/ Wort zum Tag

Psalm 73,23

Bibelvers

Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand.

Psalm 73,23

Manchmal kommt der Glaube in die Krise. Vielleicht sind Sie gerade in Ihrem Gottvertrauen in besonderer Weise angefochten. Dann kann Ihnen der Psalm 73, dem die Losung für den heutigen Tag entnommen ist, zu einer großen Hilfe werden. Der Psalm ist das Zeugnis eines Seelenkampfes, vergleichbar mit dem Ringen Hiobs. Es begegnet uns die Spannung zwischen der rätselhaften Wirklichkeit des menschlichen Lebens und der Frage nach dem Wert und Wesen des Glaubens. Der Beter des 73. Psalms ringt um eine lebendige Glaubensgemeinschaft mit seinem Gott. Ihm will er vertrauen, aber die erlebte Wirklichkeit bringt ihn bis an den Rand der Verzweiflung. Er nimmt Anstoß am Glück der Gottlosen. Sie haben Erfolg. Ihnen gelingt scheinbar alles. Der Psalmbeter sieht ihren Lebensstil. Er sieht ihre Überheblichkeit. Er sieht ihren Reichtum und ihr Wohlbehagen, ihre Gesundheit und eitel Lust. Sie leben scheinbar unbeschwert und sorglos. Sie leben ohne Gottvertrauen. Er aber der mit der Wirklichkeit Gottes in seinem Leben rechnet muss leiden. Ihm geht es schlecht. Aber er sieht nur das Vordergründige.

So wie ihm geht es Ihnen vielleicht auch manchmal. Sie fragen und zweifeln. Sie schauen auf die Fassaden. Sie sehen Wohlstand und scheinbar unbeschwertes Glück oft gerade bei Menschen, die ohne Gott leben. Sie sehen das Vordergründige. Aber Sie sehen oft nicht, wieviel Not sich manchmal hinter einem Leben in Saus und Braus und einem großspurigen Auftreten verbirgt.

Der Psalmbeter grübelt. Er schüttet vor Gott sein Herz aus. Ihm sagt er seine ganze Not. Das ist gut. Das hilft ihm weiter.

Der Beter war nahe dran, Gott, den er mit brennendem Herzen suchte, die Treue aufzukündigen. Aber die Treue zur Gemeinde der Gläubigen hält ihn zurück. In dem Augenblick, in dem ihm Gott aus dem Blick geschwunden ist, bleibt ihm die Gemeinde. Die Gemeinschaft der Glaubenden, der Gottesdienst im Tempel trägt ihn durch die Krise. Könnte das nicht auch für Sie hilfreich sein. Ich halte nicht viel davon, ein Privatchristentum zu leben. Eine persönliche Beziehung zu unserem Herrn ist ganz wichtig. Aber genauso wichtig ist die Treue zur Gemeinde der Christen.

Beim Psalmbeter muss es erst zur Bankrotterklärung seines menschlichen Denkens kommen, ehe er sich aufs neue auf Gott ausrichten kann.

Die Losung dieses Tages spricht von der großen Wende im Leben des Angefochtenen. Bis dahin war es ein langer Weg. Aber jetzt bekennt der Beter:

"Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand." Nicht durch Nachdenken und Grübeln, sondern dadurch dass Gott eintrat in sein Leben, geschah bei ihm die Veränderung. Das ist das Wagnis des Glaubens, an Gott festzuhalten gegen den Augenschein. Das tröstet. Das richtet auf. Das trägt durch. „Dennoch bleibe ich stets an dir!“ –Wunderbar ist dieses Bekenntnis.

Das kühne „Dennoch“ des Glaubens wird zur entscheidenden Lebenshilfe. Jetzt ist nicht mehr der Blick auf Menschen gerichtet. Gott ist wieder im Blickfeld des Beters. Es ist auch für Sie und mich entscheidend, nicht schräg und neidvoll auf die anderen Menschen zu blicken, sondern geradeaus auf den gegenwärtigen Herrn. Er trägt auch durch Krisen hindurch. Er trägt und hält auch Sie. Er hält am Leben. In Jesus ist er Ihnen auch auf schweren Wegstrecken und in Ihren Anfechtungen nahe. Ich wünsche Ihnen, dass Sie dies erfahren. Ich hoffe Sie können mit dem Psalmbeter sprechen: „Herr, dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand.“

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