/ Wort zum Tag

Psalm 37,28

Wetzlar, die Heimatstadt von ERF Medien ist auch die Heimatstadt des Reichskammergerichts.  Auch Goethe war hier ein paar Monate tätig. Von 1689 bis 1806 war dieses höchste deutsche Gericht hier an der Lahn zu Hause. Es sollte vor allem dafür sorgen, an die Stelle von Fehden, von Gewalt und Krieg, ein geregeltes Streitverfahren zu setzen. 1495 schon war dieses Gericht gegründet worden und zwar auf dem berühmten Reichstag zu Worms. Es war quasi der Vorläufer des Bundesgerichtshofs. Hier wurde verbindlich Recht gesprochen. Menschen waren nicht mehr abhängig von der Willkür der Landesherren des Königs oder des Kaisers. Die Justiz hatte zum ersten Mal eine gewisse Unabhängigkeit. Bis heute ist das ein wesentliches Kennzeichen eines funktionierenden demokratischen Staates: „Die Unabhängigkeit der Rechtsprechung.“ Eine solche Unabhängigkeit gibt es bis heute in vielen Staaten der Erde nicht. In jeder Diktatur, in jedem totalitären Staat sind Menschen der Willkür, der jeweiligen Machthaber ausgeliefert. Das Recht wird systematisch gebeugt. Und es gibt keine Möglichkeit, dagegen vorzugehen.

Recht – das ist ein hohes Gut, für das es sich zu kämpfen lohnt. Ein Gut, das himmlisch legitimiert ist. Die Losung für heute bringt es so auf den Punkt: „Der Herr hat das Recht lieb.“ Im Psalm 37 steht dieser Satz: „Der Herr hat das Recht lieb.“ Das hebräische Wort, das hier steht, bezeichnet auch die Liebe zwischen Mann und Frau. Die Liebe der Eltern zu ihren Kindern. Die Liebe in einer Freundschaft. Es beschreibt aber auch eine verlässliche Partnerschaft. Ahava – eine hoch emotionale Angelegenheit mit sehr nüchternen Folgen. Gott liebt das Recht. Er hat es lieb. Gott will, dass Menschen Gerechtigkeit wiederfährt, dass sie gerecht beurteilt und behandelt werden. Wer immer auf dieser Welt für Gerechtigkeit eintritt, wer immer für das Recht von Menschen eintritt, ja für das Recht der gesamten Schöpfung, hat Gott auf seiner Seite.

Wobei er der Maßstab ist, die Mitte. Er, der Schöpfer und Erhalter der Welt. Er, der den Menschen das Grundgesetz gegeben hat, die Zehn Gebote. Sie sind, so hat es Martin Luther im kleinen Katechismus geschrieben „zur Regel- und Richtschnur des ganzen Lebens“ gegeben, um „Gott damit zu ehren, seinem Nächsten zu dienen und seinen eigenen Glauben dadurch zu zeigen“. Allerdings sagt Luther auf die Frage „Kannst du das tun, was das Gesetz von dir fordert?“ „Ach, nein! Vollkommen kann ich es in diesem Leben nicht tun wegen der anklebenden Sünde. Und auf die Frage „So muss dich also der Fluch des Gesetzes treffen?“ antwortet Luther: „Von Rechts wegen sollte und müsste er mich freilich treffen; es ist mir aber mein Herr Jesus gut dafür; denn er hat das Gesetz erfüllt. Seine Erfüllung ist meine Erfüllung; denn er hat das Gesetz an meiner statt erfüllt und mich von dem Fluch des Gesetzes erlöst.“

„Der Herr hat das Recht lieb.“ Der Herr hat vor allem aber auch seine Menschen lieb. Deswegen hat er Jesus geschickt. Er ist Gottes Recht in Person, Gottes Gerechtigkeit. Und in ihm steckt die ganze Liebe Gottes.

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