/ Wort zum Tag

Epheser 3,14-15

Bibelvers

Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden.

Epheser 3,14-15

Da steht er vor mir und schaut mich verständnislos an: „Gott, mein Vater? Das ist doch ein Witz. Wenn der ist wie mein Vater, dann kannst du ihn glatt vergessen.“

Ich hatte versucht, mit dem jungen Mann ins Gespräch über den Glauben zu kommen. Und natürlich hatte ich ihm gesagt, dass Gott ihn liebt, wie ein Vater sein Kind. Und nun das.

Tatsächlich hat der junge Mann auf einen fatalen Irrweg aufmerksam gemacht: Wenn wir von den Erfahrungen mit unseren menschlichen Vätern auf Gott, den Vater, schließen, dann können wir stolpern. Natürlich gibt es auch die guten Väter, die es ihren Kindern leicht machen, an den Vater im Himmel zu glauben. Es gibt aber auch die Väter, deren Bild den himmlischen Vater verdunkelt und verzerrt – die abwesenden, die unzuverlässigen, die feigen, die brutalen Väter. Wenn wir von solchen Vätern auf Gott schließen, dann kann nur, wie bei dem jungen Mann, die entsprechende Reaktion erfolgen. Wir können nicht von unseren Vätern auf Gott, den Vater, schließen.

Wie ein Vater ist, wie er mit seinen Kindern umgeht, wie er sein sollte, das müssen wir erst mal beim himmlischen Vater lernen. Er alleine ist der „rechte Vater“. Von ihm schreibt der Apostel Paulus. Diesen Vater kennt er. Dieser Vater hat seine Liebe nicht bloß behauptet. Dieser Vater hat sich auf seine Liebe festnageln lassen. Wie sehr er uns liebt, das kann man am gekreuzigten Jesus entdecken. Er liebt sich für uns zu Tode. „Wer mich sieht, sieht den Vater“, ruft Jesus seinen Freunden zu. An Jesus ist die Vaterschaft Gottes zu entdecken. Der

Vater sucht seine Kinder, die sich verlaufen haben. Er holt nach Hause und gibt ihnen Geborgenheit. Er nimmt ihre Lasten ab und tilgt ihre Schulden. So ist der richtige Vater. So ist Jesus.

Haben Sie diesen Vater schon kennen gelernt? Dann fällt es Ihnen sicher nicht schwer, mit Paulus „die Knie zu beugen“, ihm zu danken und ihn zu ehren. Denn in seiner Nähe sind wir geborgen und sicher.

Friedrich v. Bodelschwingh erzählt, wie er als kleines Kind in der Nacht aufwacht und große Angst hat. Durch die Türritze des Arbeitszimmers seines Vaters scheint noch ein Lichtstrahl. Durch den dunklen Korridor tappt der kleine Kerl dorthin. Als er im Arbeitszimmer steht, fragt ihn sein Vater: „Was willst du denn?“. Und der Kleine antwortet: „Vater, ich wollte bloß zu dir.“ 

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