/ Wort zum Tag

Römer 5,3-4

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung.

Römer 5,3-4

„Hauptsache gesund!“, ist ja eines der modernen Schlagworte. Diese Sehnsucht, ja diese Hoffnung bestimmt die meisten der Wünsche, die zum Jahreswechsel, zum Geburtstag oder zu sonstigen Anlässen ausgesprochen werden. Ja, das hätten wir gern, ein gesundes Leben, möglichst auch ein konfliktfreies Leben, in dem gelingt, was wir uns vorgenommen haben, in dem wir verschont bleiben von großen Erschütterungen und Belastungen. Und wir tun viel dafür, dass es auch so kommt: Viele versuchen auf jede nur mögliche Weise, körperliche Schwächen zu verhindern und Konfliktherden mit den lieben Mitmenschen auszuweichen.

Aber leider gelingt das nur ganz selten, eigentlich gar nicht. Gesundheitliche Einbußen lassen sich eben doch nicht verhindern, das Altern gehört zum Menschen, ob er will oder nicht, und Konflikte sind unausweichlich, ob nun innerhalb der Familie, im Arbeitsprozess oder in der Gesellschaft. Wie Konflikt beladen es in der Welt zugeht, sehen wir jeden Tag z. B. in der Tagesschau.

Nun sagt aber der Apostel Paulus etwas ziemlich Erstaunliches. Er wünscht sich auch, dass das Leben gelingt, aber die Sache mit der Hoffnung kommt erst ganz am Schluss des Wortes für diesen Tag. Dazwischen bringt Paulus die ganze Wucht des Lebens zur Sprache. Von Bedrängnissen weiß er zu reden, und wer kann das besser als Paulus, der gesteinigt, geschlagen und misshandelt worden ist wie nur wenige andere. Er gewinnt den Belastungen etwas ab und tut damit etwas, was wir oft gar nicht für möglich halten: Er weiß sich ja in Gott geborgen und von Jesus getragen. Deshalb ist er davon überzeugt, dass ihn der Umgang mit Bedrängnissen reifer machen kann. Belastungen bringen ja immer Entschleunigungen mit sich. Ich muss Tempo rausnehmen; es geht nicht mehr alles wie von selbst weiter. Ich merke plötzlich, dass ich ein Wesen bin mit begrenzten Möglichkeiten, ja, überhaupt mit Grenzen. Ich merke, dass ich Geschöpf Gottes bin - und kein Grenzen überschreitender Halbgott. Den gibt es gar nicht. Und genau da, wo mir das bewusst wird, so Paulus, da lerne ich Geduld. Da lerne ich die Zeit neu begreifen. Da ist nicht mehr alles selbstverständlich. Da wächst sogar Dankbarkeit, mittendrin oder nach einer schweren Belastung.

Und noch etwas. Paulus will sagen, dass genau durch schwere Prozesse, durch Prüfungen im Leben Reife entsteht. Menschen, die etwas durchgemacht haben, sehen das Leben anders und werden für andere zu Vorbildern, - wenn sie sich an Jesus Christus festgemacht haben und nicht an den Untiefen des Lebens zerbrochen sind. Ja, sie werden sogar Hoffnungsträger, Menschen, die nicht einfach so von Hoffnung reden. Sie sind ja durch Tiefen gegangen und können dann viel überzeugender sagen, wie das ist, wenn am Ende des Tunnels plötzlich Licht aufbricht und Weite sich auftut. Und sie werden von ihrer Hoffnung auf  Gottes neuen Himmel und seine neue Erde erzählen und vom vollendeten Leben bei Jesus, in dem es keine Tränen und keinen Tod mehr geben wird.

Hauptsache gesund? Natürlich werde ich weiterhin gute Gesundheit wünschen und auch mir selbst diese Wünsche gern gefallen lassen. Aber wer das Leben kennt, weiß noch um etwas anderes. Er weiß, dass Gesundheit nicht alles ist. Er lebt im Vertrauen auf Jesus, der uns liebt. Er weiß, dass Jesus durch Belastungen durchträgt und uns zu reifen, bewährten Christen machen will. Er sehnt sich nach seiner Nähe, er hofft auf ihn und erbittet seinen Segen für gute und für schwere Zeiten.
 


Kommentare

Von Sonja Zwirner am .

Ja, Gott trägt durch Krankheit, Angst und Not hindurch! Im Sommer 2007 - konfrontiert mit der Diagnose Brustkrebs - war mein Gebet mit meiner Freundin, dass wir erleben wollen, das Gott durchträgt, das wir real erleben dürfen, was wir lange schon glaubten. Wir liebten beide den wohl bekannten Text "Spuren im Sand". In der langen Zeit der folgenden Therapie habe ich immer wieder das Vertrauen buchstabieren und viel Geduld lernen müssen/dürfen. Rückblickend darf ich heute bekennen: Ja, ich wurde mehr

Von Brigitte Schledermann am .

herzlichen dank für diesen "denkanstoß" - bin gerade in einem "tief" der Gesundheit, also Krankheit und darf wieder neu meine Hoffnung auf Gott setzen. Ihr Wort hat mich aufgerichtet -Jesus liebt mich und hilft mir durch. Danke.


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