/ Wort zum Tag

Amos 7, 2-3

Bibelvers

Amos sprach: Ach HERR, sei gnädig! Wer soll Jakob wieder aufhelfen? Er ist ja so schwach. Da reute es den HERRN und er sprach: Wohlan, es soll nicht geschehen.

Amos 7, 2-3

In den Religionen der Menschheit gibt es zwei verbreitete Vorstellungen von Gott. Die eine lautet: Gott ist absolut unbeweglich und unveränderlich. Der Mensch kann ihn nicht beeinflussen. Er kann sich nur seinem vorherbestimmten Schicksal ergeben. Die andere Vorstellung sieht so aus: Man muss Gott die entsprechenden Opfer bringen, dann kann man ihn vielleicht gnädig stimmen und so Einfluss nehmen im Blick auf das eigene Wohlergehen.

Das Wort für den heutigen Tag beim Propheten Amos, Kapitel 7, die Verse 2 und 3, zeigt uns, dass der lebendige Gott der Bibel ganz anders ist. Da heißt es:
„Amos sprach: Ach HERR, sei gnädig! Wer soll Jakob wieder aufhelfen? Er ist ja so schwach. Da reute es den HERRN und er sprach: Wohlan, es soll nicht geschehen.“

Das Volk Israel ist seinem Gott ungehorsam gewesen. Es hat sich von ihm und von seinen Geboten abgewandt und ist seine eigenen Wege gegangen. Eigentlich gibt es nur eine Konsequenz für diese Wege der Menschen ohne Gott: das Gericht! In Visionen, in Bildern bekommt der Prophet Amos den Gerichtswillen Gottes gezeigt. Amos sieht einen Heuschreckenschwarm, der die Ernte und damit die Lebensgrundlage des Volkes vernichtet. Er sieht ein Feuer, das alles zerstört. Die Botschaft lautet: Israel hat die Konsequenzen zu tragen für seine Schuld.

Aber Amos vertraut darauf, dass der Gott Israels kein unbeweglicher Gott ist. Er hat ein Herz, das sich bewegen lässt. Der Weg zum Herzen Gottes ist das Gebet. Nicht irgendwelche menschlichen Opfer, sondern die Fürbitte hat Einfluss auf Gottes Plan. Deshalb handelt Amos so, wie es zu seinem Amt als Prophet gehört. Er tritt in der Fürbitte ein vor Gott für sein Volk:
„Denke doch daran, lebendiger Gott, dein Volk trägt doch den Namen Jakobs.
Hast du es nicht unserem Vater Jakob zugesagt, dass du ihm beistehen willst, wohin auch immer er geht? Hast du es ihm nicht versprochen, dass du deine Verheißungen erfüllst auch an seinen Kindern und Kindeskindern?
Denke doch daran, wie schwach und klein und hilflos dieses Volk jetzt ist. Es kann nicht leben ohne die Hilfe und die Fürsorge seines Gottes. Gott, erbarme dich!“

So ist es: Unsere Hilfsbedürftigkeit schreit nach Gottes Erbarmen. Und dann heißt es von Gott: Es reute ihn! Eigentlich unvorstellbar: Gott ist ein Gott, der Reue zeigen kann. Es ist wie ein Aufseufzen im Herzen Gottes, ein Durchbruch seines Erbarmens: „Wohlan, es soll nicht geschehen!“ Keine Zerstörung der Lebensgrundlagen für sein Volk. Gottes barmherzige Liebe bekommt die Oberhand über das Gericht, das sein Volk durch sein Verhalten sehr wohl verdient hätte. Gottes Herz lässt sich bewegen.

So ist Gott! Er will den Tod des Sünders nicht. Deshalb hat er seinen Sohn in diese Welt gesandt. Er hat sein Liebstes drangegeben am Kreuz auf Golgatha, damit seine Geschöpfe, damit Menschen gerettet werden vor dem wohlverdienten Gericht.
Martin Luther hat einmal gesagt: „Wenn du Gott erkennen willst, dann musst du auf Christus schauen, da siehst du Gott mitten ins Herz und erkennst, dass es ein glühender Backofen der Liebe ist“. Darum lässt sich sein Herz bewegen vom Gebet seiner Kinder, deshalb ist er zur Vergebung bereit.

Nein, wir haben keinen unbeweglichen Gott, und auch nicht einen Gott, der erst durch Opfer und Taten der Menschen gnädig gestimmt werden müsste. Er hat uns in Jesus sein Herz voller Liebe gezeigt. Wer an Jesus glaubt, der wird bewahrt im Gericht.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren