/ Wort zum Tag

Hebräer 10,24-25

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Lasst uns darauf bedacht sein, dass wir einander anspornen zur Liebe und zu guten Taten: Wir wollen die Versammlung der Gemeinde nicht verlassen.

Hebräer 10,24-25

Vor einigen Jahren war er noch ein engagierter Mitarbeiter in der Gemeinde. In dieser Gemeinde hatte er so etwas wie ein geistliches Zuhause gefunden. Seit mehr als zwanzig Jahren gehörte er zu ihrem Freundeskreis – und leitete dort auch den Gemischten Chor. Vor einiger Zeit starb seine Frau, die er über mehrere Jahre hingebungsvoll betreut und gepflegt hatte. Das Alleinsein und die Einsamkeit wurden für ihn immer notvoller. Umso größer war sein „Glück“, als er bei einer Mitchristin der Gemeinde eine neue Bekanntschaft und menschliche Nähe fand. Sie war ebenfalls verwitwet – und weil sich beide mochten, zogen sie zusammen, um einander für ihren Lebensalltag Hilfe und Halt zu sein.

Sie haben daraus kein Geheimnis gemacht. Offen und ehrlich haben sie ihre Haus- und Lebensgemeinschaft in der Gemeinde bekannt gemacht. Doch es gab nur wenige, die sich mit diesem älteren Paar freuten, beide bereits in einem Lebensalter von über 78 Jahren. Für viele war diese sogenannte „Rentner-Ehe“ schlichtweg Unzucht, ein geradezu unerträglicher Skandal. Und diese Leute sorgten dafür, dass er deshalb aus der Chorgemeinschaft rausgeekelt wurde und beide immer mehr aus der Gemeinde gemobbt wurden. Statt ihnen konstruktiv und sensibel in Liebe zu begegnen, wurde über sie hochmütig der Stab gebrochen, weil sie nicht standesamtlich verheiratet waren. Das wäre man dem Ansehen der Gemeinde schuldig meinten jene, die sich als „Wächter“ der reinen Lehre verstanden. Einfühlsame Seelsorge in Liebe und Barmherzigkeit hatte bei ihnen keinen Platz. Die Folge: Nicht nur diese beiden älteren Menschen kehrten der Gemeinde den Rücken, sondern auch noch viele andere verließen mit ihnen diese Gemeinschaft.

Hätte man sich von der Liebe bestimmen lassen, von der geduldigen und barmherzigen Liebe Gottes, dann wäre in dieser Situation sicherlich ein anderer Weg möglich gewesen. Sagt uns doch Gottes Wort: Die Liebe ist langmütig und freundlich. Alles hofft sie, alles trägt sie. Die Liebe gibt niemals auf (1. Kor. 13). Seelsorge ist eben nur in einem Klima der Güte, Barmherzigkeit und Liebe möglich, nicht aber mit einem Vorschlaghammer der Anklage und Verurteilung. Auch und gerade dann und dort, wo sich jemand vielleicht im Irrtum befindet oder sich nach Meinung anderer „anstößig“ verhält. Wie schreibt es doch der Apostel Paulus: Wer Gott dient, soll nicht herumstreiten, sondern freundlich sein gegen jedermann, Böses mit Geduld ertragen und die Andersdenkenden mit Sanftmut zurechtweisen (2. Tim. 2,24-25).

Sicherlich: Die Gemeinde des Herrn ist von Gott berufen, in dieser Welt heilig und gerecht zur Ehre Gottes zu leben. Die Grundsätze und Maßstäbe dieser Weltzeit sind nicht der Maßstab der Gemeinde Jesu. Das steht außer Frage. Aber dabei darf man niemals aus den Augen verlieren, dass die Liebe das alles entscheidende Kriterium ist und bleibt. Wenn ich keine Liebe habe, bin ich nichts weiter als ein dröhnender Gong oder eine lärmende Pauke, schreibt der Apostel Paulus. Jedenfalls: In der Gegenwart Jesu fühlten sich die Menschen angenommen und geliebt, ohne Wenn und Aber. Sie spürten, dass er es gut mit ihnen meinte – auch wenn er ihnen keineswegs nach dem Mund redete.

Und genau das will Gott durch seine Gemeinde wirken. Durch alle, die Jesus Christus nachfolgen – und durch seine Gnade „Kinder Gottes“ geworden sind. Wenn nicht in der Gemeinde Jesu, wo denn sonst ist erfahrbar, dass der Mensch so angenommen ist, wie er ist: Mit all seiner Schuld und Verirrung, mit seinen Begrenzungen und Begabungen, mit seinen Ängsten und Hoffnungen, mit seinen Stärken und Schwächen, mit seinen Eigenarten und „Macken“. Egal, welche soziale Stellung er hat, wie jung oder alt er ist, was er auf dem Kerbholz hat oder was für ein „schräger Typ“ er ist: So nehme sich denn einer des anderen freundlich an, wie sich auch Christus unser angenommen hat zur Ehre Gottes – beschreibt der Apostel Paulus das wohltuende Klima in einer geistlich gesunden Gemeinde.

»Einander anspornen zur Liebe und zu guten Taten!« – wenn es denn gelebt wird, hat das weitreichende Auswirkungen. Dort verheißt Gott seinen Segen. Und eine Gemeinde, die eine menschlich-warme Atmosphäre ausstrahlt, ist die beste und schönste Einladung, die es gibt, um unseren Mitmenschen Gottes Liebe ins Herz zu legen.
 


Kommentare

Von Peter Steinmair am .

Ich finde es gut das diese elteren Menschen sich gefunden haben. Die zwei Menschen aben irhe Ehe im tifen Herzen versprochen dafür ist auch unser Vater im Himmel einverstanden, Was wir Menschen so euserlich mit be kommen dafür gibt es fiele meinungen und seelische verlezungen und urteile.
Ich arbeite in ein Senorenheim und freu ich mich ser das sich imerwieder zwei sich kenen lernen.
Ich möchte mich auch bei dienigen enschuligen über meine rechtschreibung die glaum ales richtig zu machen.

Von van gen Hassend, Eitel am .

Ich wünschte, dass die verantwortlichen ERF-Redakteure vor Ausstrahlung der Sendung 'Wort zum Tag' die Kommentare lesen und anhand der Bibel auf ihre Richtigkeit überprüfen.
Ich kenne keine Stelle in der Bibel, wo das unverheiratete Zusammenleben von Mann und Frau geduldet ist.
In dem geschilderten Fall hätten die Ältesten der Gemeinde das unverheiratete Pärchen auf seine Vorbildfunktion aufmerksam machen sollen.
Das Alter spielt hierbei keine Rolle. Hätte Herr Bönig das Verhalten des mehr

Von Esther Hambrecht am .

Das kenne ich auch von meiner Mutter und ihrem jetzigen Mann. Beide hätten es nicht fertig-gebracht, einfach so zusammen zu leben, eben weil bei uns in der Gemeinde auch sehr darauf geachtet wird, dass alles seinen Anstand hat. Aufgrund dieser Tatsache hat halt auch speziell meine Mutter viele Opfer gebracht, z.B die Rente, für die mein Vater 40 Jahre lang gearbeitet hat.
Obwohl ich selber gläubig bin, habe ich für diese Haltung in der Gemeinde kein Verständnis, zumal es ja nun wirklich nicht mehr

Von Astrid am .

Für mich ist das genannte Beispiel ein Ausdruck dessen, daß es in dieser Gemeinde keine klare Linie gab (wie es sie ws. auch in anderen Gemeinden nicht gibt). Die Gemeindeleitung hat vielleicht nur in wenigen Fragen gelehrt, wie Gottes Wort praktisch im Leben eines Nachfolgers Jesu aussieht. Dann ist das Ergebnis, daß jeder so entscheidet, wie es ihm richtig erscheint. Und auch jeder entscheiden kann, ob er das Leben des Anderen gut oder schlecht findet. Dabei haben Hirten die Aufgabe, für mehr

Von Hildi am .

Danke ich stimme der Auslegung zu.

Von Renate am .

Auch im meiner Kirche ist es in der Verkündigung außer Mode gekommen, von "Himmel und Hölle" zu predigen.
Wir erinnern uns daran, was Paulus über unseren Gegner gesagt hat. ...Nicht aus Fleisch und Blut...!
Der Fürst der Finsternis will keinen Frieden, keine Liebe unter uns Menschen und gegenüber Gott. Der Mensch hat sich vom Diabolus, aber er nicht von uns verabschiedet. Luther hatte dazu gute Einsichten.
Deus semper maior.

Von Matthias am .

Wir haben in unserer Gemeine einen ähnlichen Fall, allerdings mit jüngeren Leuten, um die 50. Beide sind geschieden und leben nun ohne Trauschein.Was ist da so schlimm. Meine Kinder leben auch mit einen Partner ohne Trauschein und denken gar nicht daran zu heiraten.Ich bin auch Christ weiß aber manchmal gar nicht wie ich meinen Kindern gegenüber argumentieren soll.Was sagt die Bibel dazu?Wo steht das man verheiratet sein muss, ist es Sünde ohne Trauschein zusammenzuleben.

Von Rosemarie Such am .

Heute haben Sie mir so richtig aus der Seele gesprochen.
Mein Partner u. ich gehören auch zu der "reiferen Jugend" und sind aus vernunftsgründen nicht verheiratet.
Traurig wie manche Mitmenschen meinen, über andere urteilen zu müssen.
Wenn Gott 2 Menschen zusammenführt, dann kennt er auch die Gründe, weshalb sie "so"
zusammen leben.

Von Judith am .

Liebe unter Christen heißt vor allem: Zurechtweisung,
denn mir ist es wichtig, dass der andere nicht von Gott abkommt.
Wenn jemand in Sünde lebt, egal wie alt er ist, muss er in Liebe auf den richtigen Weg geführt werden.
Nicht nur wegen ihm, sondern auch wegen all den Ungläubigen rings umher, die sonst an Gott irre werden, wenn sie sehen, dass wir genauso in Sünde leben wie sie.
Liebe und Wahrheit gehören zusammen.
Wer nicht den Mut aufbringt, den anderen zurechtzuweisen, ist in höchstem Maße mehr

Von Lina am .

Ich finde diese Wort zum Tag ausgesprochen wahr. Ich würde mir öfter wünschen, dass in den Gemeinden über Paar die unverheiratet zusammen leben, nicht der Stab gebrochen wird - sondern sie in Liebe getragen werden. Sie aus der Gemeinde auszuschließen anstatt ihnen Zeit für ihre Entscheidung zu geben - verletzt nur und hilft weder der Gemeinde noch den Personen in Liebe zu wachsen. - Vielen Dank für ihre ehrlichen Worte, die ein "heikles Thema" aufrichtig aufgreift.

Von Thomas am .

Die Worte in der Auslegung tun der Seele wirklich gut. Dieses Thema sollte meiner Meinung nach regelmäßig in den Gemeinden 'auftauchen' bzw. in Predigten erwähnen.
Ansonsten besteht die Gefahr, dass eine Gemeinde 'nur noch' aus Projektmitarbeitern mit mageren zwischenmenschlichen Bindungen besteht.
Vielleicht darf ich noch folgendes ansprechen. Die Pastoren sollten sich wieder verstärkt darüber Gedanken machen, ob sie wirklich ihren Dienst 'als guter Hirte' für ihre Schäflein ausüben. mehr

Von Reist Helena am .

Ich möchte Ihnen einfach einmal sagen, dass ich mich in all den Jahren, als ERF- Hörerin immer ganz besonders über Ihre Beiträge, die mich jedesmal ganz besonders ansprechen, gefreut habe. So auch heute morgen...

Von Roesger am .

Gestern noch kontrovers Ihren Beitrag kommentiert - heute voll auf Ihrer Linie.
Gerade das Bodenpersonal sollte darauf achten was Glieder mit Gemeindeglieder anstellen. Da findet man keinerlei Zuneigung, Verständnis o.ä.
Nein, angesagt ist das Diffamieren, das Mobben! Und viele springen mit auf den Zug, Weg des geringsten Widerstands!
Manchmal komme ich mir vor wie in der Politik. Willfährig und auf den eigenen Vorteil bedacht.
Bibel, Gottesdienst und Dienst am Nächsten? War da mehr

Von Verena am .

Danke für dieses schöne Wort zum Tag. Ich darf Ihnen sagen, Sie haben mich angespornt: zur Liebe und zu guten Taten! Nun versuche ich die Umsetzung...

Von Carla B. am .

Was Sie über die Gemeinde des alten Paares geschrieben haben trifft glaube ich auf viele Gemeinden zu. Gern lassen solche Gruppen andere durch ihr heiliges Raster fallen. Die von Ihnen angesprochene wünschenswerte Gemeinde, wo ist sie bloß, ich möchte mich ihr anschließen. Super guter Artikel, danke.

Von Cornelia Gorenflo am .

Ganz herzlich möchte ich Ihnen für die heutige Wegweisung danken!
Welch eine Liebe, eine Weite aus Ihren Worten.Sie packen "heiße Eisen" an, das hat mir sehr gut gefallen.Ja, ich kenne diese Lebensituation, neuer Partner nach Tod. Ja, man braucht Zeit, man braucht Wegweisung.Und es mir der ersten Ehe nicht zu vergleichen, aber es ist ein Geschenk. Aber man darf sich Zeit lassen, um das Neue wachsen zu lassen und in Verantwortung vor unserem Gott zu leben. Gott schenke uns Gemeinden, die auch mehr

Von Andreas Witulski am .

Das oben Gesagte ist eigentlich alles richtig, verlagert das Problem aber nur nach hinten. Wenn in Liebe alles seelsprgerlich gesagt wurde, was macht die Gemeinde am Ende mit dem Problem, dass die beiden unverheratet zusammenleben ?

Von Christine Müller am .

Meiner Meinung nach ist es garnicht einfach jemanden der in Sünde oder im Irrtum lebt diesen Fehler nicht zu sagen. Ja, wie es geschehen muss ist vielleicht eine Sache die in Liebe getan wird. Aber wenn ein Mensch in ungeregelten Verhältnissen lebt dann sollte man ihm helfen das er sie schnell bereinigt. Es sollte auch das Anliegen sein derer die so zusammenziehen, denn sie kennen ja Gottes Wort und wissen wie sie durch ihr Leben Gott ehren. Es scheint mir so als das durch diesen Artikel von mehr


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