/ Wort zum Tag

5. Mose 2,7

Bibelvers

Denn der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.

5. Mose 2,7

Eine junge Familie hat sich ganz in unserer Nähe ein Haus gebaut. Als es fertig war, erhielten alle Nachbarn eine schriftliche Einladung zu einem Fest auf der neuen Terrasse. Sie wollten uns teilhaben lassen an ihrer Freude und waren auch ein wenig stolz, dass sie es geschafft hatten. In dem Einladungsschreiben fand sich ein Satz, der meine Frau und mich überraschte. Wir kannten bis dahin die Leute nicht, weil sie von weiter weg zugezogen waren. Und da stand: „Wir sind reich gesegnet.“ Das machte uns stutzig. Wer kein Christ ist, schreibt so was nicht. Sie hatten sich ‚geoutet’, so heißt es heute modern. Diese Familie hat zu erkennen gegeben, wie sie die Sache sieht und versteht: Da war nicht nur ihre Leistung, langes Sparen,  mancher Verzicht, Wochenenden und lange Abende für die sogenannten Eigenleistungen. Nein, wer von Segen spricht oder schreibt, der verweist damit noch auf eine andere Größe und Kraft.

Der Segen Gottes war auch am Werk gewesen - über all ihrer Mühe, ihrem Planen und Gestalten. Und nun wussten auch wir ein wenig, woran wir waren. Wir boten ihnen den monatlichen Gemeindebrief an, wiesen auf den Kindergarten und die Kinderkreise hin. Und schon bald erfuhren wir, dass sie sich auch bei der Ortsgemeinde offiziell gemeldet hatten.

Unser Gruß zum Einzug war ein schön gestalteter, alter Hausspruch von Fritz Schmidt-König - für jedermann sichtbar zum Aufhängen:

Herr, schütte über dieses Haus die Fülle Deines Segens aus, lass Deine Sonne scheinen.
Gib, dass an Deinem Freudenlicht es keinem hier im Haus gebricht, den Großen wie den Kleinen.
Und steht ein Gast an unsrer Tür, dann tritt Du selber mit herfür und segne unser Grüssen.
Gib uns und ihm das täglich Brot, gib Wein und Öl für Wundennot, Trost, wenn wir leiden müssen.
Und gib, dass keiner es vergisst, dass dieses Haus nur irdisch ist, nur irdisch unser Treiben.
Führ durch des Lebens Glück und Graus uns einmal in Dein Vaterhaus, worin wir ewig bleiben.

Damit ist ein großer Bogen gespannt: über Festtage und den Alltag – Jahr um Jahr, Jahrzehnt um Jahrzehnt. Und wer von Ihnen schon zu den ‚älteren Semestern’ zählt und zurückschaut, der kann hoffentlich auch sagen – wie die junge Familie hier am Anfang: Wir sind reich gesegnet. Sie reihen sich damit ein in eine lange Kette von Zeugen, die schon bei Mose beginnt: Als das Volk Israel unruhig wird und unsicher, ob denn ihr Weg wirklich gottgewollt und richtig ist, da hält er eine lange Rede. Er erinnert und gibt Anweisungen, Er erklärt und er deutet ihre gemeinsamen Erlebnisse: "Der Herr, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände." (5. Mose 2,7)

Haben Sie Ihr Tagwerk und ihr Lebenswerk – wenn es so etwas schon geben sollte?! – auch schon mal unter dieser Frage besehen? Kann sein, dass Sie eine solche Beurteilung für zu vollmundig halten. Kann sein, dass Sie einwenden möchten: Da fehlt aber noch viel. So positiv, so glänzend kann ich es nicht sehen. Wenn es so ist, dann möchte ich Ihnen noch zweierlei dazu sagen:

Erstens: Unser Leben - mein Leben - Ihr Leben sieht in den Augen Gottes möglicherweise ganz anders aus als aus unserer Perspektive.
Und weil Gott uns wohl will, sieht er nicht nur die Schattenseiten, die auch, aber vor allem das Gute, das Positive, denn das hat er gewollt und bewirkt. Und über die Kehrseiten der Medaille wäre ein andermal zu reden. Und ein Zweites ergibt sich daraus wie von selbst: Die Bitte nämlich um sein Leiten, sein Lenken und Bewahren, damit wirklich gut wird, was wir denken und tun. Damit sein Segen alles durchdringt und wir schließlich doch ganz persönlich sagen können: "Der Herr, mein Gott, hat mich gesegnet in allen Werken meiner Hände."

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