischen den Generationen, zwischen Eltern und Kindern, zwischen Alt und Jung, zwischen Männern und Frauen. Wie oft werden Vorurteile über Jahrzehnte fortgeschrieben. Wie oft legen wir andere auf eine bestimmte Richtung fest, auch wenn sie sich davon längst gelöst haben.

Ja, das, was wir von Gott erbitten, fällt uns selbst so schwer. Vielleicht spüren wir diese innere Blockade, wenn wir an einen Menschen denken, der uns das Leben schwer gemacht hat. Vielleicht fällt es uns schwer, in den Tag zu gehen, weil wir uns von unseren dunklen Bildern nicht lösen können. Und damit komme ich wieder auf den Anfang zurück. Ja, das Buch „Gott ist anders“ ist wirklich ganz anders. Es schildert einen Gott, der anders handelt als wir. Ein Gott steht vor Augen, der liebt, obwohl wir ihn so bitter enttäuscht haben. Ein Gott, dessen Liebe unvergleichbar ist, vorurteilslos, umwerfend. Es schildert den Gott, der damals seinem verlorenen Sohn entgegen gerannt ist, obwohl der alles getan hat, um gerade das unmöglich zu machen. Es schildert einen Gott, von dem Paulus sagt, dass seine Liebe so groß ist, dass er für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Wir hatten nichts zu geben; wir waren noch mittendrin im Schlamassel der Sünde, der Gleichgültigkeit Gott gegenüber oder der Auflehnung gegen ihn, und doch hat Gott seinen Sohn ans Kreuz gehen lassen, damit uns vergeben wird.

Wenn die Leute heute fragen, was denn das Besondere am Christentum ist, dann ist es genau dies: Die Bitte des Beters im Wort für den Tag ist erhört worden. Gott hat vergeben und will denen Vergebung schenken, die ihn darum bitten. Das Kreuz ist das Besondere am Christentum, die Vergebung, die Lösung der Schuldfrage, der Sühnetod Jesu Christi am Kreuz. Ja, Gott ist ganz anders. Er handelt anders als wir das gewohnt sind. Er setzt Liebe ein, da wo wir Hass säen. Aber nun? Wenn das so ist, wenn das Gott ist, wenn er genau darin anders ist als wir, dann können wir uns eigentlich nur freuen. Ganz neu können wir zu Jesus kommen und bei ihm abladen, wer wir auch sind. Ganz neu können wir ihn bitten, Herr unseres Lebens zu werden. Und wir müssen es auch tun, denn sonst lastet unsere Schuld weiterhin schwer auf uns und trennt uns von Gott. Aber auch das ist möglich: Auch als Christen können wir jeden neuen Tag kommen und neu aus der Gnade Gottes leben. Es geht nicht nur um die Sünden unserer Jugend. Es geht auch um unser Verhalten heute. Und das braucht Vergebung, jeden Tag. Gott sei Dank, dass Jesus da ist, der uns reinigt und neu macht.
 

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