/ Wort zum Tag

Johannes 6,37

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.

Johannes 6,37

Wenige Dinge sind so demütigend wie die Erfahrung, abgelehnt und verschmäht zu werden. Die Verletzungen, die dadurch entstehen, sitzen tief.

Ich denke an Dirk. Mit Mitte vierzig verliert er seinen Arbeitsplatz – Stellenabbau. Wahrlich kein Einzelschicksal in unserer Zeit. Er bemüht sich, so schnell wie möglich wieder in Lohn und Brot zu kommen. Er geht zum Arbeitsamt, studiert Stellenanzeigen und recherchiert im Internet. Und er bewirbt sich. Einmal, zweimal. Er bringt eine Unmenge von Bewerbungen auf den Weg. Viele Arbeitgeber reagieren nicht; sie schicken ihm nicht einmal die Unterlagen zurück. Andere melden sich mit dem stereotypen Satz: „Leider können wir Ihnen keine Arbeitsstelle anbieten.“ Wo es wirklich zu Bewerbungsgesprächen kommt, laufen sie ins Leere. Schließlich besorgt ihm das Arbeitsamt einen befristeten Job. Hoffnung keimt auf, besonders als der Chef ihm zu verstehen gibt, wie sehr er mit ihm zufrieden ist und dass er unbedingt am letzten Arbeitstag in sein Büro kommen soll. Dort erhält er dann mit einem kalten Lächeln die Papiere und einen warmen Händedruck. Dirk fühlt sich mit Recht ausgetrickst und hintergangen. Diese demütigende Erfahrung plagt ihn mehr als die Sorge um die finanzielle Lage der Familie: Einfach kalt abserviert!

Nun ist Jesus Christus natürlich kein Arbeitgeber, der jedem einen Job verspricht. Er unterhält auch keine Stellenvermittlung mit Erfolgsgarantie. Aber eines macht er: Er nimmt mich ernst und lässt mich nicht einfach abblitzen. Er sagt: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“ Johannes hat dieses Versprechen von Jesus aufgeschrieben. Sie finden es im sechsten Kapitel seines Evangeliums in Vers 37. Das ist tatsächlich eine Mut machende Zusage: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“ Für jemanden, der sich herumgeschubst und abgewiesen fühlt, klingt das wie Balsam auf die Seele! „Hier geht jemand auf mich ein! Ich werde nicht weggeschickt. Jesus kümmert sich um mich.“ Ist das nicht eine wohltuend andere Situation? Jesus wartet auf mich. Ich muss nur kommen!
Vielleicht sagen Sie jetzt aber: „Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Jesus schickt mich nicht weg? Hat er nichts Besseres zu tun, als sich um meinen Kram zu kümmern?“ Vielleicht haben Sie auch schon so viele enttäuschende Erfahrungen einstecken müssen, dass Sie es selbst Jesus Christus nicht abnehmen können, dass er wirklich meint, was er sagt. Oder haben Sie sogar schon zu ihm gebetet, aber es ist einfach nichts passiert?

Ich kenne diese Verunsicherungen. Und ich habe auch schon versucht, mich selber irgendwie durchzuwursteln – ohne Jesus. Ich habe die stille Sorge gehabt, dass er mich im Regen stehen lässt. Aber dem stehen die vielen anderen Erfahrungen gegenüber – mit Jesus. Allein schon, dass ich zu ihm gekommen bin und ihm meine Sorgen genannt habe, hat mir Sicherheit gegeben. Ich habe gewusst, dass er für mich da ist, auch wenn ich noch keinen blassen Schimmer davon hatte, wann und wie er in meine misslichee Situation eingreift. Aber er hat es getan. Er hat Wort gehalten. Dass ich mich auf Jesus verlassen kann, gibt mir eine grundsätzliche Sicherheit für mein ganzes Leben. Ich muss nur kommen, er weist mich nicht ab.

Diese Erfahrung hat übrigens auch Dirk gemacht. Heute hat er wieder Arbeit. Und er lächelt wieder. Sicherlich auch dank seiner Familie und seiner Freunde, die in dieser schweren Zeit hinter ihm gestanden haben. Vor allem aber, weil er trotz einer langen Wartephase an dem Versprechen von Jesus festgehalten hat: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“


Kommentare

Von Jörg Kerner am .

Ich halte es für schwierig diese Losung mit dem Erfolg oder Misserfolg von Arbeit zu verknüpfen. Es mag sein, dass es bei Dirk geklappt hat, aber hier bei uns in Brandenburg gibt es viele Christen, die er nicht hinausgestoßen hat und die dennoch arbeitslos sind und Hartz IV bekommen.Dieser Text richtet sich mehr noch an Menschen, die zweifeln, ob Gott sie annimmt oder sie verurteilt. Das setzt voraus, das Menschen überhaupt mit Gott, geschweige denn mit einer jenseitigen Welt rechnen. Hier in mehr


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren