/ Wort zum Tag

Hebräer 4,16

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.

Hebräer 4,16

Das ist ja vielleicht eine erstaunliche Einladung! Hinzutreten zu dem Thron der Gnade. Die Bibel erzählt uns aus der Zeit des persischen Reiches, also um 560 vor Christus: Beileibe nicht jeder durfte so mir nichts, dir nichts vor den Thron des Königs treten. Ja, es drohte sogar die Todesstrafe dem, der ungerufen zum König gehen wollte. Wer es dennoch wagte, musste dann großes Glück haben, dass der König gerade guter Stimmung war und nicht ungehalten auf diese Störung reagierte.

Heute haben wir es weniger mit solchen Königen zu tun. Dennoch ist oft genug zu erleben, dass spätestens im Vorzimmer der Versuch endet, einen Entscheidungsträger persönlich zu sprechen. So geht es in unserer Welt zu. Nicht aber bei Jesus. Nicht aber bei unserem Vater im Himmel. Da sind wir durch das Bibelwort von heute eingeladen, einfach zu kommen. Einfach so zu kommen, wie wir sind. Nicht, weil wir schon so rein und so heilig sind, dass wir zu Gottes Welt passen würden, sondern weil wir erst dort, in der Gegenwart Gottes, das empfangen, was uns rein und heilig macht. Wir dürfen zuversichtlich, also mutig und entschlossen, erwartungsvoll und mit froher Gewissheit, wirklich willkommen zu sein, diesen Weg in die Nähe Gottes gehen.
Wenn wir in Gottes Augen sehen, dann erkennen wir darin seine ganze Liebe, die uns vergibt. Was immer uns von Gott trennte, das hat Gott selbst überwunden im Kreuz Jesu. Er selbst hat die Brücke gebaut, auf der wir zu ihm zurückgehen können.

Zuversichtlich kann ich sein, weil auf diesen Gott absolut Verlass ist. Denn was er zusagt, das tut er auch. Es ist noch kein Versprechen Gottes einfach unerledigt geblieben. Die Bibel selbst ist ein beredtes Zeugnis davon. Unzählige Menschen bis heute erleben diese Treue Gottes in ihrem Leben. Zuversichtlich kann ich ebenfalls auch sein, weil Jesus als der Auferstandene sagte: „Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.“ Wer zu Jesus gehört, hat also einen heißen Draht zur Machtzentrale auf Erden und im Himmel. Warum sollte ich meine Hilfe suchen bei anderen? Er ist doch Herr! Ihm ist nichts zu gering und nichts zu groß, dass er helfen könnte.

Wollte man den Christen ein besonderes Kennzeichen geben, dann müsste es dieses sein: Christen sind Menschen voller Zuversicht. Wollen wir beschreiben, was Glauben ausmacht, dann muss es mit dieser Zuversicht beschrieben werden: Der Weg in die Nähe Gottes steht offen durch Jesus. Ein Wörterbuch umschreibt den Begriff „Zuversicht“ wie folgt: Ein festes Vertrauen auf eine positive Entwicklung in der Zukunft. Dazu haben Christen nun wirklich allen Anlass. Denn der Herr, der ewige Gott, der in der Vergangenheit zu seinem Wort stand, wird es auch in Zukunft tun. Er wird unsere Welt zu seinem Ziel führen. Davon wird ihn niemand und nichts abhalten können. Kein Grund also, vor der Zukunft sich zu ängsten. Ein festes Vertrauen dürfen Christen deswegen auch in das Leben ihrer Gemeinde setzen. Sie ist doch der Leib des Herrn. Und Jesus hat gesagt: Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen! Leider gibt es notvolle und schmerzliche Erfahrungen mit anderen Christen, in und mit der konkreten Gemeinde vor Ort. Doch das darf und sollte mir niemals den Blick dafür versperren, dass Jesus seine Gemeinde geschenkt hat, damit ich als Einzelner in ihr wohl aufgehoben bin. Das stärkt die Zuversicht, auch durch schwierige Zeiten zu gehen. Und schließlich darf ich vertrauensvoll auch für mein persönliches Leben in die Zukunft schauen. Oft genug stehe ich vor der Frage: Wage ich es – oder wage ich es nicht? Sicher sind wir unterschiedlich gestrickt, wenn es darum geht, ein Wagnis einzugehen. Mancher scheut das noch Unbekannte und wagt darum wenig. Doch meine ich: Gerade Christen, weil sie um diesen Herrn wissen, dürfen wahrhaft wagemutig das Morgen angehen. Denn Zuversicht ist eine Eigenschaft des Glaubens. Den Tag, der vor mir liegt, überblickt Jesus schon längst bis an sein Ende. Warum sollte ich da noch zagen?
 


Kommentare

Von margit wittig am .

Ihrer Auslegung schliesse ich mich an. In einem Gespräch sagte ich kürzlich: Wenn wir als Christen nicht zuversichtlich leben, wer denn dann. Wir haben allen Grund dazu, denn unser Grund der Zuversicht und Hoffnung ist Jesus Christus.
Wie sagt Peter Hahne in einem seiner Bücher: Wir leben in einer GMBH :)
-d.h. Gemeinschaft mit begründeter Hoffnung.
Ihnen und Ihren KollegInnen ein herzliches Dankeschön für die inspirierenden Auslegungen. Für mich ein Zeichen von Gottes Wirken durch den Heiligen Geist im Hier und Jetzt.

Von Jeannette Schweitzer am .

Danke für diese ermutigende Predigt. Mit Jesus in den Tag zu gehen macht Freude und gibt Mut. Das ist ein großes Privileg.


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