/ Wort zum Tag

Psalm 32, 8

Bibelvers

Ich will dich mit meinen Augen leiten.

Psalm 32, 8

Ich habe von schwer körperbehinderten Menschen gehört, die einen speziell angefertigten Computer nur durch die Bewegungen ihres Kopfes und die Blicke ihrer Augen steuern. Das ist eine faszinierende Sache. Diese Menschen können so ihre Gedanken in Schrift umsetzen, mit anderen kommunizieren und am Leben in ihrem Umfeld teilhaben. Einige konnten sogar, dank dieser Technik, studieren und einen Beruf ausüben. Ich kann mir aber vorstellen, dass der Umgang mit solch einem Computer eine Menge Willensstärke, Geduld und Einübung erfordert. Und auch bei der Bedienung selbst ist sicher die ganze Konzentration gefragt.

Was für ein großartiges Geschenk hat Gott uns mit unseren Augen gemacht. Wie viele Dinge können wir mit ihnen sehen und wahrnehmen. Was sind sie doch für erstaunliche Organe und was können wir mit ihnen noch alles tun. Jemand hat gesagt, dass die Augen das Tor zur Seele sind. Also kann man in den Augen sogar lesen, was tief in einem Menschen vor sich geht.

Ein Mensch kann uns mit dem Blick seiner Augen vernichten, sagen wir. Er kann uns Vorwürfe, Unzufriedenheit und Missbilligung entgegenschleudern, ja sogar den blanken Hass eines feindlich gesinnten Menschen offenbaren. In dieser Richtung hat es wohl der weise Mann aus den Sprüchen des Alten Testaments erfahren. Er stellt fest: „Ein heilloser Mensch ist, wer winkt mit den Augen.“ (Sprüche 6, 12-13). Und unser Volksmund ergänzt diese negative Reihe mit der Einsicht: „Wenn Blicke töten könnten.“

Doch auch genau das Gegenteil kann ein Blick signalisieren: Zustimmung, Anerkennung, Ermutigung, Zuneigung und Liebe. Ich bin überzeugt, das ist es, was in den Augen Jesu liegt, als er Petrus im Hof des Hohenpriesters ansieht. Von dieser Begegnung lesen wir ja im neutestamentlichen Bibelvers für diesen Tag. Der großspurige Jünger hat so viel Treue versprochen und dann nicht halten können. Dreimal hat er Jesus verleugnet und behauptet, ihn nicht zu kennen. Dann trifft ihn ein einziger Blick Jesu und Petrus schaut tief in sein eigenes Herz. Weil es ein liebevoller Blick Jesu ist, kann Petrus sich seiner Schuld stellen, über seine Sünde weinen und findet wieder zurecht.

Genau das ist es, was auch der Psalmbeter David erfährt. Als er seine Sünde eingesteht, vor sich selbst und vor Gott, platzt ein Knoten. Die unterbrochene Verbindung zu Gott ist wieder da und der Herr des Himmels redet mit ihm, verspricht ihm: „Ich will dich mit meinen Augen leiten.“

Für mich ist erstaunlich, dass Gott das nicht einem Menschen zuspricht, der immer treu war und stets richtig gehandelt hat, der nie gezweifelt hat. Vielmehr einem, der in große Schuld gefallen ist, dann aber den Weg zurück zu Gott gewagt hat. Gottes liebevoller Blick ruht auf ihm und er darf sich der Vergebung und neuer Leitung gewiss sein. Ich bin überzeugt: Dieser liebevolle Blick aus Jesu Augen kann auch mich immer neu verändern und mir einen neuen Weg zeigen. Was kann mir mehr Mut machen trotz Schuld und Versagen, trotz ängstlichem Rückzug und Verleugnung wieder umzukehren zu meinem Herrn Jesus Christus als dieser liebevolle Blick? Ich darf ihm wieder in die Augen schauen und neu beginnen. Ich darf Blickkontakt halten und mich von ihm in die Zukunft leiten lassen.

Was habe ich doch für einen guten Herrn! Er treibt mich nicht vor sich her, schreit mich nicht von hinten an und brüllt mir seine Befehle zu. Nein, er wendet sich mir von Gesicht zu Gesicht zu und sucht den Blick in die Augen. Meine Augen möchte er öffnen, dass ich ihm in die Seele schaue. Und er wünscht sich nichts sehnlicher, als dass ich in seinen Augen lese, was ihm gefällt und dann seine Wege gehe.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren