/ Wort zum Tag

Matthäus 6,12

„Wo ist ein Gott wie Du, der die Sünde vergibt und die Schuld erlässt?!“ jubelt der Prophet Micha. Wir jubeln mit ihm über Gottes Gnade und die Gewissheit, die Jesus uns gibt, dass wir uns jederzeit mit dieser Bitte an unseren himmlischen Vater wenden dürfen: „Vergib uns unsere Schuld!“ Gut, dass es keine Schuld vor Gott gibt, die so groß wäre, dass Er sie nicht vergeben könnte.

Das Wort, das der Prophet für „vergeben“ benutzt, heißt ursprünglich „etwas wegnehmen“. Gott nimmt unsere Schuld weg. Wenn er etwas wegnimmt, dann muss vorher etwas da gewesen sein. Etwas, auf das ich mit dem Finger zeigen kann. Etwas, auf das Gott und ich gemeinsam schauen können. So weist uns das biblische Wort ganz deutlich darauf hin, dass die Schuld, die Gott vergibt, konkret sein muss: Ein bestimmter Gedanke in meinem Denken, eine konkrete Angewohnheit in meinem Alltag, eine einzelne Tat, die ich begangen habe. Die Schuld, die Gott wegnimmt, ist nicht ein abstraktes Konzept, sondern etwas ganz Konkretes in meinem Leben, das meine Beziehung zu Gott vergiftet und zerstört.

Vergebung von Schuld ist darum eng verbunden mit Erkennen und Bekennen von Sünde in meinem Leben. „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist Gott treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ schreibt der Apostel Johannes in seinem 1. Brief. Vergebung setzt also voraus, dass ich vor Gott bekenne, was nicht in Ordnung ist. Das ist unangenehm. Viel lieber würde ich einfach zu Gott beten „Herr, es tut mir leid, dass ich ein Sünder bin. Vergib mir meine Schuld!“ So ein allgemeines Bekenntnis fällt mir nicht schwer. Es greift aber viel zu kurz. Zum einen, weil ich damit vor Gott keine Verantwortung für mein konkretes Handeln übernehme. Wenn ich es dabei belasse, dass ich ganz allgemein ein Sünder bin, dann schiebe ich ja schon fast die Verantwortung auf Gott selbst. Hat er mich nicht so geschaffen, wie ich bin?

Zum anderen, weil ein so allgemeines Bekenntnis wenig Grund zur Veränderung bietet. Wenn ich es dabei belasse, dass ich ganz allgemein ein Sünder bin, sehe ich kaum Anlass und Ansatzpunkte, mein Leben und Verhalten zu verändern. Dann mache ich einfach weiter wie zuvor und bitte Gott regelmäßig: „vergib mir meine Schuld!“ Das würde vielleicht mein Gewissen beruhigen, aber würde es meine Beziehung zu Gott verbessern? Sie bliebe vergiftet und zerstört.

Es kommt also darauf an, konkrete Sünde zu bekennen. Das fällt schwer, weil ich in dem Moment, in dem ich Gott bekenne, was genau in meinem Leben nicht in Ordnung ist, ihm schon sage, was genau ich verändern muss: Welche Gedanken ich aus meinem Denken verbannen sollte, welche Angewohnheiten ich ablegen sollte, welches Verhalten nicht zu einem Kind Gottes passt. Solche Veränderung ist schmerzlich, oft sehr schmerzhaft, vor allem dann, wenn sie für andere Menschen sichtbar wird und sie womöglich Fragen stellen. Aber Veränderung ist nötig, damit meine Beziehung zu Gott wieder heil wird. Gott will, dass wir uns von allem abwenden, losreißen, was unsere Beziehung zu ihm vergiftet und zerstört, damit wir in liebevoller Gemeinschaft mit ihm leben können. Er vergibt uns unsere Schuld, damit wir uns vertrauensvoll ihm wieder zuwenden.

Jesus lehrt uns beten: „Vergib uns unsere Schuld!“ Er ermutigt Sie und mich dazu, konkrete Schuld vor Gott zu bekennen, damit Er konkrete Schuld vergibt. Je mehr sie das lernen, desto mehr werden Sie erleben, wie Gottes Vergebung Sie dazu befreit, Ihr Leben konkret zu ändern. Desto mehr werden Sie mit Micha jubeln können „Wo ist ein Gott wie Du, der die Sünden vergibt und die Schuld erlässt!“ Am besten, Sie fangen gleich heute damit an.       

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