/ Wort zum Tag

Matthäus 20,28

Bibelvers

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.

Matthäus 20,28

Erinnern Sie sich noch? Vor sechs Wochen haben wir Weihnachten gefeiert. Gott ist Mensch geworden. Das heutige Wort zum Tag aus dem 20. Kapitel des Matthäus-Evangeliums könnte als Kommentar, als Erläuterung seines Kommens stehen. Ich komme gleich darauf. Zunächst eine Vorbemerkung:

Gott verändert in Jesus Dinge, die wir herkömmlich wirklich anders sehen, auch in Bezug auf Religion und den Glauben. Normal wäre doch, Gott ist der Herr, der Herr hat das Sagen, wir haben zu folgen, zu dienen. Oben wird regiert und unten wird reagiert oder, wie manche vielleicht bitter sagen, die Drecksarbeit gemacht.

So war das, so ist es und so wird es bleiben, denken viele. Und Gott hat das Recht, dass wir ihm dienen, das ist auch sinnvoll, dem Herrn und dem Schöpfer des Himmels und der Erde zu entsprechen. So läuft das halt. Privat und öffentlich, im Beruf, im Leben.
Und so stellen sich Menschen auch den Glauben der Christen vor und rebellieren manchmal dagegen, mit Recht. Deswegen sagt Jesus: „Moment mal! Ich, der Menschensohn, der Weltenrichter“, und damit bezieht er sich auf ein biblisches Wort aus dem Propheten Daniel: „Ich, der Menschensohn, bin nicht gekommen, um mir dienen zu lassen, sondern zu dienen und mein Leben zu einer Erlösung für viele zu geben.“

Da muss man einen Moment innehalten, denn das ist eigentlich eine Revolution im Gebäude der Religion. Das ist eine Revolution der Gottesvorstellung. Gott fordert nicht, auch wenn das normalerweise sinnvoll ist, und wir haben zu gehorchen, sondern er dreht alles um. Er sieht uns, er liebt uns, er kommt und verändert das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen, indem er Mensch wird und für die angeschlagenen Menschen lebt, leidet, getötet wird und aufersteht. Diese Art von Erlösung heilt die tiefsten Wunden. Auch die Wunde des Todes. Hier geht es nicht um ein paar Pflaster, die manchmal auch notwendig sind, um Gutes zu tun, das Leben ein Stück weit zu verbessern, sondern hier geht es um eine grundlegende Erneuerung. Deswegen spricht die Bibel so drastisch vom Sterben, von der Taufe und vom Auferwecken im Glauben. Um weniger geht es nicht. Es geht um die Nachfolge Jesu, die ganz im Gegensatz zu unserem Denken kein Leistungssport ist, sondern eine Bitte an jeden von uns, sich darauf einzulassen.

Jochen Klepper hat diese Revolution in einem Liedvers einmal so ausgedrückt: „Er ist mir täglich nahe und spricht mich selbst gerecht, was ich von ihm empfange, gibt sonst kein Herr dem Knecht. Wie wohl hat’s hier der Sklave, der Herr hält sich bereit, dass er ihn aus dem Schlafe, zu seinem Dienst geleit.“

Sie merken, jetzt wird es eher peinlich, wenn wir auf unsere Verdienste im Guten, im Sozialen, im Leben hinweisen. Vielleicht verändern wir uns mehr, wenn wir statt guter Vorsätze uns wirklich von Jesus dienen lassen. Dazu muss man allerdings die Tür seines Lebens aufschließen und ihn einlassen. Das wünsche ich uns an diesem Tag.

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