/ Wort zum Tag

1. Samuel 2,2

Sicher ist sicher – wirklich?

„Sicher ist sicher“ war einmal ein Wahlslogan einer großen Partei, die unbedingt wiedergewählt werden wollte und vor dem Experiment eines Regierungswechsels warnte. Aber was ist denn wirklich sicher auf dieser Welt? Weder der Euro noch der Dollar, weder der Sicherheitsgurt noch der Weltsicherheitsrat können absolute Sicherheit garantieren. Unsicherheiten bestimmen unser Leben – und wenn wir morgens aus dem Haus gehen, ist es gar nicht so sicher, dass wir abends auch wieder gesund heimkommen. Eigentlich ist nur eins sicher: der Tod – todsicher! 

Und nun lesen wir in der Bibel heute einen Vers, der indirekt auch von Sicherheit spricht. In 1. Samuel 2, 2 steht: „Es ist kein Fels, wie unser Gott ist.“ Heißt also wohl: Da ist Verlass, da ist Sicherheit, felsenfest. 

Nun sind Bibelworte ja nicht einfach vom Himmel gefallen, sondern gehören immer in einen ursprünglichen Lebenszusammenhang. Hier geht es um Hanna. Ihre Geschichte ist schnell erzählt: Sie ist ungewollt kinderlos – damals ein hartes Schicksal, denn das galt als Schande und sogar als Strafe Gottes. Sie findet sich aber nicht damit ab wie 1000 andere Frauen, sondern sie betet – einmal sogar so intensiv und verzweifelt, dass selbst der Priester Eli meint, mit ihr könne etwas nicht stimmen, sie sei wohl betrunken. Trotzdem spricht er ihr die Erfüllung ihrer Bitte zu. Ein Jahr später ist sie glückliche Mutter. Und wieder betet sie, jetzt aber überschwänglich vor Freude. Und da fällt dann dieser Satz: „Es ist kein Fels, wie unser Gott ist.“ 

Hanna hat sich in ihrer Not auf Gott verlassen – und wurde nicht enttäuscht. Sie hat in Gott einen festen Halt gefunden. Fels nennt sie das – etwas Beständigeres und Festeres konnte man sich damals nicht vorstellen. 

Interessant ist dabei, dass sie ihre neue Freude nicht sich selbst, ihrer Tapferkeit und Beharrlichkeit und auch nicht ihren intensiven Gebeten verdankt, sondern einer Macht, die von außen in ihr Leben hineinwirkt – Gott. Das Entscheidende im Leben kommt gar nicht aus uns selbst – sondern von außen. Aus unserem Herzen, also von innen – so sagt Jesus einmal in Matthäus 15 – kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch usw. Was so von innen herauskommt, das macht uns unrein. Das unterscheidet den christlichen Glauben von anderen Denkmodellen wie z. B. der Mystik, die am liebsten nach innen – also in sich – hineinhört. Man sagt ja auch landläufig, man solle mal „in sich gehen“ – aber Hanna ist außer sich, erst vor Trauer, dann vor Freude. Und sie jubelt dankbar: „Es ist kein Fels, wie unser Gott ist.“ 

Die entscheidende Kraft, den Halt und die Sicherheit gibt es also nur von außen, als Geschenk; und auch Gott selbst kommt uns nur von außen entgegen, z. B. durch sein Wort. Wir Menschen wollen am liebsten eine absolute Sicherheit, aber eine solche Sicherheit im Sinne einer totalen Absicherung – die gibt es erst im Himmel. Hier auf dieser Erde gibt es immer nur die Gewissheit des Glaubens, die mir zugesprochen wird – z.B. durch sein Wort. 

So war das bei Hanna – so ist das bis heute. Und darauf will ich mich verlassen. Gott spricht mir seine Nähe zu, seine Gnade und seinen Frieden. Was wollen wir mehr?

„Es ist kein Fels, wie unser Gott ist.“ 

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