/ Wort zum Tag

Jesaja 43,13

Bibelvers

Ich bin ehe denn ein Tag war, und niemand ist da, der aus meiner Hand erretten kann. Ich wirke; wer will's wenden?

Jesaja 43,13

Vor zweiundvierzig Tagen war Weihnachten. Das ist schon sehr weit weg. Dieses Fest ist durch Kommerz und Konsum weichgespült worden. Man hat Weihnachten zu etwas Niedlichem gemacht. Dennoch bleibt der wichtige Hintergrund: Jesus, der Retter, ist da. Der griechische Name „Jesus“ bedeutet dasselbe wie der hebräische Name „Josua“ oder „Jehoschua“, nämlich: „Gott ist Rettung“. Und dieser Hintergrund gilt nicht nur an Weihnachten.

Im heutigen Losungswort kommt das Stichwort „retten“ zweimal vor. Die Losung stammt aus dem Jesajabuch. Es wurde hunderte von Jahren vor Christus abgefasst. Bei Jesaja wird immer wieder versprochen, dass dereinst ein Retter geboren werde. Gott rettet! Zweimal sagt es das heutige Losungswort: Gott rettet.

Aber: wovor rettet er denn? Wovon muss ich denn gerettet werden? Die grundlegende Antwort heißt: Gott rettet aus der Sünde.

Für die einen ist es eine Selbstverständlichkeit: Sünde heißt Absonderung, Getrenntsein von Gott. Jesus holt sie aus dieser Absonderung heraus und bahnt ihnen den Weg zu Gott.

Andere haben Mühe, dieses Wort zu verstehen: Sünde? Ach ja, dieses Wort kommt hie und da in der Werbung vor! Die in der Schweiz sehr beliebten Dar-Vida-Biscuits werben mit dem Slogan „Die gesunde Sünde“. Das Deutsche Rhein-Ruhr-Zentrum wirbt mit dem Motto: „Sündigen Sie hier! Da ist alles drin!“ Sünde muss etwas Schönes sein. Sünde ist das, was man früher gerne getan hätte, aber nicht tun durfte.

Vor diesem Hintergrund läuft die Botschaft „Gott rettet“ ins Leere. Die Botschaft von der rettenden Liebe Gottes kann mit diesem Verständnis von Sünde gar nicht zur frohen Botschaft werden. Dazu braucht es zuerst die Einsicht, dass wir einen Retter benötigen.

Jesus nennt mehrfach Kinder als Vorbilder. Für sie ist klar, dass sie Hilfe brauchen. Aus demselben Grund fanden randständige Menschen den Zugang zu Jesus. Kranke, Bettler, Verachtete und Ausgestoßene erhielten bei Jesus, was sie sonst nirgends bekamen: Liebevolle Annahme. Wer in der Gesellschaft einen guten Platz einnimmt, wer etwas erreicht hat und auf sich stolz sein kann, dem fällt die Einsicht schwerer, dass er Rettung braucht. Die Tüchtigen und die Reichen haben es besonders schwer, den Zugang zu Jesus, zur rettenden Gottesliebe zu finden. Nicht umsonst gibt es das berühmte Jesuswort: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in den Himmel.“ Darum muss ihnen das Wort von der Rettung besonders deutlich gesagt werden.

Zweimal hören wir im heutigen Losungswort, dass Gott rettet: Beim ersten Mal richtet sich der Blick in die Vergangenheit: „Ich habe gerettet“ heißt es ganz am Anfang. Gott hat das Volk Israel aus der Babylonischen Gefangenschaft gerettet. Schon zum zweiten Mal konnte das Volk nach Israel ziehen, in das Land, das Gott den Vorvätern versprochen hatte: Das erste Mal wurde das Volk aus Ägypten gerettet, das zweite Mal aus Babylonien. Diese göttlichen Rettungstaten gehörten fortan zum Grundbestand des Glaubens der Israeliten: Gott hat uns befreit.

Beim zweiten Mal richtet sich der Blick in die Zukunft: Am Schluss des Losungswortes hören wir: „Künftig gibt es keinen, der aus meiner Hand rettet.“ Obwohl hier wieder von „retten“ die Rede ist, ist doch die Tonalität eine andere. Die Babylonier haben in der Vergangenheit am abtrünnigen Israel das Gericht Gottes vollzogen. Jetzt sind sie selber dran. Jetzt werden sie vom lebendigen Gott gerichtet. Und in ihrem Fall kann sie niemand aus der Hand Gottes retten. Gott ist und bleibt souverän. Unmittelbar vor dem heutigen Losungswort hören wir Gott sagen: „Vor mir ist kein Gott gebildet worden, und nach mir wird keiner sein. Ich, ich bin der HERR, und keinen Retter gibt es außer mir.“

Uns geht es ähnlich wie dem Volk Israel. Auch wir können gerettet werden. Die Liebe von Gott rettet auch uns. Das ist die Botschaft von Weihnachten. Allerdings müssen wir diese Rettung für uns in Anspruch nehmen. Ist Jesus, das Kind in der Krippe und der Mann am Kreuz, für Sie auch der „Jehoschua“ – der Retter? Wenn ja, können Sie sich zutiefst glücklich schätzen.

In unserer Umgebung gibt es Menschen, die mit Sünde, Erlösung und dem Gerettet-Werden nichts anfangen können. Es bringt nichts, ihnen einzureden, dass sie einen Retter brauchen. Nach meiner Erfahrung ist es das Beste, wenn wir ihnen einfach von unseren persönlichen Glaubenserfahrungen erzählen: Wenn wir bezeugen, wie wir die Hilfe Gottes erfahren. „Ihr seid meine Zeugen“ steht im Bibelwort für den heutigen Tag. Wir sind Zeugen für die Rettungstaten Gottes, im Großen und im Kleinen.
 

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren