/ Wort zum Tag

4. Mose 24,17

Bibelvers

Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen.

4. Mose 24,17

Haben Sie schon darüber nachgedacht, wer Jesus ist? Viele Jesusdarstellungen zeigen uns einen ganz bestimmten Jesus. Oft mit schulterlangen Haaren. Im typisch orientalischen Gewand. Mit sanften Augen. Er wirkt verständnisvoll. Anteilnehmend. Viele Berichte und Bilder der Evangelien scheinen dieses Bild zu belegen. Als guter Hirte sorgt er sich um die Schafe. Er weidet sie fürsorglich. Geht dem verirrten Schaf nach. Er kümmert sich um die Bedürfnisse seiner Zuhörer. Schickt sie nicht hungrig nach Hause, sondern sorgt dafür, dass sie ausreichend zu essen bekommen. Kranke meidet er nicht. Im Gegenteil. Viele von ihnen macht er gesund. Und dem eigenen Leiden weicht er nicht aus, obwohl das nach seinen Worten für ihn möglich wäre. Vielmehr erduldet er, verspottet und gefoltert zu werden, bis zur grausamen Hinrichtung. Der sanfte Jesus, der Gottes Liebe sichtbar macht. Dem man sich anvertrauen möchte wie einem Freund. Der auch von seinen Mitmenschen als Freund derer, die am Rande der Gesellschaft stehen, wahrgenommen wird. Er zieht sich nicht von solchen zurück, obwohl die anständigen und rechtgläubigen Leute nichts mit ihnen zu tun haben wollen.

Bei einem solchen Bild von Jesus können manche Berichte und Aussagen von ihm irritieren. Wenn er auf Bitten und Fragen schroff und scheinbar hart antwortet. In Streitgesprächen seine Gegner stellt. Denen, die sich für gerecht und gottesfürchtig halten, den Spiegel vorhält und fromm getarnte Heuchelei entlarvt. Dann haben wir es nicht mit einem sanft blickenden, unendlich geduldigen und alles erduldenden Jesus zu tun. Und vielleicht sind wir verwirrt und unzufrieden, weil dieser Jesus nicht in unser Bild von ihm passt.

Wenn Sie schon in den Evangelien des Neuen Testamentes gelesen haben, wird Ihnen aufgefallen sein, dass Jesus nicht unseren Vorstellungen entspricht. Er ist weder der sanfte Gottessohn, so wie einige Künstler ihn dargestellt haben, noch der radikale Revolutionär, der den Umsturz aller Verhältnisse herbeiführt, wie er vor einigen Jahren gerne beschrieben wurde. Je mehr wir von ihm hören und lesen, desto eher werden wir zustimmen, dass Jesus „in kein Schema passt“. Jedes Bild, das wir uns von ihm machen, steht in der Gefahr, einseitig zu werden und damit verkürzt und falsch.

Ein Aspekt seiner Person und seines Wirkens war in der Alten Kirche den Gläubigen sehr bewusst: Jesus wird herrschen! Seiner Macht werden sich alle irdischen und himmlischen Gewalten beugen müssen. Diese Sicht entsprang nicht etwa der Sehnsucht der Gläubigen, die angesichts einer ihnen nicht immer freundlich gesonnenen Umwelt sich damit hätten trösten wollen, dass es einmal anders und in ihrem Sinne besser werden würde. Vielmehr waren sie davon überzeugt, dass sich in Jesus eine sehr alte Prophetie erfüllt hatte und noch erfüllen sollte. Wir können sie im 4. Buch Mose in Kapitel 24 Vers 17 nachlesen. Dort heißt es: „Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen.“ Er ist der, an dem wir uns orientieren sollen. Gerade dann, wenn wir den Eindruck haben, dass um uns her alles dunkel ist. Er ist der, auf dessen Wort wir achten sollen. Es hat nicht nur Gewicht. Es ist entscheidend.
 

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