/ Wort zum Tag

Sacharja 10,2

Bibelvers

Denn die Götzen reden Lüge, und die Wahrsager schauen Trug und erzählen nichtige Träume, und ihr Trösten ist nichts. Darum geht das Volk in die Irre wie eine Herde und ist verschmachtet, weil kein Hirte da ist.

Sacharja 10,2

Keiner lebt allein in seiner unmittelbaren Gegenwart. Oft eilen die Gedanken voraus. Die Zukunft will geplant sein. Schon der Schüler muss sich entscheiden: Will ich eine Mittelschule besuchen oder aufs Gymnasium? Dann gilt es sich festzulegen: Will ich einen Beruf lernen oder studieren? Schließlich geht es um den richtigen Einsatzbereich. Und irgendwann will die Frage beantwortet sein: Wo will ich die erste Phase meines Ruhestandes verbringen? Bleibe ich, wo ich bin? Müsste ich auf die Nähe zu den Kindern wert legen? Kommt betreutes Wohnen in Betracht? Bei vielen Überlegungen schwingt der Blick nach vorn mit. Trotz aller Unberechenbarkeit, trotz aller Unwegsamkeit.  –  Ein alter Traum: Bescheid wissen über die Zukunft. Vorausschauen können. Im Blick haben, was eigentlich im Nebel der Zukunft verhüllt ist. - Außerhalb und innerhalb des Volkes Gottes setze man deshalb zu bestimmten Zeiten auf Wahrsagerei. Auch Zeichendeuterei und Orakelsucht waren verbreitet. So hat Laban, der Schwiegervater Jakobs,  einen Hausgott und Michal, die Frau Davids besaß ebenfalls einen solchen Hausgötzen. Darunter können wir uns eine Ahnenpuppe vorstellen. Ihr Sinn: Sie sollte das „Glück eines Hauses“ in der Zukunft garantieren. Teils wurde mit ihrer Hilfe Zeichen und Zeiten gedeutet. 

 

Das Wort zu diesem Tag „Die Wahrsager schauen Trug und erzählen nichtige Träume, und ihr Trösten ist nichts,“ lässt eine begrenzte Kritik erkennen. Wer sich auf diese Weise die Zukunft erschließen will, sucht am falschen Ort. Allein von Gott gilt mit Psalm 139(16). Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war. - Gott selbst überblickt meine Zukunft.

 

Ob Pendeln, Kartenlegen, das Nutzen von astrologische Beratungen oder die Wahrsagerei per SMS; immer geht es um das Eindringen in den uns von Gott verschlossenen Raum der Zukunft. Genutzt werden hierbei Kräfte und Mächte, die Gott entgegenstehen. Deshalb warnt Gott vor diesen falschen Wegen und Bindungen. Einerseits können selbsternannte Wahrsager keine wirklichen Konkurrenten Gottes sein. Was eigentlich nichtig ist, kann im eigenen Herzen wichtig werden und sich zwischen Gott und einen anderen Menschen schieben. Das ist der Lieblingsplatz aller Götter und Götzen: An Gottes Stelle rücken. Sein wollen wie Gott. Falsche Tatsachen vorspiegeln. Gott verdunkeln.

Darum wird Wahrsagerei durchweg im Alten und Neuen Testament abgelehnt.  Im 3. Mosebuch wird sie  sogar unter Todesstrafe gestellt, und woanders als Gräuel gebrandmarkt oder als Sünde, von der es sich auf jeden Fall fernzuhalten gilt. Ähnlich sieht es das Neue Testament. Als eine Wahrsagerin den Weg des Paulus kreuzt und sogar Gutes über ihn ausspricht, befreit er sie im Namen Jesu von diesem finsteren Geist und handelt sich damit allerlei Ärger ein.

Im Übrigen gehört es zu den großen Freundlichkeiten Gottes, dass unsere Zukunft nur ihm bekannt ist. Manches Schwere von morgen würde unser Heute verdunkeln. Gutes von morgen könnte uns heute überheblich und zu wagehalsig werden lassen.

 

Es genügt zu wissen, dass unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in Gottes guten Händen liegt und er einen Weg mit uns gehen will, der in die Ewigkeit führt. Er wird uns zu seiner Zeit wissen lassen, was uns dient und gut tut. Alles, was darüber hinaus möglich ist, darf ohne Verlust und Schmerzen abgelehnt werden. Gott wird uns als unser himmlischer Vater niemals vorenthalten, was uns zum Besten dient – sei es viel oder wenig. Wir brauchen unsere Zukunft nicht zu erforschen. Statt dessen ist wichtig, was uns Psalm 139 sagt:

„Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz;

prüfe mich und erkenne, wie ich's meine.

Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin,

und leite mich auf ewigem Wege.  

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