/ Wort zum Tag

Jesaja 1,17

Bibelvers

Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten!

Jesaja 1,17

„Jeden Tag eine gute Tat.“ Dieses Motto der Pfadfinder in aller Welt hat mich stets beeindruckt: Jeden Tag etwas Gutes tun, das ist ein toller Vorsatz. Und was hätte das für Auswirkungen, wenn ich diesen Vorsatz jeden Tag verwirklichen könnte. Dann wäre ich vielleicht ein bisschen wie Mutter Teresa, die sich um die Ärmsten der Armen gekümmert hat, ein bisschen wie Martin Luther King, der gegen die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe gekämpft hat, oder vielleicht auch ein bisschen wie jene Frau in der Gemeinde, die für jeden, der ihr begegnet, ein offenes Ohr hat und jedem tatkräftig hilft. Jeden Tag eine gute Tat.

Zu solchem Handeln fordert auch das Bibelwort für heute auf. Es steht im Buch des Propheten Jesaja im ersten Kapitel, Vers 17: „Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten.“ Gutes tun, Recht schaffen, den Unterdrückten helfen – was der Prophet Jesaja hier zum Volk Israel sagt, klingt wie ein Maßnahmenkatalog für tägliches gutes Handeln. Darin steckt ein gewaltiger Anspruch. Denn wer von uns kann schon aufrichtig sagen, dass er jeden Tag so handelt. Doch diese Aufforderung, Gutes zu tun, steht am Ende einer langen Rede, mit der sich der Prophet Jesaja an das Volk Israel wendet. In dieser Rede klagt er das Volk in harten Worten im Namen Gottes an. Jesaja wirft seinen Zuhörern vor: „Ja, ihr bringt Gott Opfer und ihr besucht fleißig die Gottesdienste und Versammlungen, aber eure Frömmigkeit hat in eurem Alltag keine Konsequenzen. Ihr betet zu Gott, aber ihr handelt nicht danach!“ (Jes 1,2-16). An Gott glauben, aber nicht wie er gegenüber den Mitmenschen handeln, nämlich liebend, barmherzig, gerecht, - das wirft Jesaja dem Volk Israel als Fehlverhalten vor.

Und wenn wir diese Worte heute lesen, dann müssen wir uns auch fragen lassen: Wie sieht denn das bei mir und uns aus? Fromm sein, aber nicht fromm handeln? Für Jesaja gehört beides zusammen, der Glaube und das entsprechende Handeln. Deshalb fordert er dazu auf: „Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten.“ Und diese Aufforderung gilt auch uns Christen heute. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Christsein ist viel mehr als nur Gutes tun und den Schwachen und Unterdrückten zu helfen. Aber Christsein ohne entsprechendes Handeln gibt es eben auch nicht. Denn wo ein Mensch in Beziehung zu Gott lebt und Gottes Liebe erfährt, da wird er zugleich in eine neue Beziehung zu seinen Mitmenschen gestellt. So wie Gott mich annimmt und liebt und mir hilft, so macht Gott auch mich bereit, meinen Mitmenschen anzunehmen, ihn zu lieben und ihm zu helfen. Gottes- und Nächstenliebe sind verbunden. Deshalb gehört die Diakonie, das Einsetzen für die Menschen, die Hilfe brauchen, seit 2000 Jahren zu den Aufgaben der christlichen Gemeinde. Christen sind nicht einfach „Gutmenschen“, aber wer mit Gott lebt, wird von ihm dazu verändert, so zu handeln wie er.

Der Aufruf des Propheten Jesaja „lernt Gutes tun“ erinnert uns daran, was Gott für uns getan hat und was ich davon weitergeben kann an den, dem es schlecht geht. Jesajas Wort erinnert uns daran, dass Beten und Handeln zusammengehören. Mich bringen Jesajas Worte ins Nachdenken und Fragen: Wo kann ich heute etwas Gutes tun? Wo kann ich mich heute für Gerechtigkeit einsetzen, im Büro oder beim Einkaufen? Wo hilft ein gutes Wort von mir? Und wie begegne ich eigentlich den Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, die wenig Geld und viele Probleme haben? „Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten.“ Dazu fordert das Bibelwort für heute auf – oder pfadfinderisch formuliert: Heute eine gute Tat.
 

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