/ Wort zum Tag

1. Korinther 3,6-7

Bibelvers

Paulus schreibt: Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. So ist nun weder der pflanzt noch der begiesst etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.

1. Korinther 3,6-7

Ich bin Hobbygärtner. Leider verfüge ich nur über wenig Platz auf einer Terrasse, um dort einige Pflanzen zu halten. Jeweils im Frühjahr setze ich Schnittlauch, Petersilie, Basilikum und einige Teekräuter in die Erde. Manchmal säe ich auch Blumensamen. Ich streue winzige Samen ein, gebe etwas Wasser dazu, und warte. Schon bald wachsen zaghaft die ersten Blättchen aus dem Humus empor. Neues Leben wird sichtbar.

Ich freue mich immer wieder, wenn ich sehe, wie etwas wächst. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin und meinen Vater oft beim Säen beobachtet habe. Auch als ich später selber Landwirt wurde, staunte ich immer wieder neu über das Wachstum auf Feldern, Wiesen und Gärten. Ja, es ist jedesmal ein Wunder, wenn die Samen keimen, wachsen und schliesslich Frucht bringen. Schon früh hat sich bei mir eingeprägt, dass es nicht der Gärtner oder Landwirt ist, der das Wachstum bewirkt. Er kann höchstens optimale Voraussetzungen dafür schaffen: Die Erde gut lockern, den richtigen Dünger dazu geben, das Unkraut jäten. Andere Voraussetzungen können von uns nur zum Teil beeinflusst werden, ich denke an die Bodenbeschaffenheit, die Sonnenscheindauer, die Wassermenge oder die Temperatur. Wir das Wachstum fördern. Aber das Wachstum machen, können wir nicht.

Genau so ist es auch im Glauben. Der Apostel Paulus schreibt dazu im 1. Brief an die Christen von Korinth, Kapitel 3,6-7: „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. So ist nun weder der pflanzt noch der begiesst etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.“

Manche Christen und Pastoren leiden darunter, dass sie noch nie einen Menschen zum Glauben an Jesus Christus führen konnten. Manche zweifeln deshalb an ihrem Christsein. Sie bewundern und beneiden bekannte Evangelisten und Pastoren, wegen ihrer Fähigkeit, Menschen zum Glauben zu rufen. Und sie vergessen dabei, dass sie möglicherweise einen wichtigen Beitrag geleistet haben. Sie haben am Glauben Interessierte Menschen immer wieder begleitet und sie auf die Möglichkeit des Glaubens hingewiesen, andere Christen haben dasselbe getan. Eines Tages – vielleicht nach Jahren - haben diese Menschen zum Glauben gefunden. Wer ist nun in diesem Prozess wichtiger? Derjenige der sät, oder derjenige der pflanzt? Paulus relativiert, wenn er sagt: „So ist nun weder der pflanzt noch der begiesst etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.“

Gott tut das Entscheidende. Er bewirkt immer wieder neu das Wunder, dass Menschen zum Glauben finden. Diese Tatsache darf uns aber nicht dazu verleiten, dass wir die Hände in den Schoss legen und nichts mehr tun. Nein, als Gottes Mitarbeiter sind wir gefordert. Wir sollen unseren Einfluss geltend machen, wo immer wir mit anderen Menschen zusammen sind, indem wir für ein besseres Klima in der Firma sorgen, uns für den Frieden in der eigenen Familie einsetzen oder ein offenes Ohr haben für andere Menschen. Wir sollen zu unseren christlichen Werten stehen und uns für mehr Gerechtigkeit einsetzen. Gott tut das Entscheidende. Aber er will, dass wir mit-tun. Im Garten seines Reiches will Gott uns als seine Mitarbeiter einsetzen.

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