/ Wort zum Tag

Johannes 1,16

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.

Johannes 1,16

Beim Lesen dieses Satzes steigt ein Bild in mir auf: Ich sehe eine lange Schlange – hungernde Menschen, die sich hinter einander aufgestellt haben. Sie dösen nicht länger vor sich hin. Sie haben eine Erwartung, eine Hoffnung. Jeder von ihnen hat ein Behältnis in den Händen – eine Kanne oder einen Topf. Sie wissen: Da vorn gibt es etwas zu essen. Darum haben sie sich aufgereiht. Geduldig warten sie. Weit hinten steht eine junge Mutter mit ihren beiden Kindern. Ihnen kommen schon Menschen entgegen, die etwas zu essen bekommen haben. Und doch ist die Mutter angespannt. Ob es für sie auch noch reichen wird? Oder sind die großen Töpfe leer kurz bevor sie dran gewesen wären? Die Zahl ist so groß und vor ihnen stehen so viele Menschen. Die junge Mutter nähert sich mit ihren Kindern langsam dem Tisch, auf dem die großen Töpfe und die Körbe mit dem Brot stehen. Die, die hinten waren, sind mittlerweile aufgerückt. Sie können denen schon zusehen, die Hilfe bringen gegen den Hunger. Einer teilt aus. Brot - Stück um Stück. Eine Frau verteilt die Suppe – Kelle um Kelle – und es wird nicht weniger. Jetzt kommt auch die junge Mutter an die Reihe. Dankbar nimmt sie das Brot und die Suppe in Empfang. Es hat doch gereicht. Wie wunderbar.

Ganz ähnlich sehe ich auch Jesus da stehen. Aber er hat keine Kelle in der Hand. Jesus teilt etwas anderes aus – Gnade. Gnade statt Brot! Gnade bietet keiner. Nur Gerechtigkeit – oder das, was er dafür hält. Jesus bietet Gnade.

Aber was kann man damit anfangen, was bedeutet das?

Vielleicht hilft auch hier ein Bild: Eine lange Schlange von Menschen – aber sie haben keine Gefäße. Und ganz vorn am Tisch, da steht auch kein Suppentopf oder Brotkorb. Ein Mann steht da, der hält einen Schlüssel in den Händen. Jesus. Und wer immer an ihn herantritt und ihn bittet, dem gibt er einen Schlüssel. An dem Schlüssel ist ein kleiner Ring befestigt mit einem Etikett. Vaterhaus – steht darauf.

Wer sich einen solchen Schlüssel schenken lässt, der kann damit zum Vater kommen. Er kann aufschließen. Und er weiß: jetzt habe ich eine Heimat. Bei diesem Vater muss ich nie hungern. Er gibt mir aus seinem Überfluss – immer wieder. Er gibt nicht nur das Brot oder die Suppe, er gibt nicht nur die Kleidung oder das Dach über dem Kopf – er gibt mir alles, was ich zum Leben brauche. Er zeigt mir einen Weg, er lehrt mich, diesen Weg auch zu gehen. Er zeigt mir meine Talente und Begabungen, er hilft mir auch, diese Talente zu entfalten. Er zeigt mir was gut ist und was schön ist – er lehrt mich das Singen und die Freude. Er zeigt mir, was Kraft kostet und sagt mir, dass er mich dann nicht allein lässt – er geht mit.

Das meint die Fülle der Gnade. Und aus dieser Fülle dürfen wir alle nehmen. Dazu wird uns dieser Schlüssel angeboten. Die ganze Fülle der Gnade. Immer wieder. Sie ist unerschöpflich. Wie wunderbar!


Kommentare

Von Rosemarie Such am .

Ich kann nur aus vollem Herzen zustimmen.


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