/ Wort zum Tag

Johannes 6,51

Bibelvers

Christus spricht: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.

Johannes 6,51

Vor einer Abendmahlfeier in der Gemeinde saßen wir still in einem Kreis und warteten auf den Beginn des Gottesdienstes. Mein Blick fiel auf das Brot auf dem Tisch in der Mitte unserer Runde und meine Gedanken gingen ihren eigenen Weg: „Brot des Lebens“, so hat Jesus sich bezeichnet. Brot will er für uns sein. Wenn von Brot die Rede ist, ist oft mehr gemeint als nur Brot, dieser gebackene Teig. Man spricht zum Beispiel von einem Firmenchef als dem „Brötchengeber“. Er ist der Arbeitgeber, bei dem sich die Angestellten ihren Lebensunterhalt verdienen können. Oder man spricht von einer schwierigen Tätigkeit, die nur mühsam voran geht und geringe Erfolge zeigt, und sagt: „Das ist ein hartes Brot!“ Die alten Römer sagten: Das Volk braucht „Brot und Spiele“, um zufrieden zu sein. Hier stand das Brot für die Grundversorgung des Lebens und die Spiele für Ablenkung und Vergnügen. Auch wenn Jesus uns in seinem Mustergebet die Bitte vorgibt, „unser tägliches Brot gib uns heute“, dann meint es alles, was wir zum täglichen Leben brauchen. Brot gilt in vielen Ländern der Erde als Grundnahrungsmittel, als das Lebensmittel schlechthin. Mit den Spenden an die Hilfsorganisation „Brot für die Welt“, die sich um die Ärmsten in der Welt kümmert, wird auch mehr besorgt als nur Brot.

Jesus hat einmal den Menschen, die ihm lange zugehört hatten und sich nichts zu essen besorgen konnten, Brot gegeben. Er hatte nur wenig und machte daraus viel und Tausende wurden satt. Diese wunderbare Erfahrung veranlasste sie, ihn zum Brotkönig erheben zu wollen. Er wehrte ab, denn er wollte in viel größerer Weise ihnen Brot zum Leben geben. Er selbst wollte für sie Brot des Lebens sein. So notwendig wie das Brot ist Jesus für das Leben auf dieser Erde und für das Leben nach dem Tod. Er sagte: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot ist, wird leben in Ewigkeit.“ Als die Leute aus Israel diesen Satz hörten, fiel ihnen ein anderes Brot ein, das vom Himmel kam. Das Manna damals in der Wüste. Damit konnten die Vorfahren ihren Hunger stillen und in der kargen Wüste überleben. Aber es änderte nichts daran, dass sie später trotzdem sterben mussten. Manna hat ihr Leben nur etwas verlängert.

Jesus ist mehr als Manna. Das Leben, das Jesus bringt, ist mehr als die Zeit auf der Erde bis zum Tod. Es ist die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott, die durch keinen Tod begrenzt oder beendet werden kann. Ob das alle so verstanden, die es hörten? Als Jesus im Kreis seiner Jünger kurz vor seiner Festnahme und seinem Tod mit ihnen noch einmal das Passahmahl feierte, nahm er auf einmal das Brot, dankte, brach es, reichte es ihnen entgegen und sagte: „Nehmt, das ist mein Leib!“ Vielleicht hatten sie es erst später, als sie sich nach der Kreuzigung ihres Herrn an diese Worte erinnerten, richtig begriffen, was er damit eigentlich meinte. Immer wieder sollten sie sich mit der Feier des Abendmahls daran erinnern, dass sein Tod ihnen das ewige Leben brachte. Gerade durch sein Sterben für die Menschen ist er ihnen zum Lebensbrot geworden. Für jeden, der von diesem Brot ist, das heißt, der ihn annimmt, ist er das Mittel zum Leben. Mit den Worten, „nehmt und esst“, bietet sich Jesus selbst an.

Die Töne des Klaviers zum Auftakt unseres Gottesdienstes holten mich aus meinen Gedanken. Aber die Feier des Abendmahls setzte ja das Thema fort. Und als es dann bei der Austeilung des Brotes hieß: „Nehmt und esst, das ist mein Leib“, habe ich erneut Jesus als Brot des Lebens ganz bewusst zu mir genommen. Durch sein Sterben am Kreuz ist er für jeden, der ihn annimmt, Brot zum Leben.
 

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