/ Wort zum Tag

Psalm 65,8

Bibelvers

Du stillst das Brausen des Meeres und das Toben der Völker.

Psalm 65,8

„Du stillst das Brausen des Meeres und das Toben der Völker“, betet jemand in Israel. Worte aus Psalm 65.

Wenn ich an einem Kai an der Nordsee stehe und der Sturm braust und die Wellen ans Ufer klatschen, dann empfinde ich das als schön. Es fasziniert mich, und ich könnte lange zuschauen: Dieser Gischt, diese Wogen, eine Welle höher als die andere. Als ich freilich einmal im Meer in der Türkei in einem ziemlich kleinen Motorboot in einen Sturm kam, da war das alles ganz anders.

Selbst dem Kapitän des Schiffes sah ich es an, dass er mit der Angst kämpfte. Das kleine Schiff schaukelte hin und her, gewaltig. Ein paar Meter zu gehen auf dem Schiff war unmöglich. Wir mussten uns auf allen Vieren, und auf dem Hosenboden, fortbewegen, um zu unserem Rucksack zu gelangen, wir waren heilfroh, als wir wieder am Ufer waren. Und dabei war es wohl nur ein leichter Sturm.

Trotzdem: Das Brausen des Meeres empfinde ich als spannend, und oft als schön. Das Toben der Völker dagegen macht mir mehr Angst. Wenn ich die Hassreden von Ahmadinedschad auf der Vollversammlung der UNO höre, frage ich mich, wohin das alles führen wird. Und wenn ich manche Reden jetzt bei den Demonstrationen zu Stuttgart 21 höre, so ist auch die eine oder andere hasserfüllt, oder von Wut geprägt, oder auch von Enttäuschung geleitet, oder von Fanatismus, und auch da weiß ich nicht, wohin das führen wird. Wird es da ein gutes Ende geben?

Kann ich glauben, dass unser Gott das Toben der Völker, das Toben der Menschen stillt? Kann ich dafür beten, soll ich dafür beten, bei so viel Unvernunft, bei so viel Mangel an gutem Willen, bei so viel Fanatismus? Und wenn die Leute über mich herfallen mit ihren Worten, mir den guten Willen absprechen, mich vielleicht sogar beleidigen, kann ich mich da bei Gott geborgen fühlen, kann ich da ganz ruhig werden und still, weil er ja da ist, weil er mich hält.

Sehr eindrucksvoll steht es in Psalm 73:
Du hältst mich bei meiner rechten Hand.
Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet,
vielleicht weil alle gegen mich sind,
so hält er, mein Gott, mich trotzdem fest.

Deine Worte kenne ich wohl,
aber nicht immer ist es mir gegenwärtig.
Nicht immer prägt es mein Leben.

Ich möchte mich heute einladen lassen, zu glauben,
an diesen Gott, der das Toben der Menschen stillt,
der den Hass der Feinde stillt,
der aus Feinden Freunde machen kann.

Dann stehe ich auch am Ufer, und sehe auf des brausende Meer,
und sehe, wie die Wellen kleiner werden,
und langsam Friede einkehrt.

Und ich komme selber zur Ruhe,
und merke, dass auch ich voll schwieriger Gedanken war,
und vielleicht voll Angst,
und dass das Meer in meiner Seele ein einziges Brausen war,
und dann kann ich mich freuen,
dass unser Gott, wieder einmal wahr gemacht hat,
was er täglich verspricht:
er stillt das Brausen des Meeres und das Toben der Völker,
und ich kann ruhig werden an der Hand meines guten Gottes.

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