/ Wort zum Tag

Psalm 51,13

Bibelvers

Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.

Psalm 51,13

Es ist eine Bitte, die in Psalm 51 überliefert ist. Und damit lässt sich derjenige relativ leicht identifizieren, der sie als erstes gebetet hat. Das war König David.

Es war, nachdem er die Ehe der Bathseba gebrochen hatte. Es war, nachdem er den Befehl gegeben hatte, ihren Mann im Kampf an der Front sterben zu lassen. Es war, nachdem Nathan, der Weise, ihm die Beispielerzählung von einem Mann mit einem Lamm und einem König erzählt hat. Die Erzählung, in der der König ausgerechnet dieses Lamm als Festmahl zubereiten ließ. Letztlich aus Willkür und zur Demonstration seiner Macht, aber nicht aus Not.

Eine Beispielerzählung, die David dazu brachte, den König in der Geschichte zu verurteilen. Umso größer sein Erschrecken, als er sich selber als diesen König erkennen musste. Und dann die bange Frage: „Wird Gott über mich so urteilen, wie ich über den König in der Geschichte geurteilt habe? Wäre das nicht mein Verderben? Hätte Gott dann noch eine andere Wahl, als seine schützende Hand von mir zu ziehen und sich von mir abzuwenden?“
David packt bei diesem Gedanken die nackte Existenzangst. „Und was wird dann? Kann ich dann noch König sein? Kann ich dann noch leben? Will ich dann überhaupt noch weiterleben, wenn Gott sich von mir abwendet?“ In seiner Not wendet er sich an den, vor dessen Entscheidung er jetzt eigentlich die größte Angst hat, denn gegen mindestens zwei Gebote Gottes hat David in dieser einen Episode seines Lebens verstoßen. Gegen die Gebote: „Du sollst nicht ehebrechen“ und „Du sollst nicht töten“.

Wird das eine gesellschaftlich auch heute noch als schwere Straftat gesehen, so ist der Ehebruch in der Bewertung vieler ein „Kavaliersdelikt“ oder eben „einfach so passiert“ und „hat doch nichts zu bedeuten“. Aber es soll hier in keinem Fall diskutiert werden, welche Schuld schwerer wiegt, und ob manches heute als verzeihlicher angesehen werden kann. Denn ein Verstoß gegen die Gebote Gottes bleibt immer ein solcher. Egal, mit welchem Maß wir Menschen es bewerten. Deswegen bleibt immer eine Schuld bestehen. Und genauso bleibt die Verantwortung für meine Schuld.

David stellt uns ein Modell vor, wie wir verantwortlich in einer solchen Situation handeln können. Er bekennt sich zu seiner Schuld, weil er sie nicht einmal vor Menschen verbergen konnte. Sonst wäre Nathan nicht mit dieser Geschichte zu ihm gekommen. Wenn aber Menschen davon wissen, dann weiß Gott erst recht darum. Menschen kann ich vielleicht mit meiner Macht als König beeindrucken und zum Schweigen bringen. Aber bei Gott schaffe ich das nicht. Also stellt er sich gesenkten Hauptes und ehrlichen Herzens vor Gott. Er bekennt seine Schuld und bittet Gott um Vergebung. Vor allem aber bittet er auch um Erneuerung. Damit so etwas nicht wieder geschehen kann.

Aus dem weiteren Verlauf wissen wir, dass Gott zwar eine harte Strafe einfordert. Das erste Kind von David und Bathseba stirbt recht bald nach der Geburt. Aber grundsätzlich wird die Bitte Davids erfüllt. Er wird nicht von Gottes Angesicht verworfen. Gott hat seinen Geist nicht für immer von ihm genommen.

Dieses Beispiel kann auch uns Mut machen, mit allem zu Gott zu kommen. Mit dem Bekenntnis unserer Schuld, wie leicht oder schwer wir sie auch bewerten. Mit der Bitte um Vergebung und um Erneuerung. Im Vertrauen darauf, dass Gott auch uns nicht verwirft von seinem Angesicht, und auch von uns seinen Geist nicht nimmt.

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