/ Wort zum Tag

Psalm 145,13

Bibelvers

Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft währet für und für.

Psalm 145,13

„Ewig ist mir zu lange! Und nicht vorstellbar“, sagen viele. Warten fällt uns schwer, weil wir normalerweise ungeduldig sind. Aber manchmal müssen wir es. Zum Beispiel beim Arzt oder beim Amt bleibt es uns nicht erspart. Solches Warten ist mühsam. Aber mit der Erwartung, etwa der Ankunft des geliebten Partners oder der ersehnten Rückkehr des Kindes, ist das ganz anders; das ist etwas Schönes, Wunderbares, Spannendes. Ja wir sagen sogar: Vorfreude ist die schönste Freude.

Mit dem Glauben an Gottes Ewigkeit verhält es sich wie mit dem zweiten. Da geht es nicht um das Warten auf den sprichwörtlichen Sankt-Nimmerleins-Tag, sondern um die freudige Erwartung auf das Zusammensein mit Gott. Etwas zwar Fernes, aber unvorstellbar Schönes wartet auf uns. Gottes ewiges Reich in der Zukunft, nach unserer begrenzten Zeit in diesem schönen, aber sterblichen Leben. Das ist Gewissheit für die Zeit nach dem Tod für alle, die mit ihm verbunden sind.

Aber das ist nur die eine, die zukünftige Seite der Ewigkeit. Im Psalm 145 heißt es ja: „Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft währet für und für.“ Das bezieht sich nicht nur auf eine mehr oder weniger ferne Zukunft, sondern es umfasst auch Gegenwart und Vergangenheit. Gott war vor aller Zeit, er ist jetzt da, nur ein Gebet weit entfernt, und er regiert die Welt. Das ist zunächst nur ein Glaubenssatz. Aber was löst diese Vorstellung in Ihnen aus? Beruhigung oder Besorgnis, eine schöne Gewissheit oder ein schlechtes Gewissen?

Die Antwort hängt an einer einzigen Frage, und die ist eine Beziehungsfrage. Ob ich mich auf jemand, der da ist oder bald kommt, mit wachsender Erwartung freue, hängt von meiner Beziehung zu ihm oder ihr ab. Ob ich vor jemand, der nah ist oder bald kommt, Angst habe, liegt an meinem Verhältnis zu dieser Person. Da gibt es, wie jedem klar ist, zwei Möglichkeiten der Beziehung: Wenn ich gar kein oder ein belastetes Verhältnis zu dem, der kommen soll, habe, dann kann ich nicht wissen, wie es sein wird, wenn er da ist. Ich bin unsicher, weiß nicht, wie er reagieren wird. Oder ich habe gar Angst vor seinem Kommen. Solche Angst oder Ungewissheit möchte Gott uns ganz ausdrücklich nicht zumuten. Er will am allerliebsten, dass wir gewiss sind, zu ihm zu gehören. Der große Gott lädt jeden Menschen zu einem persönlichen Vertrauensverhältnis mit sich ein. Das ist ein bedeutender Unterschied zu anderen Religionen und auch zu manch volkstümlicher Vorstellung vom christlichen Glauben. Daher heißt es in der Bibel über diese Vertrauensbeziehung immer wieder, sie sei wie die zwischen einem liebenden Vater oder einer treu sorgenden Mutter und ihrem Kind: ganz eng, von gegenseitiger Liebe und unbegrenztem Vertrauen geprägt.

Deswegen hat Gott uns ja Jesus als Mittler und Brücke geschickt. In Hebräer 13,8 heißt es: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Der Begriff Ewigkeit allein ist ungreifbar, und ein ferner Gott irgendwo in der Ewigkeit ist für viele nicht vorstellbar. Die gute Nachricht ist: Er hat ein Gesicht, das uns zugänglich ist. In Jesus Christus hat der ewige Gott sich uns zugewandt. Er ist das Ebenbild des ewigen Vaters. Also können wir auf die bekannte Kinderfrage „Wie sieht der liebe Gott aus?“ mit Fug und Recht antworten: „So wie Jesus!“ Von ihm haben wir zwar kein Foto oder Gemälde, aber eine Fülle von Berichten über sein Leben und Handeln und eine Menge von Originalzitaten in den Evangelien des Neuen Testaments.

Für Jesus gilt dasselbe wie für Gott den Vater: Er ist ewig, sein Reich bleibt ewig bestehen. Er war von Anfang an da, in liebendem Austausch mit dem Vater und dem heiligen Geist. Gott ist Beziehung, er ist Kommunikation in sich. Deshalb will er die auch für seine Söhne und Töchter. Jetzt und in Ewigkeit. Ohne Begrenzung - und ohne jeglichen Anflug von Langeweile oder Routine.
 

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