/ Wort zum Tag

Offenbarung 4,11

Bibelvers

Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen

Offenbarung 4,11

Vor vielen Jahren war das Ratespiel „Dalli klick“ bei Fernsehzuschauern sehr beliebt. Von einem Bild wurde nur ein kleiner Teil aufgedeckt, dann noch einer, manchmal noch ein weiterer - bis ein Mitspieler plötzlich aus diesen wenigen Ausschnitten erkannte, was auf dem ganzen Bild dargestellt ist. Manchmal habe ich mich gefragt: Wie kann der das nur erraten? Der sieht doch nicht mehr als ich - und ich wäre nicht darauf gekommen.
Wir Menschen sehen ja auch immer nur die Bruchstücke unseres Lebens. Wenn wir die Nachrichten im Fernsehen sehen, sie in den Zeitungen lesen, dann nehmen wir Ausschnitte wahr. Manchmal fragen wir uns, wo soll das hinführen? Wir wissen es nicht. Manchmal fragen wir auch in unserem Leben: Wie soll das weitergehen? Wie soll es weitergehen, wenn der Ehepartner gestorben ist, wenn das heranwachsende Kind Wege geht, die wir nicht gut heißen, wenn der Ehemann arbeitslos geworden ist, weil die Firma Insolvenz anmelden musste, wenn die Tochter nach bestandenem Examen überall Bewerbungen hingeschickt hat und nun die 30. Absage bekommt…Und wir denken an unsere eigenen Sorgen. Auch wenn wir nicht weiter wissen, Gott weiß weiter. Wichtig ist, dass wir uns von ihm führen lassen. Auch in dunklen Tälern will er bei uns bleiben. Wir können Vertrauen zu ihm wagen, Glauben heißt – so hat es jemand einmal gesagt: „durch den Horizont sehen.“

In unserem Gotteswort für heute sieht der Seher Johannes durch den Horizont. Er sieht durch die im Himmel geöffnete Tür, wie die vierundzwanzig Ältesten vor dem Thron Gottes niederknien und er hört ihre Worte: „Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen.“ (Offenbarung 4,11) Johannes lernt von ihnen: Gott hat Vollmacht, er hat alles geschaffen, er hat den Überblick.

Gott hat den Überblick über mein Leben und über Ihr Leben. Er fügt die Bruchstücke unseres Lebens ein in seinen guten Plan mit uns. Das nimmt uns nicht unsere Sorgen und Ängste weg, aber wir erfahren wieder neu: Gott lässt uns nicht los, er hat uns nicht nur erschaffen, sondern er erhält unser Leben – wie es Martin Luther sagt. Wir sind ihm nicht gleichgültig, er kennt auch unseren Lebensweg.

Einen Tag vor seinem Tod wurde der schon sehr schwache Karl Barth von seinem Freund Eduard Thurneysen angerufen, der ihm seine persönlichen Sorgen und die über den Zeitgeist mitteilte. Karl Barth antwortete – und es waren die letzten Worte, die er seinem Gesprächspartner sagte - : „Lass nicht die Ohren hängen, der Herr regiert!“ Auch wir heute brauchen nicht zu resignieren, nicht in unserem Leben, nicht in unserer Kirche, nicht in unserer Welt, wenn wir ihn Herr sein lassen. Ich singe gern mit anderen zusammen das Abendlied von Gerhard Valentin: Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen… In der letzten Strophe heißt es: „So sei es Herr: Die Reiche fallen, dein Thron allein wird nicht zerstört; dein Reich besteht und wächst, bis allen dein großer, neuer Tag gehört (EG 266).

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