/ Wort zum Tag

5. Mose 4,2

Bibelvers

Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun, auf dass ihr bewahrt die Gebote des HERRN, eures Gottes.

5. Mose 4,2

Kennen Sie das auch, dass aus einer Mücke manchmal ein Elefant wird? Nicht nur, wenn wir uns über irgendeine Kleinigkeit aufregen und dabei die Sache, über die wir uns ärgern, immer größer wird, sondern auch, wenn wir etwas erzählen und dabei gerne ein bisschen dramatisieren. Wie zum Beispiel der sprichwörtliche Angler, der in einem kleinen See einen ebenso kleinen Fisch gefangen hat und dann stolz zuhause seiner Familie und seinen Freunden davon berichtet. Und mit jedem Erzählen wird der Fisch größer, bis der Angler schließlich erzählt, er habe in einem reißenden Strom unter Aufbieten all seiner Kräfte einen riesigen Fisch an Land gezogen. Spätestens dann denken seine Zuhörer: Na, das ist eben Anglerlatein.

Wenn ein Erzähler sein Erlebnis so ausschmückt und ergänzt, können wir nachsichtig schmunzeln und nehmen das Ganze nicht so ernst. Es ist menschlich, zu ergänzen und auszuschmücken. Doch wie sieht das aus, wenn es um eine ernste Sache geht, zum Beispiel um ein Gebot Gottes? Offensichtlich ist es auch da menschlich, ein Gebot zu ergänzen oder etwas wegzulassen. So wird es uns im Alten Testament im 5. Buch Mose geschildert. In diesem Buch wird davon berichtet, dass Mose dem Volk Israel die zehn Gebote mitteilt (5. Mo 5). Und Mose, der die Israeliten aus Ägypten durch die Wüste geführt hat, hin zum verheißenen Land, teilt dem Volk Israel nicht nur die zehn Gebote mit. Nein, im Namen Gottes stellt er auch klar, wie mit diesen Geboten umzugehen ist: „Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun, auf dass ihr bewahrt die Gebote des Herrn, eures Gottes.“ So das Bibelwort für heute im 5. Buch Mose, Kapitel 4, Vers 2. Ihr sollt nichts dazutun und nichts wegnehmen von Gottes Geboten. Dazu fordert Mose das Volk Israel auf und er gibt ihnen dann die zehn Gebote als Wegweiser für das Leben mit Gott und mit den Mitmenschen.

Als solche Wegweiser kennen auch wir noch die zehn Gebote. „Du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst den Feiertag heiligen“ – die Gebote scheinen auf den ersten Blick ganz klar zu sein. Warum also die Ermahnung, nichts zu diesen Geboten hinzuzufügen oder wegzunehmen? Doch wenn wir zum Beispiel das Gebot „du sollst nicht stehlen“ nehmen, dann kenne ich doch Aussagen wie: „Ach, einen schönen Kugelschreiber aus dem Büro mitnehmen oder bei der Steuererklärung schummeln, da stehle ich doch nicht.“ Vielleicht sind es solche Sätze, die etwas wegnehmen vom Gebot Gottes. Und dann gibt es Menschen, die etwas hinzutun zu einem Gebot, indem sie es drohend gegenüber einem Mitmenschen verwenden, zum Beispiel so: „Das darfst du am Sonntag auf gar keinen Fall tun, denn du sollst den Feiertag heiligen.“ Die menschliche Auslegung von Gottes Geboten steht immer in der Gefahr, etwas hinzuzufügen oder wegzulassen, ein Gebot zu verschärfen oder es zu bagatellisieren, und anders als beim Anglerlatein geht es hier ja um unser ganzes Leben.

Doch das Bibelwort von heute fordert dazu auf, die Gebote zu bewahren, nämlich zu bewahren, was Gott mit seinen Geboten möchte. Im Neuen Testament gibt Gott uns eine Zusammenfassung seiner Gebote, die lautet: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben“ und „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mt 22, 37-39). Liebe zu Gott und Liebe zum Nächsten, das ist der Kern der Gebote, die Gott damals seinem Volk Israel gab und die noch heute für uns Christen gelten. Dann bedeutet die Ermahnung, nichts zu Gottes Geboten hinzuzutun oder wegzunehmen auch, dass wir den Kern aller Gebote, diesen Grundgedanken, bewahren sollen: die Liebe zu Gott und zu unseren Mitmenschen. Und diese Liebe heute in unserem Alltag zu leben, dazu möge uns Gott durch seinen Heiligen Geist immer wieder anleiten und helfen.
 

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