/ Wort zum Tag

Galater 3,26

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Paulus schreibt: Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.

Galater 3,26

Vor 200 Jahren wanderten viele von Deutschland nach Amerika aus. Sie sahen für sich hier keine Chance mehr. In der Neuen Welt erhofften sie sich ein besseres Leben. So verließ auch ein junger Mann die Heimat. Seine Eltern blieben in ärmlichen Verhältnissen zurück. Der Sohn war fleißig und hatte Glück. Er brachte es zu etwas und hatte ein gutes Auskommen. Deshalb schickte er seinen Eltern jeden Monat eine 10-Dollar-Note. Solches Geld war ihnen unbekannt. Sie hielten die Scheine mit dem aufgedruckten Porträt des amerikanischen Präsidenten für Bilder ihres Sohnes. Sie wunderten sich, dass er in kurzer Zeit so gealtert war. Und jeden Monat dasselbe Bild?! Die Eltern schüttelten die Köpfe. Aber die Scheine wegwerfen? Auf keinen Fall, die waren ja vom Sohn. Nach vielen Jahren war ein ganzer Stapel beieinander. Als eines Tages der Dorfpfarrer bei ihnen vorbeikam, zeigten sie ihm die gesammelten Bilder. Der klärte sie auf. Endlich verstanden sie, was es mit den Scheinen auf sich hatte. Sie waren die ganze Zeit über reich, aber sie wussten nichts davon. Sie lebten mehr schlecht als recht dahin, obwohl in ihrem Haus ein wahrer Schatz schlummerte. Nun waren ihnen Lichter aufgegangen. Jetzt hatte ihre Not ein Ende.

Diese wahre Begebenheit kam mir in den Sinn, als ich über das Bibelwort für heute nachdachte. „Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.“ So schreibt Paulus an die Christen in Galatien, heute wäre das im Süden der Türkei. „Ihr seid reich. Gott hat euch mit Glauben beschenkt und zu seinen Kindern gemacht. Ihr seid bestens dran.“ Die Galater haben sich an diese Botschaft gewöhnt. Wie oft haben sie die schon gehört! Ihnen ist’s ergangen wie den meisten Christen, vielleicht auch wie uns. Die Botschaft hat sich – siehe die alten Eltern – über die Jahre gleichsam aufgestapelt: Predigten, Bibelarbeiten, Vorträge, Andachten aller Art. Je mehr wir hören, desto größer wird die Gefahr, dass wir das Gespür dafür verlieren, wie wertvoll das ist, was Jesus für uns bedeutet, wie reich er uns gemacht hat.

Es klingt wie eine christliche Binsenweisheit: „Ihr seid Gottes Kinder.“ Der hohe Wert wird uns dann bewusst, wenn wir es uns neu sagen lassen und bewusst für uns ergreifen: „Ich kleiner, sündiger Mensch gehöre zu Gott. Er hat mich in sein Herz geschlossen. Ich bin sein Kind. Keine Macht der Welt kann mir das streitig machen. Ich darf zu Gott beten und ihm mein Herz ausschütten. Und das rund um die Uhr, mit großen Problemen und kleinen Angelegenheiten. Ich bin mit mir und meinem Leben nie mehr allein. Was für ein Glück, Gottes Kind zu sein!“

Was mich daran besonders anspricht, sind die beiden ersten Worte des Paulus: „Ihr seid.“ Da bleibt nichts unklar in der Schwebe. Da heißt es nicht: „Ihr sollt Kinder Gottes sein. Nun strengt euch an. Gebt euch Mühe, dass ihr das auch werdet.“ Nein, Paulus stellt ruhig und gelassen fest, was ja auch für ihn selber gilt: „Ihr seid Gottes Kinder.“ Punkt. Von dieser Tatsache beißt keine Maus einen Faden ab. Dabei verhalten sich die Christen in Galatien keineswegs mustergültig. Paulus hat an ihnen viel auszusetzen. Völlig zu Recht. Aber alle Mängel mindern den Schatz nicht: „Ihr seid alle Gottes Kinder. Und das seid ihr geworden durch den Glauben an Jesus Christus.“ Die Botschaft von Jesus hat die Menschen in Galatien erfasst. Sie haben sich ihr geöffnet. Sie haben ihr Leben an Jesus Christus festgemacht. Sie glauben. Was das bedeutet, hat der badische Erweckungsprediger Aloys Henhöfer einmal plastisch formuliert: „Glauben heißt, das Brot essen und nicht nur anschauen; das Wasser des Lebens auf die Wiese seines Herzens leiten.“ Das haben die Galater getan. Sie haben nicht nur gehört und mit den Köpfen genickt, sondern sie haben zugegriffen und für sich gelten lassen, was Jesus getan hat. Paulus öffnet ihnen die Augen dafür, wie reich sie dadurch sind. Was er schreibt, klingt zu uns herüber. Wohl uns, wenn wir uns im Glauben an Jesus Christus gebunden haben. Dann gehören auch wir zu Gottes Kindern. Wir haben einen Vater im Himmel. Was er uns gibt, nehmen wir täglich in Anspruch. Wir können uns das Leben ohne unseren Gott und Heiland nicht mehr vorstellen. Wir sind reicher als wir ahnen.
 


Kommentare

Von Hildegard Wäfler am .

Ein wertvolles Wort.Schade,dass es solange dauerte,bis es die Eltern wussten.

Von Jürgen Bartram am .

Ich werde den Beitrag heute Abend auch in der Gemeindeleitungssitzung vorlesen.

Von Rosemarie Such am .

Ja, wie reich sind wir doch!
Auch ich kann mir ein Leben ohne Gott u. unseren treuen Heiland Jesus Christus nicht vorstellen.
Täglich - in jedem Augenblick - ist er bei uns u. liebt uns so wie wir sind!

Von Fieberg am .

Ein grossartiger Beitrag der mir vielbedeutet.
Ich werde ihn der Gemeinde vorlesen.


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