/ Wort zum Tag

Sprüche 10,19

Bibelvers

Wo viele Worte sind, da geht's ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, ist klug.

Sprüche 10,19

Ein eigenartiges Wort für den 2. Adventssonntag! Und doch so wahr. Es erinnert mich an ein Plakat an der Talstation einer Bergbahn mit der provokativen Aufschrift: "Vor dem Einschalten des Mundwerkes das Gehirn in Gang setzen!" Hinter dieser ironischen Aussage verbirgt sich beinahe salomonische Weisheit!

Nicht alle Menschen reden gleich gern und leicht. Und doch, wie viel wird geredet! Wichtiges und Unwichtiges, Oberflächliches und Tiefgründiges, Belangloses, Unnötiges, Schlechtes. Und zu oft ist es übereinander statt miteinander! Da geht es dann tatsächlich ohne Sünde, ohne vor Gott und an Menschen schuldig zu werden, nicht ab!
Das war wohl zu Salomos Zeiten schon so. Dem weisen König ging es jedoch nicht darum, die Menschen einfach zum Schweigen zu bringen. Nein, die wunderbare Gabe des sprechen Könnens, die Gott den Menschen anvertraut hat, soll mit Be-dacht, mit Kopf und Herz angewendet werden. So riet er seinen Zeitgenossen. So empfiehlt er es auch uns heute!

Nicht einfach drauflos plaudern, drauflos schwatzen, sondern ein gutes Wort zur richtigen Zeit sagen, eine Ermutigung, ein spontanes Lob. Auch ein ehrliches Nachfragen, ein echtes Anteilgeben und Anteilnehmen, ein sachliches Informieren und Diskutieren und vieles andere mehr ist nach Salomo Ausdruck von Klugheit. Kluges Verhalten in diesem Sinn führt zu echt gesegnetem Reden. Das wiederum setzt aufmerksames, achtsames Hören voraus, auf das jeweilige Gegenüber und auf Gott.

Als konkrete Hilfe dazu habe ich vor Jahren das zeitweise bewusste Schweigen entdeckt und schätzen gelernt. Selber für längere Zeit die Stille suchen, mir selber und anderen Stille gönnen, um ganz bei mir und bei Gott zu sein. Darauf möchte und kann ich nicht mehr verzichten.

Das 'Jahr der Stille' vom 1. Advent 2009 bis zum 1. Advent 2010 ist vorbei. Kann nun das Thema Stille 'abgehakt' werden? Ganz sicher nicht. Die Adventszeit bietet sich geradezu an, im Alltag Momente der Stille, der Besinnung auf das Kommen Jesu in unser Menschsein einzuplanen. Vielleicht lässt sich sogar ein ganzer Tag oder ein Wochenende einrichten. Wer sich Zeit nimmt, auf das Evangelium von Advent und Weihnachten zu hören, wird gerade in die aktuelle Zeit und Gesellschaft hinein auch Wesentliches zu sagen haben.

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