/ Wort zum Tag

Römer 8,7

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Sind wir Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.

Römer 8,7

Sind wir Kinder, so sind wir auch Erben. Wir haben Vater und Mutter. Sonst wären wir nicht da. Eltern vererben etwas an ihre Kinder, geben etwas weiter: ein Haus, ein Bankkonto, eine Firma ... aber möglicherweise auch: einen Schuldenberg, einen verwahrlosten Besitz, eine Wohnung voller Gerümpel. Und auch Nichtmaterielles vererben die Eltern: Gaben und Fähigkeiten, aber auch Fehler und Schwächen.

Nun sagt Paulus in seinem Brief an die Christen in Rom, dass wir Christen als Kinder Gottes auch Erben Gottes seien. Ich erschrecke vor den Dimensionen, die diese Aussage hat. Ich – ein Erbe Gottes?! Erbe meiner Eltern – ja. Aber Erbe Gottes?!

Aber was heißt denn das nun eigentlich? Paulus verdeutlicht das so: „Sind wir Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden.“ Aha, also darin sind wir Erben Gottes und Miterben Christi. Ein Leben als Christ ist also nicht ein ständiges Schweben auf Wolke sieben. Nein, da kann es auch Leidens- und Notzeiten geben.

Wie erleben wir solche Leidens- und Notzeiten? Ich hatte im letzten Jahr einen sehr schmerzhaften Bandscheibenvorfalls. Vor allem die Nächte waren furchtbar. Ich konnte zeitweise keinen klaren Gedanken mehr fassen. Ich habe Gott gebeten, er möge mir die Schmerzen nehmen oder sie zumindest lindern. Sie blieben trotz verschiedener Schmerzmedikamente unvermindert stark. Schließlich wurde ich im Krankenhaus operiert. Aber auch nach der OP dauerten die Schmerzen fast unvermindert an.

Ich habe immer wieder zu Gott gebetet. Viele liebe Menschen haben für mich gebetet. Aber die Situation veränderte sich kaum. Ich konnte die Schmerzen nur mit Hilfe von fünferlei verschiedenen Schmerzmedikamenten einigermaßen aushalten. Ganz allmählich, erst zum Ende des Aufenthaltes in der Reha-Klinik besserte sich meine Lage.

Aus der Rückschau – und das muss ich gestehen: Nicht in der schmerzensreichen Situation selbst kamen mir diese Gedanken – aus der Rückschau sind mir an diesem Ereignis zwei Dinge wichtig geworden:
1. Wir müssen auch als Christen notvolle Leidenszeiten erleben. Davor bewahrt uns unser Glaube nicht. Das mutet Gott uns zu. Manchen Christen mehr, manchen weniger. Das bedeutet nicht, dass Gott sozusagen die Verbindungskette zu uns gekappt hat. Das bedeutet auch nicht, dass er uns nicht mehr liebt.

Und 2.: Jedes Leiden, das uns widerfährt, ist ein winzig kleines Stück Teilhabe am Leiden Jesu. Er hat am Kreuz einen so grausigen Tod auf sich genommen, dass ich mich scheue, mir das in allen Einzelheiten vorzustellen. Es müssen grauenhafte Schmerzen gewesen sein, die Jesus ertragen hat, als er da in glühender Sonne am Kreuz hing.

Und er hat nicht nur diese furchtbaren Schmerzen ertragen müssen, sondern auch das Gespött der Gaffer unter dem Kreuz. Und wenn wir um unseres Glaubens an Jesus willen verspottet werden, ist auch das ein Stück Teilhabe am Leiden Jesu.

Und er hat im Tod am Kreuz so sehr deutlich erleben müssen, dass die Botschaft, die er den Menschen bringen wollte, nicht angenommen wurde. Wenn wir also erleben, dass diese gute Botschaft, die wir weitergeben möchten, nicht angenommen wird, dann ist auch das ein Stück Teilhabe am Leiden Jesu.

Wir sind Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, sagt Paulus. Aber dann fährt er fort: „... damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.“ Das ist das Ziel.


Kommentare

Von Bernd am .

Lieber Herr Bartels, mir hat Ihr WzT gut gefallen, vor allem, weil es so authentisch ist und deutlich macht, dass ein Christ eben wie auch andere Freud und Leid erfährt. Nicht gefallen hat mir Ihre Erkenntnis 2., dass Christen als Erben auch Anteil an Leid und Spott haben müssen. Das mag beruhigend sein für Menschen, die im Leid stecken. Aber, wenn Jesus Mensch war, dann hat er genau die Schmerzen am Kreuz erlitten, wie Tausende andere Menschen auch, die damals gekreuzigt und zu Tode gefoltert mehr

Von marijke am .

wunderbar. mit tiefgangund sehr anrührend. vielen dank, herr bartels. ich wünsche ihnen von herzen weiterhin gute besserung!


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