/ Wort zum Tag

Matthäus 14,31

Bibelvers

Jesus sprach zu Petrus: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?

Matthäus 14,31

„... und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir: „Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!“ Und ich lächelte und war froh. – Und: Es kam schlimmer!“ Diese Gedanken fand ich auf einer Grußkarte, die seit Jahren  an der Wand im Leiterinnenzimmer einer Kindertagesstätte hängt. Und die Erzieherin bestätigte mir, dass diese Gedanken ein Stück Realität widerspiegeln.

Ja, was ist also für Sie zu tun, wenn heute am 11. Februar  Ihr Tagesprogramm durcheinander gerät? Wenn das Chaos kommt. Notfalls könnten Sie allen Mut zusammen nehmen und versuchen, trotzdem noch gute Seiten zu entdecken. Aber mit „einfach nur lächeln“ kommen wir doch nicht weiter. Wie gut, dass Jesus Christus zugreift. So steht es jedenfalls in Matthäus 14, wo beschrieben wird, dass Petrus in einer schwierigen Situation war: „Jesus streckte sogleich seine Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Ungläubiger, warum hast du gezweifelt?“

Irgendwie erscheint mir Petrus wie eine Art „Prototyp“ eines Christenmenschen. Er verkörpert zwei verschiedene Seiten, die wir beim Lesen im Neuen Testament entdecken können. Petrus ließ sich auf den Weg mit Jesus ein und er wurde Zeuge der Auferstehung. Dann er erzählte gut 50 Tage nach Jesu Tod vor einer großen Menschenmenge mutig von Jesu Auferstehung. Petrus gehörte zu den führenden Köpfen der neuen Jesus-Bewegung im Mittelmeerraum und ist auch dadurch eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Bibel. Die andere Seite aber wird nicht verschwiegen: Petrus war manchmal unrealistisch im Blick auf mögliche Krisen, die er nicht bewältigen konnte: Petrus verleugnete Jesus vor den Soldaten, und wegen unklarer Haltung im Blick auf den Umgang mit Heiden hatte er Streit mit Paulus. Schließlich war er angewiesen darauf, dass Jesus für seinen Glauben betet.

Diese beiden Seiten an Petrus lassen sich sinngemäß anwenden auf Höhen und Tiefen eines Christenlebens. Diese beiden Seiten finden sich wieder in dem Satz für heute und der dazu gehörenden Geschichte in Matthäus 14. Die Jünger von Jesus sind nachts im Boot unterwegs, Jesus ist körperlich nicht anwesend. Die Lage ist geprägt von  Dunkelheit, Gegenwind und Durcheinander, also Chaos. Plötzlich taucht Jesus auf dem Wasser auf, die Kollegen von Petrus schreien vor Angst. Nur Petrus nicht. Er lässt es darauf ankommen. Denn immerhin, Jesus hatte gesagt: „Fürchtet euch nicht, ich bin es.“ Für Petrus galt dann dieses: Also gut, ich komme! Das war die erste Seite. Doch die zweite folgt sogleich: Der Blick auf die Realität verdeutlicht das Dunkel und dass Wasser keine Balken hat. Petrus ist hin und her gerissen zwischen der sichtbaren sowie fühlbaren Realität und dem Versprechen von Jesus. Das ist Zweifel. Jesus hinterfragt den Zweifel: „Warum hast du?“ Da würde ich erst mal zurückfragen: Ja, wundert dich das? Und was ist mit den anderen im Boot, die da rumgebrüllt hatten und  sich am Bootsrand festklammerten? Petrus hat es immerhin versucht, auch wenn ihn dann der Zweifel nach unten gezogen hat. Die Schlussfolgerung ist für mich dann diese: Krisen und schwierige Situationen gehören zum Leben einfach dazu. In der Bibel findet sich nirgendwo ein Rezept, wie wir Krisen vermeiden können. Manchmal bin ich mutig und bekomme eine gute Idee für eine Lösung. Aber ich leiste mir auch Zweifel, weil ich mir den schlechten Verlauf einer Sache gut vorstellen kann. Und zu leicht vergesse ich, dass auf Jesus Christus Verlass ist. Aber im Zweifelsfall zieht er mich da heraus. Darum kann ich sagen: „An jedem neuen Tag, was auch kommen mag, Herr, ich bin bei dir geborgen.“
 

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