/ Wort zum Tag

Psalm 119,94

Als unsere Kinder sehr klein waren, waren sie viel krank. Mal war es eine Erkältung, dann wuchsen die Zähnchen, zwischendurch eine Impfung. Ich empfand diese Zeit als sehr anstrengend.

An eine Nacht kann ich mich noch besonders erinnern. Ich hielt unseren kleinen Sohn im Arm und er weinte. Um ihn zu beruhigen, trug ich ihn hin und her, redete mit ihm und betete. Nach einer Weile schloss er die Augen und ich dachte: „Jetzt kann ich ihn in sein Bettchen legen!“ Aber das war natürlich falsch gedacht. Sofort fing er wieder an zu schreien. Das wiederholte sich viele Male. Zwischendurch schaute er mich mit seinen großen Augen an, als wollte er sagen: „Ich bin doch dein Kind. Hilf mir!“

Für meinen Sohn war klar: „Mama und ich, wir gehören zusammen. Sie lässt mich nicht allein.“  Dieses Vertrauen rührte mich an und machte mir gleichzeitig meine Verantwortung deutlich. Auf dieses kindliche Vertrauen stoße ich auch in Psalm 119, Vers 94. Da betet jemand: „Ich bin dein, hilf mir!“ Wer das sagen kann, weiß, wo er hingehört. Der weiß: Da kümmert sich jemand um mich. Nicht nur in Notzeiten!

Wissen Sie, zu wem Sie gehören? Ich persönlich bin schon lange mit Gott und auch mit diesem Gebet unterwegs. Ich brauche es, um mich immer wieder neu bei Gott einzuhaken. Denn es kommt schon vor, dass ich Gott zeitweise aus den Augen verliere. Und weil das so ist, haben der Gottesdienst und die Stille Zeit einen festen Platz in meinem Leben. Da richte ich mich wieder neu auf Gott aus. Da sage ich bewusst: „Ich bin dein!“

Und ich habe erfahren: Diese drei Wörter haben es in sich! Es ist, als wenn sich Gott jedes Mal tiefer in mein Herz gräbt. Und je mehr ER durchdringt, umso fester werde ich in meinem Glauben, umso mehr vertraue ich IHM!

Natürlich bin ich da noch unterwegs. Das wurde mir neulich wieder im Hauskreis deutlich. Wir sammelten Gebetsanliegen. „Wenn er doch nur helfen würde“, sagte eine ältere Frau. „Aber das das tut er doch“, meinte eine andere, „Du musst nur vertrauen wie ein Kind! Der Papa im Himmel weiß doch, was du brauchst.“

Da hatte sie Recht. Eigentlich ganz einfach. Nur nicht für diese Frau und auch nicht immer für mich. Ich dachte bei mir:  „Ja, genau das will ich. Bitte, lieber Herr, hilf mir dabei.“

Der Psalmbeter fasziniert mich. Er betet so selbstverständlich: „Ich bin dein, hilf mir!“ So wie mein Sohn ganz selbstverständlich in dieser schlimmen Nacht erwartet hatte, dass ich ihm helfen würde.

Babys und kleine Kinder sehen sich mit ihrer Mama als eine Person. Ganzheitlich. Menschen, die sagen „Ich bin dein“, erleben Gott als eine Person. Weil ER in ihr Herz kommt. Und es ausfüllt. Ganzheitlich.

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