/ Wort zum Tag

Psalm 119,114

Bibelvers

Du bist meine Schutz und Schild; ich hoffe auf dein Wort.

Psalm 119,114

In Geschichtsbüchern sind z. B. die Kämpfe der Germanen mit den Römern dargestellt. Oder es finden sich dort Abbildungen von archäologischen Funden von Waffen: ein Helm , ein Brustpanzer, ein kurzes Schwert, ein Schild. Das alles trugen die Römer bei ihren Eroberungszügen. Der Schild der Römer war kreisrund und bot Schutz vor gegnerischen Schwerthieben, Lanzenstichen oder anfliegenden Pfeilen.

Wenn im heutigen Bibeltext von Schutz und Schild die Rede ist, so wird deutlich: Wir befinden uns als Christen in einem Kampf. Das mag uns in Extremsituationen wohl bewusst werden, z. B. wenn wir von anderen Menschen um unseres Glaubens willen gemieden oder gehänselt oder sogar gequält werden. Oder wenn ich von einem anderen Menschen zu einer Tat veranlasst werden soll, die ich vor Gott nicht verantworten kann. Oder wenn ich begriffen habe, dass ich jemandem Unrecht getan habe und das nun in Ordnung bringen muss und sich dann mein Stolz dagegen wehrt. Das sind einige besondere Situationen, in denen mir bewusst wird, dass ich mich als Christ in einem Kampf befinde.

Im normalen Alltag wird mir das allerdings kaum bewusst. Trotzdem: Wir sind immer von einem Feind umgeben, den die Bibel so beschreibt: „Er geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“ Das sind nicht immer besondere Dinge, zu denen er mich verführen will. Das kann etwas verhältnismäßig Unbedeutendes sein. Ein Beispiel: Ich höre, wie meine Frau in der Küche das Geschirr spült. Ich lese gerade in einer Zeitschrift einen sehr interessanten Artikel. Eine innere Stimme sagt mir: „Geh hin, nimm ein Handtuch und trockne das Geschirr ab!“ Eine andere Stimme raunt mir zu: „Tu doch einfach so, als hättest du das Geschirrklappern nicht gehört. Der Artikel ist doch sooo interessant.“ Das ist eine ganz banale Kampfsituation. Und da ist nun die Frage: „Welcher Stimme gehorche ich?“

Selbst in so einfachen Kampfsituationen des Alltags brauche ich Hilfe. „Du bist mein Schutz und Schild“, sagt mir das Bibelwort für den heutigen Tag. Dieses DU, das ist Gott. Er will mir Schutz und Schild, also Helfer und Beistand im alltäglichen Glaubenskampf sein.
Und wie macht er das? Auch das sagt unser Bibelwort: „Du bist mein Schutz und Schild; ich hoffe auf dein Wort.“ Das geht nun natürlich nicht so, dass ich die Bibel auf Seite 235 aufschlagen und dort eine Anweisung finden kann, die mir sagt, wie ich mich zu verhalten habe, wenn meine Frau Geschirr spült.

Ich muss schon bei Gott sozusagen „zwischen den Zeilen“ lesen. Und das geht so: In der Bibel redet Gott mit uns Menschen. Deshalb wird sie ja auch das „Wort Gottes“ genannt. Je häufiger ich in der Bibel lese, um so vertrauter wird mir dieses „Wort Gottes“. Und wenn ich für eine konkrete Situation nicht eine ganz passende konkrete Antwort finde, so bin ich mit dem Wort Gottes doch so vertraut, dass ich mir denken kann, was Gott mir in dieser konkreten Situation sagen würde, z. B.: „Geh hin, nimm ein Handtuch und trockne das Geschirr ab.“

Im Übrigen kann ich ja auch in jeder konkreten Situation im Gebet Gott um konkrete Weisung bitten. Auch das ist gemeint, wenn es in dem Bibelwort für heute am Schluss heißt: „Ich hoffe auf dein Wort.“

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