/ Wort zum Tag

Psalm 77,14

Auch im Glauben gibt es dunkle Stunden. Lauter unbeantwortete Fragen, ja auch tiefe Zweifel. Die Gefühle sind in solchen Augenblicken wie abgestorben und taub. Ich spüre nichts von Gottes Nähe und Liebe. Mit den Gedanken kann ich auch Gottes Erbarmen und Trost nicht mehr fassen. Ich begreife Gottes Lebensführung nicht mehr. Gut ist, dass im Wort Gottes viel von solchen Leuten mit schweren Anfechtungen berichtet wird. Im Psalm 77 hat Asaf ein Lied gedichtet, als er tief gebeugt und niedergeschlagen war. Die Freude des Glaubens war gewichen. Um ihn her war alles finster. Er war ratlos: Gott, ich verstehe dich nicht! Er litt schwer an seiner eigenen Lebensführung. Warum muss ich da durch? Ich sehe nichts mehr von der Güte und Liebe Gottes. So spricht er: „Ich bin betrübt. Mein Herz ist in Ängsten. Ich bin so voll Unruhe, dass ich nicht reden kann. Ist’s denn aus mit der Güte Gottes? Hat Gott vergessen gnädig zu sein?“

Das Besondere aber bei Asaf war: Er hat seine ganze Not vor Gott gebracht. Er hat gebetet. Wie trostlos verzweifelt er sich auch innerlich fühlte, desto leidenschaftlicher wandte er sich an den lebendigen Gott, dem er gehörte. Das ist jetzt ganz wichtig für alle, die auch zerbrochen und niedergeschlagen sind. Auch wenn Sie ausgebrannt und leer sind, rufen Sie doch gegen alle Ihre Gefühle aus der Tiefe den heiligen Namen Gottes an. Auch wenn Sie seine Wege nicht verstehen können, so ist das genug zu wissen: Es sind seine Wege, die er Sie führt. Er ist barmherzig und gnädig, auch wenn ich nichts fühle von seiner Macht. Und darum sind seine Wege heilig, vollkommen und gut, auch wenn ich es nicht verstehe. Höher als unsere Gedanken, viel wunderbarer, als wir ahnen können. Und viel vollkommener, als wir begreifen. Mag Ihnen heute der Weg von Gottes Führung rätselhaft und dunkel erscheinen, es täuscht. Von Gott aus gesehen ist sein Weg mit Ihnen heilig.

Dieses Wort möchte ich Ihnen heute zurufen: Gott, dein Weg ist heilig! Er hat versprochen, über Ihnen seine ganze Güte und Liebe zu entfalten und leuchten zu lassen. Wie wunderbar hat uns der Herr in den zurückliegenden Wochen, Monaten und Jahren geführt. Wie geheimnisvoll war sein Wirken. Wie mächtig sein Eingreifen. Wie barmherzig sein Tun. Wenn wir in der Ewigkeit einmal vor Gottes Thron stehen, dann können wir nur voll Dank dieses herrliche Lied anstimmen, das einst schon Mose in der trostlosen und grausamen Wüste sang. Es ist auch das Lied der Jesusgemeinde unter dem Kreuz: „Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Völker!“ Ich bitte Sie, bleiben Sie jetzt nicht in Ihren schweren Gefühlen stehen, sondern blicken Sie ins Herz des barmherzigen Gottes, der Sie liebt. Dann wird auch Ihre Finsternis licht. Gott sei Lob und Dank!
 

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