/ Wort zum Tag

Hosea 12,7

Bibelvers

So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!

Hosea 12,7

Es gibt Bibelverse, die fassen das ganze Leben zusammen. Das Leben und den Glauben. Im Buch des Propheten Hosea in Kapitel 12 steht solch ein Vers. Es ist Vers 7: „So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!“ Ein Vers, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umfasst. Und der uns immer wieder neu die Richtung weisen kann. „So bekehre dich nun zu deinem Gott.“ Diese Aufforderung erging damals an das Volk Israel. Sie ergeht heute an uns, an mich. Denn solch eine Bekehrung habe ich nötig. Ich habe es nötig, mich immer wieder abzukehren von dem, was mich von Gott wegziehen will. Das kann, um mit einem alten Choral zu sprechen, „Erdennot“ sein. Es kann aber auch „Erdentand“ sein. Not zieht mich manchmal zu Boden, zieht mich weg von Gott. Lässt mich an seiner Güte, an seiner Liebe zweifeln. Manchmal lehrt Not beten. Das ist richtig. Manchmal aber sorgt sie dafür, dass Menschen den Glauben wegwerfen. Aber das andere ist genauso gefährlich. Der Erdentand, also das, was mich begeistert, was Kopf und Herz in Beschlag nimmt. Vom wohlgefüllten Bankkonto bis zum blank polierten Moped kann das beinahe alles sein, was uns die Werbung Tag für Tag schillernd vor die Augen malt. „So bekehre dich nun zu deinem Gott.“ Denn nur bei Gott ist das Leben. Nur bei ihm ist Hoffnung. Nur bei ihm ist Halt. Solch eine Bekehrung geschieht meist ein- oder zweimal im Leben. Aber eigentlich kann sie jeden Tag passieren. Eigentlich muss sie jeden Tag passieren. Martin Luther hat einmal gesagt: „Wir sollen den alten Adam, unser altes Ich, Tag für Tag ersäufen.“ Und jemand hat augenzwinkernd ergänzt: „Aber das Aas kann schwimmen.“ Nein, mit der Bekehrung ist es nicht ein für allemal getan. Immer wieder stehe ich in der Gefahr, mich von Gott abzuwenden und immer wieder soll, immer wieder darf ich zurück kommen.

Und dann? Dann „halte fest an Barmherzigkeit und Recht“. Das macht das Leben eines Menschen aus, der zu Gott gehört. Er hält an Barmherzigkeit und Recht fest. Er ist barmherzig, wie sein Vater im Himmel barmherzig ist. Wie sein Vater im Himmel gütig und freundlich mit ihm umgeht, so geht er nun mit anderen um. Das soll das Kennzeichen eines gläubigen Menschen sein: Barmherzigkeit. Aber eben auch Recht. Er lässt nicht einfach fünfe gerade sein. Er setzt sich für gerechte Lebensbedingungen ein, für ein menschengerechtes Leben, für eine schöpfungsgerechte Politik. Er protestiert gegen das Unrecht, das kleine und das große.

Und bei all dem hofft er stets auf Gott. Hofft er auf seine Liebe. Hofft er auf seine Hilfe. Hofft er auf seinen Beistand. Menschen, die mit Gott rechnen, setzen nie auf ihre eigene Kraft. Und wenn sie es doch tun, werden sie früher oder später scheitern. Menschen, die mit Gott rechnen, hoffen nie auf ihre Fähigkeiten, nicht einmal auf ihren eigenen Glauben. Sie hoffen darauf, dass Gott mit ihnen und mit dieser Welt zum Ziel kommt.

So fasst dieser Vers, der als Losung über diesem Tag steht, unser Leben und unseren Glauben zusammen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. „So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!“ Und ich will das an diesem Tag Schritt für Schritt tun. Mich Gott zuwenden. Ein barmherziges und gerechtes Leben führen. Und will meine Hoffnung und mein Vertrauen ganz neu und ganz und gar auf diesen Gott setzen. Er wird dieses Vertrauen nicht enttäuschen.
 

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