/ Wort zum Tag

Epheser 4,26

Bibelvers

Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.

Epheser 4,26

Ob es heute wieder Ärger gibt? - Wer weiß es! Aber was ich weiß ist, dass mein Ärger schädliche Folgen haben kann. Soweit kenne ich mich: Wenn ich zornig werde, rutschen mir unversehens Worte heraus, die ich nachher am liebsten wieder einfangen möchte - wenn das möglich wäre. Ich versuche, mich zu beherrschen; ich will mir Zornausbrüche abgewöhnen. Aber es gelingt nicht immer. Manchmal regt man sich eben doch auf. Ich kann nicht teilnahmslos mit ansehen, was um mich her geschieht. Zwar haben manche Philosophen „Apathie“ als hohe Tugend ausgegeben; aber scheint es nicht eher krankhaft zu sein, wenn sich jemand über nichts aufregen kann?

Der Apostel Paulus schreibt im Epheserbrief, worauf man achten soll, wenn einen der Zorn packt. Dass sich dies nicht völlig vermeiden lässt, setzt er offenbar voraus. Aber wenn es eintritt, muss man auf der Hut sein. „Zürnt ihr, so sündigt nicht!“, schreibt er, Epheser 4, Vers 26. Mit dem Wort „sündigen“ bezeichnet die Bibel den Vorgang, in dem ich mich dem Einfluss Gottes entziehe, mich über sein Wort und Gebot hinwegsetze, ihm sozusagen den Rücken kehre und mir nicht mehr dreinreden lasse. Wenn ich wütend werde, bin ich immer nahe daran, mich von Gott los zu reißen. - Vorsicht!

Paulus hat diese Warnung aus dem Alten Testament übernommen. Im 4. Psalm, Vers 5, steht der gleiche Satz. Er rät einem, wenn man 'geladen' ist, zuerst einmal 'in sich zu gehen' und das Gespräch mit Gott zu suchen. Das hebräische Wort für „zürnen“ heißt eigentlich „sich aufregen“. Der Psalm macht darauf aufmerksam, dass, wer sich über etwas oder über jemand aufregt, im Begriff ist, sich von Gott abzuwenden. Sobald aber Gott verdrängt wird, beginnt das ihm Entgegengesetzte Fuß zu fassen. Daher warnt Paulus im nächsten Satz des Epheserbriefes davor, „dem Teufel Raum“ zu geben. Meine Wut könnte dem Teufel sehr gelegen kommen als Einstieg in alles Böse. Dazu darf ich ihm nicht Zeit lassen. Sonst setzt er sich fest und breitet sich immer mehr aus. Wenn Zorn hochkommt, ist es höchste Zeit, mit Gott Kontakt aufzunehmen. Allerspätestens abends, wenn ich mich auf den nächsten Tag einstelle, muss der Zorn verraucht sein. Den Sonnenuntergang darf er nicht überdauern. Sonst schlafe ich schlecht und werde verbittert.

Ein paar Sätze später schreibt Paulus, dass alles, was aus Erbitterung geschieht, worin sich Wut und Zorn äußern, wobei man laut wird und sich vielleicht zu Verwünschungen hinreißen lässt, eigentlich bei Christen überhaupt nicht vorkommen sollte. Seid vielmehr „miteinander freundlich, herzlich und vergebt einer dem andern, wie Gott euch vergeben hat in Christus“ (V. 31-32). Wenn ich zum Beispiel spätestens vor dem Schlafengehen das Vaterunser bete, in dem ich Gott um Vergebung bitte und ihm verspreche, dass ich auch meinerseits meinen Schuldigern vergeben will, kann sich die Erregung legen. Dann kann ich in Ruhe darüber nachdenken, wie ich mit dem Vorgefallenen vernünftig umgehen kann.

In den alttestamentlichen Sprichwörtern sind bewährte Anregungen zu finden für Situationen, in denen gewöhnlich Zorn aufkommt, z. B. Sprüche 15, 1: „Eine linde Antwort stillt den Zorn, aber ein hartes Wort erregt Grimm“ - Gott bewahre!
 

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