/ Wort zum Tag

Jesaja 28,16

Bibelvers

Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der fest gegründet ist. Wer glaubt, der flieht nicht.

Jesaja 28,16

Ich komme aus Korntal. Das liegt vor den Toren von Stuttgart. Nicht ganz zu Recht trägt der liebliche Ort den schönen Namen „Korntal; denn die Böden im Ort und um den Ort herum sind nicht sehr ergiebig. Auf diesem Boden wurde jedoch 1819 eine Gemeinde genehmigt und gegründet – die Evangelische Brüdergemeinde Korntal -. In ihr hat Jesus Erstaunliches aufsprießen und bis heute wachsen lassen: Eine lebendige Gemeinde mit Liebe zur Weltmission und vor allem auch mit vielen pädagogischen und diakonischen Modell- Einrichtungen, sogar mit vorbildlichen Christen-Initiativen in den politischen Bereich hinein. 

Der Boden jedoch, auf dem all die Heime und Einrichtungen stehen, hat nach wie vor seine Tücken.

Das Regenwasser, das von den Hängen um Korntal herunterströmt, hat samt den Grundwasser-Adern große Hohlräume in den gipshaltigen Boden gespült. Manche der ehrwürdigen Gebäude haben eine Schieflage; wir brauchen nicht extra nach Pisa, um schiefe Mauern sehen zu können. 

Vor wenigen Monaten konnten wir das lang ersehnte neue Gemeindehaus einweihen. Bevor die Mauern dieses Zentrums in die Höhe wachsen konnten, wurden Beton-Pfeiler unvorstellbar tief in den Boden gerammt. Der neue Gemeinde-Mittelpunkt steht sicher auf diesem unverrückbaren, auf diesem belastbaren Fundament  – unsichtbar zwar, aber real, und eben ganz verlässlich. 

Auch Jesus hat immer wieder davon gesprochen, dass seine Gemeinde auf ein verlässliches Fundament gebaut sein soll, so wie auch das Leben jedes einzelnen Menschen. Jesus hat gewusst, wovon er sprach, als er sagte: Wer sein Haus auf Sand baut, wird erleben, dass Wasserfluten es wegspülen werden. Der Sohn von Joseph, des Zimmermanns – wir Schwaben würden ihn anerkennend „Häusles“- Bauer nennen – kannte sich aus, wenn es um festen Grund ging. Erst recht wusste er als Sohn Gottes, dass unser Lebenshaus gefährdet ist, solange wir es allein auf unsere eigene Kraft und Erfahrung bauen. Noch mehr: Sogar das fromme Volk Israel - von Gott berufen, geliebt und gesegnet – brauchte noch einen anderen Halt, ein noch einmal anderes Fundament, eine noch einmal verlässlichere Gründung als bis dahin. Das wusste Jesus als der von Gott in die Welt hinein entsandte entscheidende Helfer. 

Jesus wusste sich als den von Gott schon seit langen Jahrhunderten angekündigten „Eckstein“. So hatte der Prophet Gottes namens Jesaja vorausgesagt: Gott wird sogar in Zion, also mitten im Volk Israel, mitten sogar im bisherigen gesegneten Heiligtum „einen Grundstein legen, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der fest gegründet ist“. Darauf war der heilige Gott aus, mitten in wankender Frömmigkeit, mitten unter Menschen, deren Glaube und deren Gehorsam nicht belastbar ist, d i e  entscheidende Stütze einzuziehen. Dazu wusste sich Jesus von Gott berufen, dazu war er bestimmt. 

Auch für uns, auch für unsere Gemeinden. Wir sehen ja oft die Kirche ganz falsch an. Sie ist doch nicht das moralische Stützkorsett für die Gesellschaft. Die Christenheit braucht doch zuerst selbst für sich einen Halt. Die Menschheit sehnt sich nach einem Retter, der wie ein rettender Pfeiler mitten in der reißenden Strömung so steht, dass sich Menschen an ihm festklammern können, die nicht von der Flut der Verzweiflung mitgerissen werden wollen.

Auf den Eckstein Jesus gegründet „wächst ineinander gefügt der ganze Bau zu einem heiligen Tempel in dem Herrn“. Denn auch die Christenheit selbst wird nur dann Zukunft haben, sie wird nur dann für andere eine bergende Heimat sein, wenn sie wieder viel mehr Jesus Christus zutraut. Danach sehne auch ich mich mit vielen anderen Christen. 

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