/ Wort zum Tag

Offenbarung 21,5

Bibelvers

Der Seher Johannes schreibt: Der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!

Offenbarung 21,5

Vor einiger Zeit sah ich ein Theaterstück. Es hieß „Die zweite Chance“. Darin bewirbt sich ein Mann um eine neue Arbeitsstelle. Er meldet sich im Vorzimmer bei der Chefsekretärin an. Aber schon dabei passieren ihm so viele Missgeschicke, dass ihn keiner mehr ernsthaft einstellen würde – wäre da nicht eine Glocke. Sie ertönt nach jedem Missgeschick und gibt dem Mann die Möglichkeit, dieselbe Szene noch einmal ohne Fehler zu spielen, sie räumt ihm „eine zweite Chance“ ein.

Das wäre etwas, wenn in meinem Leben doch auch solch eine Glocke läuten würde! Dann hätte ich schon viele Worte zurückgenommen. Dann hätte ich in einigen Dingen anders entschieden. Dann hätte ich manche Fehler nicht gemacht.

„Siehe, ich mache alles neu!“ sagt Gott in der Offenbarung. Neu, nachdem in diesem Buch der Bibel ein gewaltiger Kampf zwischen Christus und Satan geschildert wird. Neu, nachdem die Meere verseucht und die Erde zur Wüste wurde. Neu, nachdem Erdbeben zerstörten, was Menschen sich geschaffen hatten. Neu, nachdem Christus den Satan gebunden und in einen feurigen Pfuhl geworfen hat.

Wenn ich in der Offenbarung lese, drängen sich mir sofort Bilder aus der Gegenwart in den Sinn: die Erdbeben von Haiti, von Chile und natürlich von Japan. Was für eine Kraft steht hinter dieser Naturgewalt! Und wie zerbrechlich ist dagegen, was der Mensch geschaffen hat. Die Zerstörungen von Gebäuden und Straßen zu sehen, ist schrecklich. Aber noch unendlich furchtbarer ist, was durch die Beschädigung des Kernkraftwerkes Fukushima zerstört wurde. Wir Menschen glaubten, die Atomkraft im Griff zu haben, uns absichern zu können gegen Unfälle und Unvorhersehbares. Und wir haben dabei vergessen, wie winzig die Macht des Menschen im Vergleich zur Macht der Natur ist. Über Jahrzehnte, vielleicht sogar über Jahrhunderte ist eine Region in Japan für den Menschen unbewohnbar geworden. Manchmal schäme ich mich dafür, wie wir Menschen die Erde zurichten.

Was wäre, wenn es solch eine Glocke wie in dem Theaterstück wirklich gäbe, die läutete und wir drehten die Zeiger der Uhr wieder zurück? Würden wir es dann besser machen? Natürlich, für den Augenblick zumindest, da würden wir es versuchen. Aber damit sich dauerhaft etwas ändert, braucht es eine andere Kraft.

„Siehe, ich mache alles neu“, spricht Gott. Die Offenbarung erzählt von einem sichtbaren Gottesreich, von einem neuen Himmel und einer neuen Erde, die Gott dann schaffen wird. Das Ostergeschehen erzählt von einem unsichtbaren Gottesreich. Das ist mit der Kreuzigung und Auferstehung Christi in diese Welt gekommen, nicht sichtbar, aber spürbar für jeden, der glaubt. Und die Pfingstgeschichte erzählt davon, wie dieses unsichtbare Reich durch uns Menschen hier und jetzt schon sichtbar werden kann. Gott hat den Menschen seinen Heiligen Geist gegeben. Und der hilft uns, so zu leben, wie Gott es sich vom Menschen wünscht, wie es dem Menschen gut tut.

Manchmal höre ich sie, die Glocke in mir, die zu klingen beginnt und mich erinnert, dass gerade etwas daneben läuft in meinem Leben. Bei Gott bekomme ich sie, diese zweite Chance, auch eine dritte und eine vierte, weil er mir immer und immer wieder vergibt. Mit Gottes Hilfe kann ich mein Leben neu machen. Hier und heute und jetzt!
 

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