/ Wort zum Tag

1. Johannes 1,9

Bibelvers

Wenn wir unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.

1. Johannes 1,9

Wenn wir unsere Sünden bekennen, dann stellen wir uns in einer peinlichen Weise bloß. Wenn wir unsere Sünden bekennen, dann machen wir uns angreifbar. Wenn wir unsere Sünden bekennen, dann zerstören wir unser Image. Es gibt schließlich negative Bereiche im eigenen Leben, die kann man doch nicht einfach so vor sich hertragen, die lässt man also lieber im Verborgenen. So meinen wir. Ergebnis: Wir stehen vor anderen super da. Alles okay. Keine Angriffsfläche! Wir sind geachtete Leute.

Ganz anders hält es dagegen der Apostel Johannes, der in seinem ersten Brief schreibt: „Wenn wir unsre Sünden bekennen, so ist Jesus treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“ Sünden müssen also nicht sorgfältig vertuscht werden. Im Gegenteil: Wir dürfen sie vor Gott aussprechen, sie ehrlich bekennen. Vor allem das, was wir an Negativem in uns verschließen, belastet uns und macht manchmal sogar krank. Das muss nicht so bleiben. Johannes zeigt einen Weg der Hilfe: Wir können Sünden Gott bekennen.

Was aber ist „Sünde“? Heute ist dieser Begriff recht vielschichtig und unkonkret geworden. Wir Männer sehen oft einen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung als Sünde an und reden dann davon, dass wir als Verkehrssünder bei Tempo 70 in der Stadt geblitzt wurden. Bei den Damen ist Sünde vielleicht eher ein Verstoß gegen die Diätvorschrift. Beim Kaffeetrinken in der Konditorei wurde wieder tüchtig gesündigt und der leckeren Torte nicht widerstanden. Wenn die Bibel dagegen von Sünde spricht, dann meint sie die Gleichgültigkeit oder auch die Auflehnung gegen Gott als unseren Schöpfer. Wir haben die Beziehung zu ihm gelöst bzw. überhaupt nicht aufgenommen. Aus dieser Grundhaltung hat sich dann ein diverses Fehlverhalten, etwa in Form von Lieblosigkeiten und verletzendem Gerede ergeben. Unsere Gedanken, Worte und Taten sind von Schuld geprägt. Das alles und vieles mehr ist im Sinne der Bibel „Sünde“. Wir sehen unser Fehlverhalten, unsere Schuld, unsere Sünde und oft schon haben wir darunter gelitten.

Was aber haben wir bisher dagegen unternommen? Wir versuchten anders, besser zu werden. Vergeblich. Wir haben es nicht geschafft, in eine andere, bessere Haut zu schlüpfen. Gerade in solch einer Situation spricht uns das Bibelwort zu, unsere Sünden zu bekennen. Das kann in einem stillen Gebet geschehen, bei dem wir vor Gott ehrlich erscheinen. Vielfach ist es hilfreich, in Verbindung mit einem Seelsorger oder einer Seelsorgerin solch ein Bekenntnis vor Gott abzulegen. Wenn wir beten, dann darf auch alles negativ Verborgene vor Gott ausgesprochen werden. Wie aber reagiert Gott auf solch ein Gebet? Johannes bekennt: „Er vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“ Unser Bibelvers sagt: Er ist treu und steht somit zu seiner Zusage. Vergebung durch Gott greift viel tiefer als wenn jemand nach unserem Fehlverhalten aufmunternd meint: „War ja nicht so schlimm!“ und „Schwamm drüber, die Sache ist jetzt erledigt.“ Vergebung mit nachhaltiger Tiefenwirkung, das ist Gottes großartiges Angebot. Er reinigt unser Leben. Das hat etwas mit einer „Stunde Null“, also mit Ursprungs- und Anfangssituation und auch mit einer reinigenden, heilenden und befreienden Tiefenwirkung für unser Leben zu tun. Gott vergibt uns in dieser Weise, weil Jesus Christus alle unsere Schuld am Kreuz von Golgatha auf sich genommen hat. Darin liegt jetzt unsere Befreiung, die wir auf unser bekennendes Gebet hin annehmen dürfen. Somit könnte dieses „Wort zum Tage“ zu einer großartigen Einladung werden, befreit, nämlich durch Gottes Vergebung, weiter leben zu können.
 

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