/ Wort zum Tag

Hebräer 13,9

Bibelvers

Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.

Hebräer 13,9

Schon am frühen Morgen vor „schillernden und fremdartigen Lehren“ gewarnt zu werden, das ist nicht gerade leicht verdaulich. Ihre Gedanken sind am heutigen Montagmorgen wohl auf die Aufgaben gerichtet, die vor Ihnen liegen. Sie werden als Elektriker Ihre Schaltungen bauen, als Lehrerin ihre Klasse unterrichten – oder im Zaun halten, je nachdem – oder sie werden als Hausfrau bzw. Hausmann Ihren Haushalt in Schwung bringen. „Schillernde und fremdartige Lehren“ werden Ihnen dabei kaum begegnen. Oder täusche ich mich?

Was meinte denn der Verfasser des Hebräerbriefes mit den „schillernden und fremdartigen Lehren“? Offensichtlich war zu seiner Zeit die gute Botschaft von der rettenden Liebe Gottes in Jesus Christus bedroht.

Dies mag erstaunen, denn die Frohe Botschaft ist in ihrem Kern so einfach, dass ein Kind sie verstehen kann. Kurz gesagt lautet diese Botschaft so: Wir Menschen haben uns aus der Verbindung zu Gott gelöst und finden aus eigener Kraft nicht zu ihm zurück. Diese Trennung vom Gott des Lebens führt uns letztlich in den Tod. Gott aber will, dass wir leben. Er sendet seinen Sohn in die Welt. So wird er selber Mensch. In Jesus Christus zeigt sich seine Liebe zu uns, sie wird sicht- und erfahrbar. Jesus macht den Weg frei – zurück zu Gott. Er stirbt an unserer Stelle am Kreuz. Er nimmt den Tod und damit das Gericht, das wir verdient hätten, auf sich. Durch den Glauben an diese Tat Gottes werden wir gerettet. Gott will, dass wir unser nun gerettetes Leben nach ihm ausrichten, uns nach seinen Geboten richten, uns von ihm zurechtbringen lassen.

Schon zu neutestamentlichen Zeiten gab es in den Gemeinden Leute, die dieses einfache Evangelium verändern wollten. „Gott nimmt uns nicht einfach so an, wie wir sind“, sagten sie und verlangten Vorleistungen. Im zweiten Jahrhundert trat ein damals sehr erfolgreicher Lehrer auf. Er machte aus Jesus eine Art Halbgott. Jesus kann aber nur unser Erlöser sein, wenn er ganz Mensch und ganz Gott ist. So ging das weiter über all die Jahrhunderte. Bis heute wurde das bestritten, was ein offenherziger Leser der Bibel als einfache Botschaft aus dem Wort Gottes gewinnen kann.

Mir kommt dazu ein Erlebnis aus der Primarschule in den Sinn. Wir hatten einige Raupen gesammelt, sie gefüttert und beobachteten nun, wie sie sich verpuppten. Fasziniert sahen wir zu, wie aus den Kokons Schmetterlinge schlüpften. Diese entließen wir dann durch das Schulzimmerfenster in die Freiheit. Zu meinem Entsetzen musste ich zusehen, wie einer dieser Schmetterlinge schon nach kaum fünf Metern Flug von einem Vogel verschlungen wurde.

Das Evangelium ist – wie erwähnt – dauernd in Gefahr, von „schillernden und fremdartigen Lehren“ verschlungen zu werden. Hier nur drei Kernpunkte dazu:

Erstens: Unser Glaube ist im Wort Gottes – in der Bibel – begründet. Es gibt viele Meinungen über die Bibel und es wird zunehmend schwieriger, sich im Dschungel der verschiedenen Lehren, christlichen Sondergruppen und Gemeinden zurechtzufinden. Die Bibel hilft uns, gewisse dieser Lehren als irrig zu entlarven. Wir müssen dabei unseren persönlichen Standpunkt finden und ihn auch leben – in der Verantwortung vor Gott und im Austausch mit andern Christen.

Es geht zweitens darum, dass unser persönliches Verhältnis zu Christus rein und klar ist. Z.B. so: Wir beten am Morgen, schnörkellos und vertrauensvoll; wir lesen das Wort Gottes und lassen uns von ihm durch den Tag begleiten; wir ermöglichen Gott, dass er in die Tiefen unserer Seele hineinwirkt, Unreines aufdeckt und weggeräumt und Verletzungen heilt.

Und es geht drittens um unseren untadeligen Wandel. Dafür gibt es einfache Maßstäbe: Nach Treu und Glauben handeln; nach den Zehn Geboten leben; sich so verhalten, dass der Ehepartner, die Ehepartnerin jederzeit dabei sein könnte.

Sie sehen, die „schillernden und fremdartigen Lehren“ haben durchaus etwas zu tun mit unserm Alltag, sie spielen eine Rolle beim Bauen von Schaltungen, beim Führen einer Klasse oder beim Bewältigen eines Haushalts.

Mit unserm Glauben, mit einem reinen und untadeligen Leben können und müssen wir aber nicht den Himmel gewinnen – das wäre eine schillernde und fremdartige Lehre. Unser Heil beruht auf Gnade, es ist uns geschenkt.

„Es ist gut, dass das Herz gefestigt wird durch Gnade“, heißt es deshalb am Schluss des heutigen Bibelwortes. Ich kann Ihnen und mir selber für den heutigen Tag nichts Schöneres wünschen als ein „durch Gnade gefestigtes Herz“! Ich liebe Gebäcke, die vom Saft einer Zitrusfrucht durchtränkt sind. So soll das Herz des Christen, der Christin sein: von der Gnade Gottes bis zur Sättigung durchtränkt. Ein solches Herz kann nicht von jedem Wind einer neuartigen Lehre beunruhigt werden. Es wird auch in Versuchungen stark bleiben.
 

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren