/ Wort zum Tag

Lukas 13,17

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Alles Volk freute sich über alle herrlichen Taten, die durch ihn geschahen.

Lukas 13,17

Das war wirklich eine spektakuläre Heilung gewesen. 18 Jahre konnte die Frau nicht mehr aufrecht gehen und war verkrümmt. Dann kommt Jesus und heilt sie. Natürlich gibt es sofort ein paar Halbfromme, die ein Haar in der Suppe finden und sich nicht darüber freuen können. Geschah Jesu Hilfe doch während eines Gottesdienstes. Das sahen sie als Entheiligung des Sabbats an. Die meisten reagierten jedoch anders. Es heißt im heutigen Lehrtext: „Alles Volk freute sich über alle herrlichen Taten, die durch Jesus geschahen.”

Das ist ein ganz wesentliches Merkmal der Christen: Sie haben nicht nur eine richtige Dogmatik im Kopf, sondern vor allem einen Blick für das, was Jesus in der Gegenwart tut. Und weil sie diesen Blick haben, können sie sich auch freuen über das, was sie bei Jesus sehen. Vielleicht ist dies das Problem bei vielen Menschen, auch leider bei manchen Christen: Sie haben einen sehr scharfen und klaren Blick für das, was schlecht läuft in unserer Welt, in unserer Kirche und auch in der eigenen Gemeinde. Aber sie haben den Blick verloren für das, was Jesus auch in unserer Zeit tut. Wenn wir diesen weiten Blick für Jesu Tun unter uns neu gewinnen, kehrt auch wieder die Freude in unser Christsein ein. Ich habe mir vor vielen Jahren einen Satz von Helmut Thielicke gemerkt, der lautet: „Man hat so viel vom Christsein begriffen, wie man von seiner Freude begriffen hat.“

Vielleicht sagen Sie: Wenn ich so etwas wie die geheilte Frau doch in meiner Umgebung erlebte, dann würde ich mich auch freuen können. Aber so? Ich denke, wir haben es in unserer Zeit der Globalisierung ziemlich leicht, uns über konkrete Hilfen Jesu zu freuen. Ich gebe Ihnen einige Tipps. Zum einen: Lesen Sie Berichte aus der Weltmission und der weltweiten Christenheit. Immer wieder erfahren Sie Erstaunliches, wie Jesus Menschen in und aus ganz verschiedenen Nöten hilft. Zum anderen sehen Sie z.B. im ERF „Hof mit Himmel”. Wie viele Lebensschicksale begegnen Ihnen da, wo Jesus auf wunderbare Weise Menschen völlig verändert und erneuert hat.

Vielleicht darf ich nochmals einen Einwand aufgreifen, der mir gelegentlich begegnet.
Jemand sagt: Diese Berichte sind ja schön und gut, ich will sie auch nicht bezweifeln - aber sie geschehen nicht in meiner engsten Umgebung, nicht in meiner Familie oder bei Menschen, die ich kenne. Der Lehrtext zeigt uns, wie sich Menschen freuen, die nicht mit der geheilten Frau verwandt oder näher bekannt sind. Es ist das Merkmal der Christen, dass sie einen weiten Blick haben für das, was Jesus tut, und nicht einen verengten Blick nur für das, was ihnen selber geschieht. Unser verengter Blick führt nicht in die Freude, die aus immer neuen nahen oder fernen Begegnungen mit der heilenden Kraft Jesu kommt.

Wir sahen: Die Freude über Jesus und seine Taten ist das Merkmal der Christen. In dem Buch „Das Kreuz und die Messerhelden” wird berichtet, wie ein gutbürgerlicher Pfarrer in einer gutbürgerlichen Gemeinde einmal seinen alten Vater zum Predigen einlud. Diesem älteren Herrn ging das in der Gemeinde seines Sohnes offenbar alles zu brav zu. Was tat er? Er feuerte die Gemeinde an lauter zu singen. Er ließ die Fenster öffnen, damit man auch draußen die Lieder hörte. Er ließ sie dazu klatschen usw. Der Sohn dachte, hätte er doch niemals seinen alten Herrn eingeladen. Als er am nächsten Tag einige Besorgungen machte, wurde er angesprochen: „Was war denn bei Ihnen gestern los?” Er wollte schon vor Scham in den Boden sinken, aber dann hörte er weiter: „Wir hatten schon immer mal gehört, dass Christen eigentlich recht fröhliche Leute seien, aber wir hatten bei Ihnen nie etwas davon gemerkt. Gestern waren mal Ihre Fenster offen, da konnten wir etwas mitbekommen. Das war richtig herrlich. Man wurde auch draußen ein Stück mitgerissen. Machen Sie so etwas doch öfter.” Der gutbürgerliche Pfarrer war tief beschämt. Ja, wer hätte das gedacht: es kommt auch draußen an, wenn Christen sich freuen; und vor allem: wenn sie ihrer Freude lauten Ausdruck geben.


Kommentare

Von Beate am .

.. man sollte sich aber wohl auch nicht so rücksichtslos freuen, dass man den Blick für den Schmerz des Nächsten verliert - das erzeugt nämlich weiteren Schmerz! Liebe war doch das höchste Gebot, oder?!!!

Von Renate am .

Mir wird es immer wichtiger, sowohl die kleinen Dinge in meinem Leben und persönlichen Umfeld dankbar wahrzunehmen als auch über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Es ist ein Lernprozess, aber es lohnt sich, ganz bewusst den Blick darauf zu lenken, wie der HERR heute - auch im Kleinen - wirkt und dafür dankbar zu sein. Dann kehrt Freude ein, auch wenn nicht alles so läuft, wie wir uns das vorstellen und wünschen.

Von Irma von Arx am .

Das finde ich eine super Botschaft. Wenn die Jungen mal was von den Älteren lernen, wie es früher einmal war.
Herzlichen Dank

Von Beate Schanz am .

Wunderbar! Wenn man Jesus erlebt hat, dann kann man nicht anders, als von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben
Apostelgeschichte 4,20


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