/ Wort zum Tag

1.Johannes 3,20

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Auch wenn das Herz uns verurteilt: Gott ist größer als unser Herz und erkennt alles.

1.Johannes 3,20

Beim Propheten Jeremia lesen wir: „Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen?“ Offensichtlich spielen sich in unserem Herzen sehr unterschiedliche Dinge ab. Trotz und Verzagtheit. Liebe und Hass. Ruhe und Unruhe. Vertrauen und Misstrauen. Ein so widersprüchliches Durcheinander kann nicht die oberste Autorität in unserem Leben sein. Also Vorsicht! Wie weit können wir der Stimme unseres Herzens vertrauen?

In jedes Herz, in das Jesus durch den Glauben eingezogen ist, ist tiefer Friede eingezogen. Wunderbar! In dem gleichen Herzen kann aber auch Unruhe entstehen, wenn der Gläubige über seine Sünden erschrickt. Das ist auch wunderbar. Denn ein unruhiges Gewissen und Sündenerkenntnis ist ebenso eine Wirkung des Heiligen Geistes wie der Friede nach angenommener Vergebung. Wohl dem, der überhaupt noch ein Gewissen hat, das reagiert, wenn Gottes Gebot übertreten wird. Die Gleichgültigkeit, mit der viele Gläubige Sünden bei sich und anderen dulden, ist ein Zeichen für ein abgestorbenes Gewissen. Es ist ein Zeichen für die Wirkung des Heiligen Geistes, wenn unser Gewissen uns verklagt. Uns! Der Normalmensch versucht nämlich normalerweise, immer die anderen anzuklagen und zu verurteilen. Es sind immer die anderen, die einen Fehler gemacht haben, es sind die da oben, oder es ist der da oben. Wenn dann ein Mensch erkennt, dass er selber der verantwortliche Schuldige ist, ist das ja der erste Schritt zur Gesundung und Gottgefälligkeit.

Falsch wird die Sache nur, wenn aus der Selbsterkenntnis eine Selbstverurteilung wird. Ich bin vielen Menschen begegnet, die voller Skrupel stecken. Die verbauen sich selbst den Weg zur Vergebung und Befreiung, indem sie stur behaupten: Ich bin so schlecht, dass ich mich bei Gott nicht sehen lassen kann. Hier ist ein unruhiges Gewissen zum verdrehten Gewissen geworden. Wir müssen doch Gott nicht erst zeigen, wie Klasse wir sind. Wir müssen ihn nicht erst mit guten Taten gütig stimmen, damit er auf uns hört. Die Sache ist genau umgekehrt: Er kennt uns und er bietet uns Sündern die Vergebung an. Darauf sollen wir hören, auf das gute Angebot Gottes, und nicht auf das, was uns unser Herz einflüstern will. Wo es um unser Heil und den Frieden des Herzens geht, sollen wir nicht auf uns hören, sondern auf Gott.

„Gott ist für uns — wer mag wider uns sein?“ Also auch nicht unser eigenes Herz, selbst wenn die von ihm erkannten Sünden unleugbar sind. Aber sie sind bekennbar, vergebbar.
Selbst wenn alle Argumente gegen uns sprechen, sollen und dürfen wir dem
Freispruch Gottes glauben. „Das Blut von Jesus Christus macht uns frei von aller Sünde.“ Das gilt es zu glauben, das dürfen wir glauben. Diesem gewaltigen Wort Gottes sollen wir mehr glauben als dem Gemecker unseres kleingläubigen Herzens. Das Vertrauen auf diese Zusage ist der Schritt aus der Verdammung eines unruhigen Herzens zum tiefen Herzensfrieden.

Gott vergibt! Seine Vergebung ist Freispruch für Verzagte, aber nicht Freibrief für verstockte Gewissen. Gottes Freispruch von der Sünde ist kein Freibrief für die Sünde. Denn „Gott ist größer als unser Herz und erkennt alle Dinge.“ So war es bei Petrus, als er seinen Herrn dreimal verleugnet hatte. Sein Herz sagte damals zu ihm: Du hast versagt. Du bist verloren. Aber zum auferstandenen Herrn sagt er: „Herr, du weißt alle Dinge; du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Jesus anreden, Jesus vertrauen — das ist die richtige Blickrichtung. Weg von mir, hin zu ihm — das ist der Weg zur Erlösung.


Kommentare

Von Dieter Spincke am .

Für die Sünde gibt es keinen Freibrief, aber für die Vergebung. Für uns gibt es einen großen Trost aus Matth.18,22.: Auch wir dürfen die Vergebung, die Jesus von Petrus "fordert", von Jesus persönlich in Anspruch nehmen , siebzigmal siebenmal. Dies darf uns immer wieder aus unserer Sündennot aufrichten.


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