/ Wort zum Tag

Römer 12,2

Bibelvers

Paulus schreibt: Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Römer 12,2

„So bin ich halt, da kann man nichts machen.“  - „Der Vater war schon stur!“  „Der Junge ist genau wie der Alte!“ Solche Sätze wollen uns weismachen, dass wir ein für alle Mal eben so sind, wie wir sind. „Da kann man nichts machen. Ihr müsst mich halt nehmen wie ich bin.“
 
Wenn das stimmt, dass man da „nichts machen kann“, dann wäre es allerdings schlecht um mich bestellt. Dann müsste ich für den Rest meines Lebens so bleiben wie ich bin. Und die anderen müssten mit meiner Art und Unart auskommen. Das wäre für meine Umgebung sicher nicht leicht.

Zum Glück gibt es immer wieder Menschen, die sich nicht damit abfinden wollen, dass man „da nichts machen könne“. Sie sind manchmal aufmüpfig und unbequem. Oft genug, in gefährlichen Zeiten, haben sie mit ihrem Leben für ihre Überzeugung bezahlt. Viele Entdeckungen in der Forschung wurden nur deshalb gemacht, weil Wissenschaftler den Mut hatten, nachzufragen und sich nicht zufrieden zu geben mit dem, dass man halt nichts machen könne. Viele Fortschritte im sozialen Miteinander wurden von Menschen angestoßen, die sich nicht zufrieden gaben mit dem, wie es ist.

Was ist die Voraussetzung für solch eine Haltung? In der Bibel wird von einer „Erneuerung unseres Sinnes“ gesprochen. Ein Umdenken muss stattfinden. Unser Denken muss  eine neue Ausrichtung bekommen. Aber in welche Richtung? Paulus nennt den „Willen Gottes“ als den neuen, gültigen Maßstab. Wenn wir anfangen zu fragen: „Herr, was willst du, das wir tun sollen?“ Dann werden wir merken, dass manches, was wir im Alltag tun, nach dem Willen Gottes nicht recht ist. Dann werden wir merken, dass es nicht „gut“ ist, wenn wir auf Kosten anderer leben. Dass es Gott nicht wohl gefällt, wenn wir gierig nach immer mehr streben. 

Sie meinen, das funktioniert heute nicht mehr? Paulus geht ganz selbstverständlich davon aus, dass „Erneuerung des Sinnes“ möglich ist. Er gibt zwei Hinweise, wie das aussehen könnte: „Stellt euch nicht dieser Welt gleich“ ist der erste Hinweis. Muss ich wirklich etwas machen, nur weil „alle Welt“ es auch macht? – Habe ich den Mut, anders zu leben? Anders zu entscheiden, mein Geld anders auszugeben? Ehrlich zu sein, wenn alle um mich her unehrlich sind? Gestern sagte ein Handwerker zu mir: „Wissen Sie, den Antrag auf Zuschüsse vom Staat können wir stellen, aber nur, wenn wir bescheißen. Und da mache ich nicht mit. Da bin ich nicht dabei. Dann könnte ich mir im Spiegel nicht mehr ins Gesicht schauen!“ – Alle Achtung, dachte ich. Da ist einer, der es wagt, anders zu sein.

Der zweite Hinweis lautet: „Prüft, was Gottes Wille ist.“ Er gibt manchmal überraschende Hinweise. In seinem Wort, der Bibel,  sind sie aufgeschrieben. Umsetzen müssen wir sie dann immer noch selber. Und spätestens dann merken wir, dass Erneuerung manchmal ganz schön schwer ist. Eben weil wir halt so sind, wie wir sind.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren