/ Wort zum Tag

Epheser 1,11-12

Bibelvers

Gott wirkt alles nach dem Ratschluss seines Willens, damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit.

Epheser 1,11-12

Etwas zu sein, macht ein kleines Kind groß. Der kleine Kerl, der da am Straßenrand Gummibärchen zum Verkauf anbot, zeigt Geschäftstalent. „Du bist aber ein heller Kopf!“ meint die Nachbarin und der Kleine wuchs zusehends. Du bist ein heller Kopf. Du bist großartig. Du bist der Beste! Etwas zu sein, macht auch die Großen groß. Und es scheint in uns drinzustecken, dass wir versuchen, vor den anderen etwas zu sein, möglichst mehr, als wir sind.

Das fängt bei den Kleinen an, die sich vor anderen Kleinen so aufplustern, als wären sie größer, bis zu den Leuten, die wir kennen und die uns deshalb nicht gerade sympathisch sind. Mehr Schein als Sein, sagen wir dann und erinnern an die alte Weisheit, dass das Äußere nicht dem Inneren entspricht. Doch bevor wir jetzt kritisch mit uns zu Rate sitzen, wie es um unser „Sein“ bestellt ist, lese ich ihnen das Wort zum Tag vor, das hier eine überraschende Antwort bereithält, es steht im Epheserbrief, Kapitel 1, 11-12 und lautet: „Gott wirkt alles nach dem Ratschluss seines Willens, damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit.“ Kurz gesagt: Gott wirkt alles, damit wir etwas sind.

Dazu ein Beispiel aus der verfolgten Kirche Chinas, was mir sehr am Herzen liegt. Ein Mann wurde von seiner ganzen Familie im Stich gelassen. Er empfindet nur noch Hass, der ihn aber auch krank macht. Er fragt seinen Mitchristen, was er tun soll. Und der sagt: „Gar nichts. Christus hat alles ans Kreuz getragen, auch deinen alten Menschen in dir, auch alle Sünde, die dir andere angetan haben.“ Und der andere erwidert: „Ich muss doch auch etwas tun.“ Unsere alte Angst, selbst bei Gott könnten wir nur etwas sein, wenn wir auch etwas tun. Und wieder bekommt er zu hören: „Nein. Gar nichts kannst du tun. Gott kann erst dann durch dich wirken und vergeben, wenn Du nicht meinst, das Eigentliche, das Entscheidende zu tun.“ Und drastisch fährt er fort, dass ja auch ein Ertrinkender erst gerettet werden kann, wenn er aufhört zu zappeln oder die hilfreichen Hände auszuschlagen. Da heißt es einfach zupacken, wenn der andere die Hilfe anbietet.

Gott wirkt alles. Und was er will, das wirkt er auch, damit wir etwas sind – zum Lob seiner Herrlichkeit. Das ist unser Beitrag. Ihn loben. Erzählen, was er Gutes getan hat. Auch dass wir so sind, wie wir sind. Weil er uns so liebt. Wir brauchen nicht darüber spekulieren, was sein Ratschluss ist. Wir brauchen auch nicht darüber nachdenken, wer wir vor ihm sind. Er liebt uns und er will uns dabei haben. Wir sind schon wer, wenn er uns dabei haben will. Zum Lob seiner Herrlichkeit.

Die vielen vor uns haben das gewusst. So viele Lieder im Gesangbuch wissen davon. Georg Weissel, ein Liederdichter, bittet:
„Hilf mir mein Leiden tragen.
Hilf mir zur Freud nach diesen Leid;
hilf, dass ich mag nach dieser Klag
dort ewig dir Lob sagen.“
(Evangelisches Gesangbuch 346, 5)

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