/ Wort zum Tag

1. Johannes 3,2

Bibelvers

Wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.

1. Johannes 3,2

Johannes spricht das Ziel der Erwartung von uns Christen an. Ein Christ lebt in der Erwartung Jesu Christi. Dabei warten wir Christen nicht auf irgendwelche Zeichen, sondern auf unsern Heiland Jesus Christus. Dann findet unsere vollkommene Erlösung statt und unsere Hoffnung erfüllt sich. Jesus wird uns in das Zuhause führen, das er für uns bereitet hat.

Diese Erwartung hat Philipp Friedrich Hiller (1767) in einem Lied in die Worte gefasst:
„Wir warten dein, du kommst gewiss, die Zeit ist bald vergangen; wir freuen uns schon überdies mit kindlichem Verlangen. Was wird geschehn, wenn wir dich sehn, wenn du uns heim wirst bringen, wenn wir dir ewig singen!“ (Evangelisches Gesangbuch Nr. 152, Strophe 4).

Dann wird sich endgültig und universal Jesus Christus für uns offenbaren als der, der er ist: der, in dem uns Gott geliebt und mit sich selbst versöhnt hat. Der, der alle unsere Sünden hinweggenommen hat. Dann wird alles Geschrei endgültig gestillt sein. Dann sind alle Tränen getrocknet und alles Leid ist schon beseitigt. Ja, dann sind der neue Himmel und die neue Erde da. An Jesus glauben wir Christen. Ihn lieben wir schon jetzt. Aber jetzt ist er uns noch verborgen.

Jetzt erkennen wir ihn noch nicht „von Angesicht zu Angesicht“ (1. Kor 13,12). Aber seiner großen Offenbarung gehen wir entgegen. Dem Tag, an dem wir endgültig Gottes gerettete und befreite Kinder sind. Das von Gott geschenkte ewige Leben haben wir schon. Aber bisher nur als Verheißung, noch nicht als Erfüllung. Wie gesagt, das erste Ziel ist erreicht: „Wir sind schon Gottes Kinder.“ Zugleich aber sind wir noch unterwegs. Das endgültige Ziel steht noch aus: die ewige Gemeinschaft mit Jesus Christus, unserem Herrn. Darauf können wir Christen uns freuen.

Johannes schreibt nur nichts davon, wie es im Himmel aussieht. Keine nähere Beschreibung.

Aber zweierlei sagt Johannes von uns Christen:
1. Wir werden ihn, Jesus, sehen. Hier auf der Erde „wandeln wir im Glauben und nicht im Schauen“ (2. Kor 5,7) schreibt der Apostel Paulus. Doch dort im Himmel werden wir ihn sehen.
Und 2. schreibt Johannes: Im Himmel werden wir ihm gleich sein. Etwas Größeres kann uns nicht zugesprochen werden. Dann gibt es kein Versagen mehr, keine Niederlagen mehr, keine Sünde mehr, wenn wir ihm gleich sind.

Jetzt aber gibt es noch Probleme und manchmal sogar großes Leid, dass der eine oder andere Christ am liebsten mit Friedrich Spee (1622) sprechen würde: „Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt? O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm, tröst uns hier im Jammertal“ (Evangelisches Gesangbuch Nr. 7, Strophe 4). Aber wenn wir ihn sehen, wird die Zukunft mit seiner Gegenwart erfüllt sein.

Zu dieser Zukunft, zu diesen ganz neuen Lebensmöglichkeiten im Himmel hat Pastor Ernst Wilhelm Erdlenbruch in einem Interview in „Christsein heute“ gesagt: „Mit manchen biblischen Bildern kann ich nicht soviel anfangen. Wenn ich von der goldenen Stadt mit den Straßen aus Gold höre, ist das für mich nicht greifbar, und es ist mir auch total egal, ob ich da barfuß oder in Sandalen durchlaufe. Völlig überzeugt bin ich davon, dass ich endlich Jesus sehen werde. Er ist die große Liebe meines Lebens – und ich habe ihn noch nie gesehen. Dann schaue ich ihn von Angesicht zu Angesicht. Er wird mich erkennen. Er wird mich ansprechen. Er wird mich an die Hand nehmen und in etwa sagen: ‚Junge, jetzt kannst du alle deine Grenzen hinter dir lassen. Komm, ich zeige dir den Vater.’ Darauf freue ich mich.“

So Ernst Wilhelm Erdlenbruch. Und auf den Tag freue ich mich auch.

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