/ Wort zum Tag

Haggai 2,4

Bibelvers

Sei getrost, alles Volk im Lande, spricht der Herr, und arbeitet! Denn ich bin mit euch.

Haggai 2,4

Es wird erzählt, dass einmal vor ca. 200 Jahren über der amerikanischen Hauptstadt Washington ein gigantisches Unwetter tobte. Es blitzte. Es donnerte. Es hagelte. Mitten am Tag war es beinahe so dunkel wie um Mitternacht. Das Parlament geriet in helle Aufregung. Einige fromme Abgeordnete beantragten, die Sitzung zu unterbrechen, denn möglicherweise komme der Herr wieder. Der Präsident des Parlaments allerdings ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. „Wir tagen weiter,“ entschied er „denn sollte der Herr nicht wiederkommen, würden wir die Sitzung ganz und gar grundlos unterbrechen. Wenn er aber tatsächlich wiederkommt – dann soll er uns bei der Arbeit finden.“

Was ja irgendwie an den Satz erinnert, der Martin Luther zugeschrieben wird: „Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, so würde ich doch heute ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Tatsächlich ist es ja in der Geschichte der Menschheit immer wieder vorge¬kommen, dass der Weltuntergang anscheinend unmittelbar bevorstand. Zum letzten Mal beim Jahrtausendwechsel vom Jahr 1999 auf das Jahr 2000. Tatsächlich haben Menschen in solchen Situationen immer wieder alles stehen- und liegengelassen, um sich auf das vermeintliche Ende einzustellen und vorzubereiten. Aber immer noch dreht sich die Erde. Aber immer noch wird es Morgen und Abend. Aber immer noch wechseln sich Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter ab. Aber immer noch blinzeln wir jeden Morgen einem neuen Tag entgegen. Heiden und Christen. Christen warten nicht einfach nur auf den Untergang der Welt. Sie warten auf die Wiederkunft ihres Herrn Jesus Christus, so wie er es selbst angekündigt hat vor beinahe 2000 Jahren. Und auch sie haben im Laufe der vergangenen Jahrhunderte immer wieder von einigen selbsternannten Propheten mitgeteilt bekommen, dass die Wiederkunft ihres Herrn nun unmittelbar bevorstehe.

Aber wir warten bis heute.

Warten – warten die Christen wirklich? Und wenn ja – wie warten sie denn? Wie sieht das Warten auf die Wiederkunft Christi aus? Wie schlägt es sich in der Gestaltung des Alltags nieder?

Zum einen ist es von Gelassenheit geprägt. Wer weiß, dass diese Welt nicht das Letzte ist, wer weiß, dass die Herren dieser Welt gehen, aber unser Herr kommt, der lässt sich nicht von jedem Wind der Zeit so einfach um pusten. Er ist gelassen und er ist getröstet, auch wenn scheinbar alles drunter und drüber geht, auch wenn zuweilen die Erde unter seinen Füßen zu beben scheint. Es gibt ja Hoffnung. Christen wissen, dass sie nicht einfach dem Untergang der Welt entgegengehen, sondern dass ihnen ihr gekreuzigter und auferstandener Herr entgegenkommt. Am Ende steht nicht die Katastrophe, steht nicht die Nacht. Am Ende steht ein heller, ein ewiger Tag. Am Ende wartet Gottes Herrlichkeit.

Das wiederum macht Christen zu Menschen, die fröhlich und gelassen anpacken, die Hand anlegen, wo Not am Mann, Not an der Frau ist. Christen sind Salz der Erde, Licht der Welt. Christen sind Gesandte des Himmels mitten auf der Erde. Ihr Herr soll sie bei der Arbeit finden, wenn er wiederkommt. Ihr Herr soll sie dabei finden, wie sie Hoffnung und Liebe in diese Welt säen. Wie sie Gottes Gnade und Barmherzigkeit in dieser Welt leben.

Ein Wort aus dem alttestamentlichen Prophetenbuch Haggai kann dabei als Motto gelten für diesen Tag und für das Leben überhaupt: „Sei getrost, alles Volk im Lande, spricht der Herr, und arbeitet! Denn ich bin mit euch.“

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