/ Wort zum Tag

Johannes 4, 42

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.

Johannes 4, 42

Wer seine Blumen gießen möchte, macht sich nicht viel Gedanken beim Wasserholen. Und wer Wasser holt, um es zu trinken, auch nicht. Wir drehen den Hahn auf, und schon läuft das Wasser. Hier vielleicht. Nicht überall. Zurzeit Jesu schon mal gar nicht. Das konnte lange Wege bedeuten. Eine Frau macht sich auf, auch noch in der Hitze des Tages, um nicht von allen gesehen und angesprochen zu werden. Außerhalb des Dorfes ist ein Brunnen. Was sag ich: der Brunnen. Der war schon immer da, erzählen sich die Leute, Den hat Jakob, der Erzvater Jakob persönlich gebohrt. Wasser für alle. Aber die müssen erst mal schwitzen, um das Wasser heraufzuholen.

Nicht alle. Jesus sitzt am Brunnen, er ist müde und durstig. Seine Jünger gehen ins Dorf, etwas zu Essen zu kaufen. Die Frau kommt zum Brunnen. Wie ärgerlich. Da sitzt schon jemand. Einer, der nicht von hier ist. Sie kennt Jesus nicht. Und der spricht sie auch noch an: gib mir zu trinken! Was erlaubt er sich? Wer bist du denn? Ein Jude, der eine samaritanische Frau um Wasser bittet. Wir können uns doch sonst nicht riechen. Warum sprichst du mich an? Jesus sagt ihr: Wenn du wüsstest, wer da vor dir steht, du würdest ihn um lebendiges Wasser bitten. Die Frau horcht auf. Lebendiges, also fließendes Wasser? Hier? Das ist ein Brunnen, kein Fluss.

Jesus lenkt die Aufmerksamkeit auf sich. Er spricht mit der Frau, weiß von ihren Problemen und ihrer Stellung im Dorf. Die Frau merkt: es geht um mehr, dieser Mann will ihr nicht schaden, sondern helfen. Sie kommen aufs Gebet zu sprechen. Jesus sagt ihr, wer er ist. Da hält es die Frau nicht mehr aus, diese Frau, von der wir nicht einmal den Namen wissen. Sie läuft zurück in ihr Dorf, ihr ist alles egal, wer mit dem Finger auf sie zeigt, was man auch immer zu ihr sagt. Sie ruft die Menschen zusammen. „Kommt, seht ihn euch an – ob er der Christus ist, auf den wir warten, auf den wir hoffen?“ Und sie kommen und bitten ihn, zu bleiben. Alte Grenzen und Vorurteile zählen nicht mehr. Da sagt mir doch einer, der nicht zu meinem Kreis, zu meiner Gemeinde, zu meinen Schwestern und Brüdern gehört, was wichtig und was wertvoll ist. Und was in Wahrheit – wahrlich! – zum Leben führt. Und sie bestätigen der Frau (davon spricht unser Wort des Tages aus Johannes 4, 42): „Wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.“

Christus lädt sich ein, sucht das Gespräch, arbeitet an unseren wunden Punkten wie bei der Frau. Und wir merken wie sie: Wo er handelt, da wird alles heil bei diesem Heiland. Ich mag dieses Wort, diesen Titel Jesu, weil er damit schon angekündigt wurde, ganz am Anfang: euch ist heute der Heiland geboren. Nicht irgendein Herrscher, der zum Herrschen kommt, sondern einer, der auf unsere, unterste Stufe kommt, mit uns zu reden, zu hören und – heil zu machen, was nicht heil ist. „Wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.“


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