/ Wort zum Tag

1. Thessalonicher 5,16-17

Eine Freundin schrieb mir vor ein paar Wochen eine E-Mail. Sie beschwerte sich darin bitterlich über einen gemeinsamen Freund. Sie schrieb: „Was der sich wieder geleistet hat! Das kann man doch nicht machen! Unmöglich! - Das habe ich ihm auch auf den Kopf zugesagt, und dann habe ich mich umgedreht und bin gegangen.“ - Au weia, dachte ich, ich kann mir genau vorstellen, wie das ablief. Selbst wenn sie recht hat: so kann man doch nicht mit jemandem umgehen! - Und ich schrieb ihr meine Bedenken in einer Antwortmail zurück.
Dann war Funkstille. Die nächste E-Mail von ihr: eisig. Und ich? Ich war erschrocken darüber, was ich angerichtet hatte. Wegen ihres Streits mit diesem Freund sollte jetzt auch noch unsere Freundschaft leiden?!

Paulus kommt auf seiner Missionsreise nach Thessalonich. Nach nur drei Wochen ist dort eine große christliche Gemeinde entstanden. Das ruft den Neid der Juden hervor. Vor dem Stadtrat klagen sie Paulus wegen Volksverhetzung an. Die Anklage wird zwar gegen eine Geldzahlung fallen gelassen. Aber wieder zuhause, reden die Freunde auf Paulus ein: besser ist es, er verlässt sofort die Stadt. Und sie bringen ihn noch in der Nacht fort.

Wie mag es Paulus gehen nach diesem überstürzten Aufbruch? Würde die Gemeinde leiden müssen, weil die Juden mit ihm, Paulus, stritten? Wird der Glaube der Geschwister stark genug sein, ihn gegen den Druck von außen aufrecht zu erhalten? Paulus ist unruhig. Was kann er aus der Entfernung schon tun? Oh doch, er kann etwas tun: er betet. Und das macht er immer und immer wieder. Er erinnert sich im Gebet an die Stärken dieser Gemeinde. Und er vertraut Gott, dass dieser seine Hand über der Gemeinde hält. Endlich erhält er Nachricht aus Thessalonich. Nein, sein überhasteter Aufbruch hat der Gemeinde nicht geschadet. Im Gegenteil, die Christen gehen in großer Liebe miteinander um. Und sie haben in ihren Herzen bewahrt, was Paulus ihnen über Jesus erzählt hat.

Paulus schreibt der Gemeinde einen Brief, erleichtert und überglücklich. Und neben vielem anderen schreibt er sinngemäß: bei allem, was euch widerfährt: bewahrt euch die Freude an Christus. Er will uns in unseren Herzen froh machen. Darum seid allezeit fröhlich. Und betet ohne Unterlass. Paulus weiß: Wenn wir beten, sind wir Gott nahe. Und wenn wir Gott nahe sind, füllt sich unser Herz mit Freude.

Wir feiern heute Pfingsten. Die Jünger rückten nach der Auferstehung Jesu eng zusammen. Sie trafen sich immer wieder zum gemeinsamen Beten. Bis sie es erlebten, dass Gottes Geist sie mit seiner Kraft, mit Freude und Begeisterung erfüllte.

Hilft Beten? Oh ja! Ich habe viel gebetet nach diesem Streit mit meiner Freundin. Und ich war sehr froh, als wir endlich unsere Funkstille durchbrachen. Wir haben uns getroffen und ausgesprochen. Wir haben benannt, was verletzt hat und haben uns verziehen. Und es tat gut, dass wir dann auch zusammen gebetet haben. Weil wir dadurch Christus in unsere Versöhnung mit hineingenommen haben. Und dann kam auch die Freude wieder zurück. Wie schön ist es, dass wir uns an unserer Freundschaft wieder freuen! Danke, Gott, dass du mit deinem Geist da bist, wenn wir beten.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren