/ Wort zum Tag

Jesaja 8,19

Bibelvers

Wenn sie aber zu euch sagen: Ihr müsst die Totengeister und Beschwörer befragen, so sprecht: Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen?

Jesaja 8,19

Ich vermute fast, nur wenige von Ihnen tun das: die Totengeister und Beschwörer befragen… Aber von meinen Schülern höre ich schon manchmal, dass sie Gläserrücken gemacht haben und die Geister befragten. Das ist für Jugendliche ungeheuer interessant: Ob man wirklich Antwort bekommt? Ob das echt funktioniert? Manche kriegen – wenn andere davon berichten - Lust, das auch mal zu machen! Aber die daran teilgenommen haben, berichten manchmal auch, dass sie große Angst gekriegt haben.

So ein bisschen kann ich die Jugendlichen schon verstehen: erfahren, ob es Gott oder Teufel wirklich gibt – das reizt. 
Und das Gute dabei ist: ich bin da angeblich nur Zuschauer; wie bei einem physikalischen Experiment.  Da ist es egal, wie ich lebe: anständig oder unanständig; das interessiert die Geister nicht - meinen viele zumindest! Aber die Erfahrung zeigt, sie kommen danach oft in ungute Bindungen – denn die Geister wollen schon die Seele, sie zeigen es nur nicht gleich!
Wenn ein Tisch sich hebt oder ein Glas auf dem Tisch hin und herrutscht – spannend! Ich könnte erfahren, wie viel Kinder ich einmal haben werde, ob ich heiraten werde, und so weiter. Ach, den Vorhang vor der Zukunft ein bisschen lüften – so schlecht wäre das nicht, oder? Dagegen ist Beten – irgendwie langweilig. Und vielleicht auch anstrengender?

Ach, aber wer den lebendigen Gott kennengelernt hat, den Gott, wie er in der Bibel beschrieben wird, der denkt ganz anders: Wie gut habe ich es, dass ich mit einem persönlichen Gott reden darf, der mich meint, dem ich wichtig bin, und ob ich das mit dem Leben hinkriege oder nicht!

Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? das klingt so einfach: ich gehe hin und frage und bekomme Antwort. Aber es ist auch so einfach – nur wir machen es oft so kompliziert! Ja: ich kann Gott einfach fragen und hinhören, was er sagt, und er gibt Antwort. Nein, da wackelt nichts und rutscht nichts hin und her – aber im Inneren empfinde ich, was Gott sagt. Freilich – ich muss lernen, hinzuhören, seine Stimme herauszuhören. Ich werde auch prüfen müssen, ob es wirklich Gottes Stimme ist – anhand der Bibel. „Geh hin und bring deinen Nachbarn um!“ – das kann unmöglich Gottes Stimme sein! Gott will nicht den Tod, sondern Leben!
Ich möchte immer öfter Gott selbst einfach fragen!

Und manchmal könnte ich mich ohrfeigen: Da kommt ein Mensch in die Seelsorge und fragt mich „Was soll ich tun“ – wir sprechen über die Folgen, wenn er das oder jenes tut – aber dann müsste meine Aufforderung kommen „Fragen Sie Gott! Klären Sie das mit Gott!“
Ich bin da als Seelsorger manchmal feige: Traue ich Gott eigentlich zu, dass er mit dem anderen redet? Dass der andere richtig hinhört? Oder bin ich der Spezialist, der vermittelt?
Nein: jeder darf direkt mit Gott reden.

Und ich mache es bei mir manchmal so kompliziert! Ach, ich möchte gerne bummeln gehen, zur Gardinenfabrik fahren, wo es so schöne Stoffe gibt – nicht nur für Gardinen; darf ich mir das erlauben, müsste ich nicht eher an den Schreibtisch? Lieber frage ich Gott nicht – er könnte mir ja sagen: „Natürlich ist Arbeit dran, aber nun los!“ Ich frage Gott also nicht und gehe bummeln, mit einem schlechten Gewissen. Schade, denn wenn ich ihn schon gefragt habe, hat mir Gott klargemacht: „Ja, ich gönne Dir die Freude und die freie Zeit!“ Manchmal bin ich misstrauisch gegenüber Gott, ob er mir das Schöne gönnt… Natürlich gönnt er es mir!!!

Ja, ich habe schon manchmal Vorurteile gegenüber meinem himmlischen Vater!  Um Gott zu hören, ist es gut, oft Bibel zu lesen: hier lerne ich ihn kennen.

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