/ Wort zum Tag

Römer 5,1

Bibelvers

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.

Römer 5,1

„Mach deinen Frieden mit der Welt. Pass dich an! Dann geht es dir gut.“ So wird Christen oft geraten, gerade auch im Blick auf ein neues Jahr. Dem gegenüber klingt das zweite Losungswort (der Lehrtext) für heute wie aus einer anderen Welt: „Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.“

Braucht man das überhaupt, Frieden mit Gott? Hätte man das Johann Caspar Lavater gefragt, der heute vor 210 Jahren starb, er hätte das zutiefst bejaht. Mehr als ein Jahr vorher hatte ihn ein betrunkener Soldat, dem er geholfen hatte, mit einem Schuss durch die Brust verletzt. Das brachte ihm schweres Leiden und schließlich den Tod. Aber er hatte in allem Frieden mit Gott durch den Glauben an Jesus Christus gefunden. So konnte er einem Freund im Blick auf diesen Soldaten wirklich sagen: „Ich mag den, der die tödliche Kugel auf mich abschoss, nicht kennen, aber wohl wünschte ich, dass ich ihn könnte wissen lassen, wie von Herzen ich ihm verzeihe, wie ich ihm danke: denn glauben Sie mir, ich verdanke diesen Wunden und meinem jetzigen schweren Leiden sehr viel!“

Sicher ist dieser Einstellung ein Kampf vorausgegangen. Und ohne Jesus Christus hätte Lavater nicht zu dieser Einsicht gefunden. Dennoch ist diese Haltung erstaunlich, nur zu erklären durch den Frieden mit Gott, den ihm Jesus Christus im Glauben geschenkt hatte.
Uns bringen schon viel kleinere Ungerechtigkeiten um den Frieden: der Abteilungsleiter, der einen bei der Beförderung übergeht, der Lehrer, der seine Lieblinge hat, zu denen ich nicht gehöre; der Nachbar, der stets etwas findet, womit er mich provozieren kann.

Anpassung an die Welt bringt da gar nichts. Aber wenn ich weiß, ich bin geliebt von Gott, er schenkt mir Geborgenheit, er schenkt mir Frieden durch den, der mich geliebt und errettet hat, Jesus Christus, kann mich die Anfeindung nicht mehr aus der Bahn werfen.

Wichtig ist allerdings, dass ich mich nicht durch eigenes Unrecht um den Frieden mit Gott gebracht habe. Oft kommt die Unruhe ja nicht von außen, sondern aus meinem eigenen Herzen. Hier habe ich es nicht so genau genommen mit der Wahrheit. Dort habe ich über andere kräftig hergezogen. Mit der Steuererklärung hat auch nicht alles so richtig gestimmt.
Da helfen nicht gute Vorsätze am Jahresanfang. Aber das Bekennen dessen, was Unrecht war, vor einem Seelsorger oder auch allein, das hilft. Warum? Weil Jesus Christus für unsere Schuld gestorben ist und auferweckt wurde, damit wir gerecht werden, Gott recht werden,. In ihm bietet uns Gott Frieden an, gerade auch dem, der sagt: Ich bin nichts wert; ich kann ihm nichts bieten.

Was haben Völker alles bezahlt, um nach einem verlorenen Krieg Frieden zu bekommen. Ganze Landkarten wurden deswegen verändert. Bei Gott ist es genau umgekehrt. Er legt die Strafe auf seinen Sohn, damit wir Frieden haben und durch seine Wunden werden wir geheilt, ja gerecht. Darum lasst uns aller Anpassung an die Welt absagen und im neuen Jahr dieser Wegweisung folgen:
„Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.“

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