/ Wort zum Tag

1. Mose 39,20.21

Kennen Sie das auch? Ohne eigene Schuld geraten Sie in eine ganz schwierige Lage. Die Zukunft scheint verbaut zu sein. Sie fragen sich und Sie fragen Gott: Warum? Sie kommen sich vor wie in einem ganz engen dunklen Loch. Die Angst kriecht in Ihnen hoch. Ist das jetzt das Ende? Gibt es aus dieser Finsternis je wieder einen Ausweg?

So ähnlich muss es doch auch Josef gegangen sein. Als Junge schon hatte er den Gott seines Vaters Jakob kennengelernt. Mit diesem Gott wollte auch er leben. Zunächst fühlte sich das für ihn auch ganz gut an. Der Vater mochte ihn besonders gerne. Gott sprach zu ihm durch ein paar Träume. Träume, die ihm eine großartige Zukunft versprachen. Aber dann kam alles ganz anders. Seinen Brüdern war das Lieblingssöhnchen des Vaters ein Dorn im Auge. Einige hassten ihn so sehr, dass sie ihn sogar töten wollten. Sie verkauften ihn als Sklaven. So kam er nach Ägypten. Dort kaufte ihn ein angesehener Hofbeamter des Pharao. Der junge Sklave gefiel der Frau des Hofbeamten gut. Sie versuchte, ihn zu verführen. Als ihr das nicht gelang, beschuldigte sie ihn und täuschte eine Vergewaltigung vor.

Nun lag Josef also unschuldig im Gefängnis. Was war denn mit seinen Träumen? Er war sich so sicher gewesen, dass Gott zu ihm gesprochen hatte. Aber wo war Gott jetzt? Konnte er auch in Ägypten bei ihm sein? War er hier überhaupt zuständig? Fragen über Fragen. Wir lesen: „Josef lag im Gefängnis, aber der HERR war mit ihm.“ Wie hat Josef das denn gemerkt, dass der Herr mit ihm war? Hat er das nur geglaubt? Oder woran wurde das deutlich? Auf jeden Fall hat er auch in Ägypten am Gott seines Vaters festgehalten. Dieser Gott war anders, das wusste er. Das war nicht nur so ein Wüstengott, der an Landesgrenzen gebunden ist. Es war ein lebendiger Gott. Ein Gott, der redete. So erlebte er es, dass Gott auch im Gefängnis bei ihm war.

Wie ist das mit den Gefängnissen in unserem Leben? Jeder kennt Situationen, in denen man sich eingesperrt fühlt. Man ist ohnmächtig. Zunächst vielleicht mit einer ohnmächtigen Wut auf Menschen und Gott. Dann folgt oft die Phase der Verzweiflung mit vielen Fragen. Gut wenn dann, wie ein heller Lichtstrahl, die Gewissheit  kommt: auch jetzt ist Gott bei mir. Auch in diesem Gefängnis bin ich nicht allein. Die Nähe Gottes erlebe ich dann als ein besonderes Geschenk. Aber auch wenn ich es nicht so erlebe, ist es dennoch wahr: Gott ist da. Der Gott, der bei Josef im Gefängnis war, ist ja der Vater von Jesus, und Jesus hat uns versprochen: „Siehe ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende der Welt“ (Matthäus 28,20). Er ist das helle Licht, dass in unsere dunkle Welt gekommen ist. Das Licht, das auch in die finstersten Winkel meines Lebens scheint. Selbst das dunkle Gefängnis des Todes kann daran nichts ändern.

Vielleicht stecken Sie gerade im Gefängnis der Angst. Scheinbar ist Jesus nicht dort. Sie haben ihn um Hilfe angerufen, aber die Angst ist nicht gewichen. Glauben Sie mir, ich kenne dieses Gefängnis sehr gut. Ich sage Ihnen, er ist doch da. Rufen Sie nach ihm, schreien Sie, klagen Sie. Er hört es. Er nimmt Sie ernst. Ganz egal wie die Gefängnisse unseres Lebens auch heißen mögen, Jesus ist da. Ich wünsche ihnen heute die Erfahrung seiner Nähe.
 

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